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Rainer Zitelmann: „Ich bin ein antiintellektueller Intellektueller“

Doppelter Doktortitel, Unternehmer und Investor, mehrfacher Millionär – und weltweit erfolgreicher Bestsellerautor. Der Weg von Rainer Zitelmann führte immer nach oben, und er hat weltweit eine immer größere Fangemeinde. Er startete als Historiker, war später ein bekannter Journalst, gründete seine eigene Firma, legte sein Geld clever in Immobilien an und propagiert heute als Publizist weltweit die Erfolgsgeschichte des Kapitalismus. Zehn Fragen an den Erfolgsmann und Bodybuilder Rainer Zitelmann.

Rainer ZitelmannBekanntlich läuft ein Leben selten nach Plan. Was auf Ihrer Erfolgsspur war geplant, wo haben Sie eher Chancen ergriffen und was würden Sie Leuten raten, die es Ihnen nachmachen wollen?

Ich halte nicht so viel von ausgeklügelten Plänen, aber sehr viel von großen Zielen. Pläne sind meist zu starr. Chancen ergreifen und sich Ziele setzen, gehört zusammen. Wer große Ziele hat, erkennt auch eher große Chancen. Was ich den Menschen rate? Das, was in meinen Büchern steht: „Setze dir größere Ziele!“ Und: „Wenn du nicht mehr brennst, starte neu!“ [das sind auch zwei Titel von Büchern, die Zitelmann geschrieben hat.]

Bei Ihnen scheint es, dass alles zu Gold wird, was Sie anfassen. Was hingegen waren Ihre größten Fehler und Misserfolge – aus denen Sie dann wieder gelernt haben?

Bei keinem Mensch wird alles Gold, was er anfasst. Ich habe zum Beispiel eine Modelagentur gegründet, CAT Model Management AG, die nicht funktioniert hat. Wer nie scheitert, beweist damit nur, dass er seine Ziele viel zu klein setzt. Es klingt vielleicht paradox: Aber für mich sind deshalb Menschen, die nie scheitern, Loser.

Sie zeigen gern, was Sie haben: Ihre Reichtümer, Ihren Körper, Ihre Frauen. Gab es diese Einstellung schon immer– oder hat sich dies erst mit Ihren Erfolgen entwickelt?

Das mit dem Körper stimmt, das andere stimmt nicht. Ich veröffentliche und poste fast nie Fotos von mir und meinen Freundinnen. Aber da sie ungewöhnlich schön sind, fällt es halt auf, wenn ich irgendwo in einem Restaurant oder bei einer Veranstaltung mit jemand auftauche, und das spricht sich dann rum. Meine Reichtümer zeige ich nicht, ganz im Gegenteil. Für meine Vermögensverhältnisse lebe ich vergleichsweise bescheiden. Worauf ich stolz bin, sind meine Erfolge als Wissenschaftler, als Buchautor und als Investor. Und klar, dass ich eine Figur habe, die besser ist als von 99% der Gleichaltrigen, darauf bin ich auch stolz – vor allem weil ich das erreicht habe, ohne mit Anabolika oder ähnlichem „nachzuhelfen“.

Für den Außenstehenden hierzulande passen „Dr. Dr.“ und wissenschaftliche Forschungsarbeit nicht so ganz mit Bodybuilding und Ihrem Sinn für Selbstvermarktung zusammen.

Stimmt. Ich bin froh, keiner dieser blassen Intellektuellen zu sein, die schwer verständlich Banales von sich geben und im Übrigen glauben, sie seien reine Geistwesen. Ich bin ein antiintellektueller Intellektueller.

Historiker, Soziologe, Cheflektor und Journalist, Investor und Unternehmer. Sie stehen für eine bemerkenswerte berufliche Bandbreite. Ist gerade diese Mischung ein Erfolgsgeheimnis?

Nein, das Gegenteil ist richtig. Mein Geheimnis ist das aller erfolgreichen Menschen: Fokussierung. Nur, dass ich mich eben nicht das ganze Leben auf ein einziges Ziel fokussiere, sondern beispielsweise für 10 Jahre.

Eine wichtige Botschaft von Ihnen ist, dass man für das brennen sollte, was man tut. Leichter gesagt, als getan. Wie entzündet man das Feuer?

Wer sich für nichts begeistern kann, der tut mir leid. Das kann man niemandem beibringen. Aber ich denke, die meisten Menschen haben Dinge, die sie begeistern – so etwa ihr Hobby. Der Unterschied ist nur, dass ich viele meiner Hobbys zum Beruf gemacht habe. Und dass ich als Unternehmer und Investor soviel verdient habe, dass ich heute auch Hobbys nachgehen kann, mit denen man nicht viel verdient. Ich habe stets nur die Dinge gemacht, die mir Freude machen. Alles andere wäre für mich Zeit- und Lebensverschwendung.

Ziele setzen, ist wichtig für den Erfolg. Haben Sie eigentlich ein großes Fernziel, was auch eine Art Vermächtnis sein könnte – oder schauen Sie immer „nur“ auf die nächsten drei, vier Jahre?

Ich schaue nie „nur“ auf die nächsten drei oder vier Jahre. Dieser Zeitraum ist viel zu kurz. Ich schaue stets auf die nächsten 10 bis 15 Jahre. Ich möchte mit meinen Büchern etwas hinterlassen. Die größte Befriedigung sind die vielen Mails, die bekomme und in denen Menschen mir berichten: „Ihr Buch hat mein Leben entscheidend verändert“. Solche Mails bekomme ich vor allem zu meinem Buch „Setze dir größere Ziele!“. Oder: „Ihr Buch hat mein Denken entscheidend geprägt.“ Solche Mails bekomme ich vor allem zu meinem Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“. Mein Vater war Pfarrer und irgendwie bin ich auch ein Missionar und Prediger – für Freiheit und Erfolg.

Welche Menschen bewundern Sie am meisten?

Stephen Hawking, Arnold Schwarzenegger, Warren Buffett, Steve Jobs, Karl Lagerfeld und Ennio Morricone. Als Autor bewundere ich meisten Dale Carnegie.

Welche Menschen nerven Sie am meisten?

Eine lange Liste: Verschwörungstheoretiker, die glauben, dass sie besonders schlau sind, aber tatsächlich besonders einfältig. Mich nerven auch manche Leute im Fernsehen, zum Beispiel Dunja Hayali und Max Moor. Und mich nerven viele Politiker, so etwa Daniel Günther oder Katrin Göring-Eckardt.

Wie sieht Ihre Traumfrau aus?

In meiner Jugend war das Nastasia Kinski, später Jessica Alba und heute Chloë Grace Moretz.


Autor: Redaktion
Bildquelle:
Rainer Zitelmann

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