Sonntagmorgen im Bahnhofsviertel. Was auf den ersten Blick nach einer Bollerwagen-Wanderung zum Heimspiel aussieht, ist eine Verteilaktion der sozialen Kuttenfreunde Frankfurt, kurz SKFF.
„Wollt ihr was zu essen haben? Was zu trinken? Was willst du? Einen Kaffee oder Tee?"
Angeführt wird die Gruppe aus Ehrenamtlern von Jens Meißner, besser bekannt als „Kutten-Paule". Der Fan der Frankfurter Eintracht ist mittlerweile berühmt für seine Kutten voller Aufnäher. Angefangen hat die Liebe für die Adler schon vor 33 Jahren.
„Ich hab mir gedacht, du hast das Wochenende frei, geh doch mal nach Frankfurt ins Waldstadion. So billigste Karte geholt. G-Block fünf Mark. Das war damals, ne? Ja, und ich komme da rein und sehe auf einmal alles Kutten. Ich sag’ meine Welt."
Meisner bekommt seine erste Kutte und wird zum Eintracht-Edelfan. Die Liebe geht so weit, dass er seine Kutte nie wieder ablegen kann.
„Im Endeffekt waren das 13 Tagessitzungen über anderthalb Jahre. Die Leute sehen es ja auch gern. Ich werde auch teilweise angesprochen: ,Machst du mal oberkörperfrei'."
Das Tattoo ist mittlerweile fast fertig. Laut Jens Meißner fehlen nur noch kleine Details. Inklusive Autogramme und Riesenadler auf dem Rücken sieht die Tattoo Kutte aus wie die zum Anziehen und ist eine Ode an den Verein.
„Ich liebe Frankfurt mit all seinen Facetten, mit seiner Eintracht, mit seinem Bahnhofsviertel, mit seinen sämtlichen Vierteln. Die ganze Stadt ist einfach nur Frankfurt. Highlife, das ganze Multikulti. Das gibt es nur in Frankfurt und ich liebe es."
Der „Kutten-Paule" beschreibt sich selbst als Asi mit Herz. Darum verteilt er mit dem SKFF so oft es geht Essen und Getränke im Bahnhofsviertel. Denn kein Dach über dem Kopf zu haben, kennt er selbst .
Doch der gelernte Metzger kommt dank eines Freundes wieder auf die Beine und will jetzt etwas zurückgeben.
„Die Dankbarkeit, die du dann in den Augen siehst, das ist unbezahlbar. Und du weißt genau, es tut gut, Gutes zu tun."