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Familiennachzug

Der Familiennachzug beschreibt das Verfahren, in dem Flüchtlinge ihre Familienangehörigen zu sich in ihr Zielland holen dürfen.

Familiennachzug dpa bildfunk

Im Rahmen des Familiennachzugs (auch: Familienzusammenführung) ist es Flüchtlingen nach ihrer Ankunft in einem neuen Land möglich, ihre engen Angehörigen zu sich zu holen. Wer seine Familie nachholen darf, ist im Aufenthaltsgesetz geregelt.

Anspruch auf den Familiennachzug haben anerkannte Asylbewerber, die nachweisen können, dass sie persönlich politisch verfolgt werden. Ihnen steht das Recht zu, die sogenannte Kernfamilie zusammenzuführen. So dürfen Flüchtlinge enge Angehörige wie Ehepartner und minderjährige Kinder nachholen. Bei minderjährigen Flüchtlingen trifft dies auf die Eltern zu. Weitere Familienangehörige wie Großeltern dürfen nur in außergewöhnlichen Härtefällen folgen.

Eine andere Lage besteht bei Flüchtlingen, die unter sogenanntem 'subsidiären Schutz' stehen und demzufolge nur über einen eingeschränkten Schutzstatus verfügen. Diese Menschen sind nicht durch bestimmte persönliche Merkmale wie Religion, Nationalität, politische Einstellung oder sexuelle Orientierung bedroht oder verfolgt, sondern vor Folter, Krieg und Tod aus ihren Heimatländern geflohen. Sie erhalten eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung, die jeweils um zwei weitere Jahre verlängert werden kann.

Im März 2016 beschloss die Große Koalition aus SPD und CDU/CSU, den Familiennachzug für subsidiär Geschützte für zwei Jahre auszusetzen. Die Regelung kurz vor Ablauf dieser Zeit bis zum 31. Juli 2018 verlängert. Seit dem 1. August 2018 ist eine Neuregelung für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus in Kraft, die die Aufnahme von 1.000 Familienangehörigen im Monat ermöglicht. Zudem werden Härtefälle berücksichtigt.

Darüber, ob auch Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus ihre engen Angehörigen zu sich holen dürfen, entspinnen sich in der Gesellschaft kontroverse Debatten. Die Gegner des Familiennachzugs argumentieren, dass Flüchtlinge beispielsweise aus Syrien oder dem Irak Deutschland ohnehin wieder verlassen, sobald in ihrem Heimatland Frieden herrsche, sodass eine Familienzusammenführung in Deutschland nicht sinnvoll sei. Befürworter verweisen hingegen darauf, dass ein Kriegsende in solchen Staaten kaum abzusehen und eine Trennung von Familien unmenschlich sei.

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