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Berlinale

Die Berlinale als eines der renommiertesten Filmfestivals der Welt vereint Premieren fürs Publikum mit einem der größten Branchentreffs der Filmbranche.

Berlinale picture alliance/dpa | Paul Zinken

Die internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale, gehören zusammen mit Cannes und Venedig zu den großen sogenannten A-Festivals. Für den Wettbewerb um den goldenen Bären kommen jedes Jahr Hollywoodstars, Regisseure und Besucher aus der ganzen Welt. Doch das Publikumsfestival bietet noch viel mehr. Aus der einst politischen Berlinale ist inzwischen ein großer Filmmarkt, der European Film Market (EFM), geworden, auf dem die neuesten Filmprojekte gehandelt werden.

Wie begann die Berlinale?

Das Festival, das seit 1978 jeden Februar stattfindet, wurde 1951 in West-Berlin gegründet. Der erste Festivaldirektor Dr. Alfred Bauer eröffnete das Festival mit Alfred Hitchcocks Thriller Rebecca. Ein nach Bauer benannter Preis wird wegen seiner Rolle in der NS-Zeit nicht mehr vergeben. Von 1976 bis 1980 leitete der Filmjournalist Wolf Donner die Filmfestspiele. Die Berlinale wurde für lange Zeit von Moritz de Hadeln (1980-2001) verantwortet, bis Dieter Kosslick das Festival von 2001 bis 2019 leitete. In seine Amtszeit fallen große Erweiterungen. Mit dem Umzug aus West-Berlin hin zu den Kinos am Potsdamer Platz als Festivalzentrum gestaltete sich die Berlinale als Publikumsfestival. Immer mehr Filme wurden in das Festivalprogramm aufgenommen. Nach dem Festival 2019 übernahmen Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek und kündigten eine Konzentration der Berlinale an.

Was gibt es auf der Berlinale zu sehen?

Die Berlinale bildet das komplette Spektrum des Films ab vom Dokumentarfilm über den Spielfilm, aber auch Serienhighlights und historische Filme. Es gibt sowohl künstlerische (Arthouse-)Filme wie vorwiegend kommerziell ausgerichtete Produktionen in sieben Sektionen zu sehen. Im Wettbewerb kämpfen abendfüllende Produktionen um zahlreiche Preise. Die Panorama-Reihe hat sich ungewöhnlichen Independent-Produktionen verschrieben. Im Forum gibt es Dokumentarfilme und experimentelle Filme. Die Reihe Generation nimmt sich Kindern und Jugendlichen an. Dazu kommen die Perspektive Deutsches Kino und die Berlinale Shorts.

Welche Bedeutung hat die Berlinale in der Filmindustrie?

Neben dem European Film Market, einer Einkaufsmesse, in der sich Filmeinkäufer, Produzenten und Vertriebe treffen, ist die Berlinale das Branchenevent des Jahres. Auf zahlreichen Empfängen und Veranstaltungen treffen sich alle Berufsgruppen. Dabei entstehen auch viele neue Filmprojekte.