Der kostenlose Tarif gibt Ihnen 300 Kredite im Monat. Ein Gigabyte Datenverkehr kostet 20 davon, jede Veröffentlichung 15. Sind sie aufgebraucht, pausiert Ihre Seite.
Nachladen geht dann nicht: Im Gratistarif ist das Aufstocken gesperrt, und Besucher sehen bis zum nächsten Abrechnungsmonat eine Fehlerseite. Rechnerisch reichen 300 Kredite für 15 Gigabyte Datenverkehr oder 20 Veröffentlichungen – nicht für beides.
Dahinter steht ein Werkzeug, das viele Entwickler zu Recht schätzen. Wir haben das neue Abrechnungsmodell, seine Entwicklung und die Rückmeldungen ausgewertet.
Was ist Netlify und für wen ist es geeignet?
Netlify verbindet Ihr Code-Verzeichnis mit einem weltweiten Verteilnetz. Jede Änderung im Code löst automatisch eine neue Veröffentlichung aus, jeder Entwicklungszweig bekommt eine eigene Vorschauadresse. Verschlüsselung und eigene Adresse richtet das System selbst ein. Für Entwicklerteams ist das ein erheblicher Komfortgewinn.
Was Sie hier nicht bekommen: keine klassische Umgebung für PHP-Anwendungen. WordPress läuft hier nicht im gewohnten Sinne. Inzwischen gehören allerdings eine eigene Datenbank und ein Dateispeicher zum Angebot – der Anbieter hat sich vom reinen Auslieferer statischer Seiten wegbewegt.
3,5/5★★★☆☆Technisch stark und für Teams fair bepreist – mit einem Abrechnungsmodell, das sich viermal geändert hat und Seiten ohne Vorwarnung anhält.- Teams mit vielen gelegentlichen Beteiligten – der Teamtarif kostet unabhängig von der Personenzahl
- Projekte, bei denen Vorschauversionen den Abstimmungsaufwand senken
- Moderne Webanwendungen ohne PHP-Unterbau
- Wer weltweit schnelle Auslieferung ohne eigene Einrichtung braucht
- WordPress und andere PHP-Anwendungen
- Seiten mit viel Datenverkehr – dort wird es schnell teuer
- Wer den Gratistarif dauerhaft nutzen will
- Projekte, die eine kalkulierbare Monatsrechnung brauchen
Wie das Kreditmodell funktioniert
Seit September 2025 rechnet der Anbieter bei neuen Konten nicht mehr in getrennten Grenzen für Datenverkehr und Bauzeit ab, sondern in einer einzigen Währung: Kredite. Alles verbraucht davon – Veröffentlichungen, Rechenzeit, Datenverkehr, Anfragen an Ihre Seite und die Nutzung von KI-Funktionen.
| Vorgang | Kosten | Was 300 Kredite bedeuten |
|---|---|---|
| Datenverkehr | 20 Kredite je GB | 15 GB |
| Veröffentlichung | 15 Kredite je Vorgang | 20 Stück |
| Rechenzeit | 10 Kredite je GB-Stunde | 30 Stunden |
| Seitenaufrufe | 2 Kredite je 10.000 | 1,5 Mio. |
Entscheidend ist, dass sich diese Posten addieren. Wer zwanzigmal im Monat veröffentlicht, hat den Gratistarif allein damit ausgeschöpft – ohne einen einzigen Besucher. Und im April 2026 wurden die Kosten je Gigabyte von 10 auf 20 Kredite verdoppelt, die für Rechenzeit ebenfalls, bei unveränderter Kreditzahl. Dieselbe Stufe kauft seither also halb so viel.
Ein Blick in die Vergangenheit erklärt die Skepsis: Im Februar 2024 sorgte eine Rechnung über 104.000 Dollar für Aufsehen, die der Firmenchef schließlich erließ. Damals fehlten Ausgabengrenzen völlig. Inzwischen warnt der Anbieter per E-Mail und im Bedienfeld bei 50, 75 und 100 % des Verbrauchs – ein Fortschritt, der aber nichts daran ändert, dass die Rechnung aus vier Einzelposten entsteht, die kaum jemand vorher durchrechnet.
Netlify im Test: Vor- und Nachteile
- Teamtarif ohne Nutzerkosten: Seit April 2026 kostet der Teamtarif 20 $ – egal, wie viele mitarbeiten.
- Vorschau je Entwicklungszweig: Unbegrenzt und ohne Zusatzkosten, das Kernargument der Plattform.
- Weltweites Verteilnetz: Schnelle Auslieferung ohne eigene Einrichtung.
- Verschlüsselung automatisch: Für eigene Adressen eingerichtet und verlängert.
- Rückkehr per Klick: Jede Veröffentlichung bleibt erhalten, ältere Stände sind sofort wiederherstellbar.
- Formulare kostenlos: Seit April ohne Kreditverbrauch, vorher je Eingang berechnet.
- Seite pausiert bei Kreditende: Im Gratistarif ohne Möglichkeit zum Nachkaufen.
- Kosten im April verdoppelt: Datenverkehr und Rechenzeit, bei gleicher Kreditzahl.
- Vier Preisänderungen: Das Modell wurde binnen weniger Jahre mehrfach umgebaut.
- Kein PHP: WordPress und vergleichbare Anwendungen laufen hier nicht.
- Schwer kalkulierbar: Die Rechnung entsteht aus vier getrennt gemessenen Posten.
- Nur Englisch: Hilfe und Anleitungen gibt es nicht auf Deutsch.
Was kostet Netlify?
Vier Stufen in US-Dollar, die sich vor allem in der Kreditmenge unterscheiden. Seit Juli 2026 lässt sich beim Teamtarif zusätzlich eine höhere Kreditstufe wählen.
Für alles Geschäftliche führt kein Weg am Teamtarif für 20 $ vorbei – nicht wegen der Funktionen, sondern wegen der Verlässlichkeit. Dass er unabhängig von der Personenzahl gilt, ist für Agenturen mit vielen gelegentlichen Beteiligten ein echter Vorteil gegenüber Plattformen, die je Zugang abrechnen. Zusatzkredite kosten 5 $ für 500 oder 10 $ für 1.500 Stück, was rund 13 Cent je Gigabyte entspricht.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Neue Projekte sind privat: Im Kreditmodell startet jedes Projekt nicht öffentlich und wird erst mit dem Veröffentlichen erreichbar – praktisch für Vorarbeiten.
- Verschlüsselung eingerichtet: Für eigene Adressen und die Standardadresse automatisch, in allen Stufen und mit selbsttätiger Verlängerung.
- Jede Veröffentlichung bleibt erhalten: Ältere Stände lassen sich per Klick zurückholen – die zuverlässigste Form der Sicherung, solange keine Datenbank im Spiel ist.
- Grundschutz gegen Überlastung: Regeln zur Zugriffsbegrenzung gehören inzwischen zum Grundumfang; weitergehende Schutzmaßnahmen bleiben den größten Stufen vorbehalten.
- Daten überwiegend außerhalb der EU: Die Grundinfrastruktur liegt in den USA, Auslieferungsknoten stehen weltweit. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag lässt sich abschließen, ersetzt aber keine eigene Prüfung.
- Hilfe nur schriftlich, nur englisch: Im Gratistarif bleibt das Forum, ab der Neun-Dollar-Stufe gibt es bevorzugte Antworten per E-Mail. Eine Telefonnummer existiert nicht.
Netlify Erfahrungen und Bewertungen
Das Urteil fällt zweigeteilt aus: Über das Werkzeug wird kaum geklagt, über die Abrechnung sehr wohl. Auf Fachportalen loben Entwickler die einfache Veröffentlichung, während sich die Kritik fast ausschließlich auf den Kreditverbrauch richtet.
Vier Muster ziehen sich durch die Rückmeldungen.
- Das Veröffentlichen begeistert. Der meistgenannte Vorzug: Änderung einchecken, Sekunden später ist sie live – ohne sich um Verschlüsselung oder Serverkonfiguration zu kümmern.
- Die Kredite sind schneller weg als gedacht. Das ist die häufigste Klage, quer über alle Portale. Ein Nutzer berichtet von einer angehaltenen statischen Seite, die an dem Tag nur er selbst aufgerufen habe.
- Das Anhalten kommt überraschend. Mehrere Schilderungen betonen, die Anzeige im Bedienfeld habe den Eindruck erweckt, alles sei kostenlos – bis die Seite stand.
- Der Teamtarif wird ausdrücklich gelobt. Dass seit April keine Kosten je Zugang mehr anfallen, gilt gerade bei vielen gelegentlichen Beteiligten als deutliche Verbesserung.
Alternativen zu Netlify
- Vercel: Der direkte Wettbewerber mit demselben Ansatz – besonders für Projekte auf Next.js einen Vergleich wert.
- Hetzner: Deutscher Anbieter mit Europreisen und festen Monatsbeträgen – für alle, die eine kalkulierbare Rechnung wollen.
- Cloud86: Klassisches Hosting mit PHP und Datenbank – die Wahl, wenn WordPress laufen soll.
Fazit: Lohnt sich Netlify?
Technisch ist das Angebot ausgereift. Das Veröffentlichen aus dem Code heraus, die Vorschau je Entwicklungszweig, die automatische Verschlüsselung und die weltweite Auslieferung sind Komfort, den Entwicklerteams zu Recht schätzen. Dass der Teamtarif seit April unabhängig von der Personenzahl 20 Dollar kostet, ist für Agenturen eine echte Verbesserung.
Die Abrechnung verlangt dagegen Aufmerksamkeit. Vier Änderungen seit 2022, eine Verdopplung der Kosten je Gigabyte im April und ein Gratistarif, der Seiten ohne Nachkaufmöglichkeit anhält – das ergibt eine Plattform, bei der Sie Ihren Verbrauch kennen müssen, bevor Sie sie einsetzt.
Mein Rat: Nutzen Sie den Gratistarif zum Ausprobieren, aber für nichts, was erreichbar bleiben muss. Rechnen Sie Ihren Monatsverbrauch vorher in Kredite um – zwanzig Veröffentlichungen genügen bereits, um das Gratiskontingent zu leeren. Wer eine feste Monatsrechnung braucht oder PHP einsetzt, ist bei einem anderen Ansatz besser aufgehoben.
Häufig gestellte Fragen zu Netlify
Vier Stufen: Free für 0 Dollar mit 300 Krediten, Personal für 9 Dollar mit 1.000, Pro für 20 Dollar mit 3.000 und unbegrenzt vielen Mitgliedern sowie Enterprise auf Anfrage. Beim Teamtarif lassen sich seit Juli 2026 höhere Kreditstufen bis 20.000 wählen. Abgerechnet wird in US-Dollar.
Die Abrechnungseinheit für alles: Ein Gigabyte Datenverkehr kostet 20 Kredite, eine Veröffentlichung 15, eine Gigabyte-Stunde Rechenzeit 10 und 10.000 Seitenaufrufe 2. Diese Posten addieren sich. Die 300 Kredite des Gratistarifs reichen damit für 15 Gigabyte Datenverkehr oder 20 Veröffentlichungen – nicht für beides.
Alle Projekte des Kontos werden angehalten – auch dann, wenn nur eines das Limit gerissen hat. Besucher sehen statt Ihrer Seite einen Fehlerhinweis, neue Veröffentlichungen sind gesperrt. Im Gratistarif lässt sich nicht nachkaufen; die Seite geht erst zum nächsten Abrechnungsmonat wieder online oder sofort, wenn Sie auf eine bezahlte Stufe wechseln.
Ja. Im April 2026 wurden die Kosten je Gigabyte Datenverkehr von 10 auf 20 Kredite verdoppelt, die für Rechenzeit von 5 auf 10 – bei unveränderter Kreditzahl je Stufe. Dieselbe Stufe kauft seither also halb so viel. Im Gegenzug wurden Formulareingänge kostenlos und die Kosten je Teamzugang gestrichen.
Nein. Konten, die vor September 2025 angelegt wurden, behalten das frühere Modell mit 100 Gigabyte Datenverkehr und 300 Bauminuten. Wer einen älteren Zugang hat, findet also andere Bedingungen vor. Ein Wechsel ins Kreditmodell ist möglich und bringt kostenlose Formulare sowie kostenfreie Teamzugänge.
Nein, jedenfalls nicht im gewohnten Sinne. Es fehlt die Umgebung für PHP-Anwendungen mit Datenbank. Möglich ist der Betrieb nur in einer getrennten Bauweise, bei der die Inhaltsverwaltung woanders läuft und hier nur die Anzeige – das verlangt aber erhebliche technische Kenntnisse.
Nichts – das ist die wichtigste Verbesserung des Jahres. Seit April 2026 gilt der Teamtarif für 20 Dollar unabhängig von der Personenzahl. Vorher wurde je Zugang abgerechnet. Im Gratis- und im Neun-Dollar-Tarif lassen sich allerdings gar keine weiteren Mitglieder aufnehmen.
Zusatzkredite gibt es für 5 Dollar je 500 Stück oder 10 Dollar je 1.500. Bei 20 Krediten je Gigabyte entspricht das rund 13 Cent je Gigabyte. Wichtig: Das Nachladen muss aktiv eingeschaltet werden und ist im Gratistarif gar nicht verfügbar.
Jede Veröffentlichung bleibt als eigener Stand erhalten und lässt sich per Klick zurückholen – das ist zuverlässiger als klassische Sicherungen. Für Daten in einer Datenbank gilt das allerdings nicht; die müssen Sie getrennt sichern, auch wenn der Anbieter inzwischen eine eigene Datenbank anbietet.
Die Grundinfrastruktur liegt in den USA, die Auslieferungsknoten stehen weltweit. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag lässt sich abschließen, ersetzt aber keine eigene Prüfung. Für Projekte mit personenbezogenen Daten ist ein europäischer Anbieter die einfachere Antwort.
Für alles Geschäftliche den Teamtarif für 20 Dollar – nicht wegen der Funktionen, sondern weil dort nachgeladen werden kann und die Seite nicht einfach anhält. Der Gratistarif eignet sich zum Ausprobieren, die Neun-Dollar-Stufe für einzelne kleine Projekte ohne weitere Beteiligte.
Drei Dinge: Rechnen Sie Ihren Monatsverbrauch vorab in Kredite um, achten Sie auf die Warnmeldungen bei 50, 75 und 100 Prozent, und setzen Sie beim automatischen Nachladen eine Obergrenze. Der Anbieter hat 2024 eine Rechnung über 104.000 Dollar erlassen – damals fehlten Ausgabengrenzen völlig.
