Von wegen Bilderbuch-Familie!: Trauerbuch für Kinder! Jetzt steht Witwe wegen Gatten-Mord vor Gericht
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Kouri Richins schreibt ein Kinderbuch zur Bewältigung ihrer Trauer über den Tod ihres Mannes. Es wird ein Riesenerfolg. Was sie darin logischerweise nicht reinschreibt: Dass die 35-Jährige ihn wohl vergiftet haben soll! In den USA hat jetzt der Prozess gegen die dreifache Mutter begonnen.
Es ist mitten in der Nacht. Kouri Richins hält sich die Hände vors Gesicht und weint, während die Rettungskräfte vor ihr am Boden um das Leben ihres Mannes kämpfen.
Polizist: „Kouri, willst du herkommen? Wie lautet dein Name?“
„Kouri.“
„Lass uns draußen sprechen, damit sie ihre Arbeit machen können.“
„Was ist heute passiert? Ich weiß es nicht, ihm ging es gut, uns ging es gut. Wir haben um neun etwas zusammen getrunken, um etwas bei der Arbeit zu feiern. Dann sind wir sind ins Bett gegangen...“
Was die Beamten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Genau dieses Getränk soll Eric das Leben gekostet haben - und Kouri ist offenbar alles andere als eine besorgte Ehefrau...
Kouri und Eric sind neun Jahre verheiratet, leben im US-Bundesstaat Utah. Sie haben drei kleine Sohne. Die beiden wirken glücklich, erzählt Linda, eine Freundin der Familie.
„Ihre Familie war so schön, alles war perfekt.“
Doch am Abend des 3. März 2022 kommt alles anders. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Kouri ihrem Mann Eric einen Cocktail mixt, den er dann im Bett trinkt.
Sie verlässt den Raum und kommt gegen 3 Uhr nachts zurück ins Schlafzimmer. Sie fühlt, dass Eric kalt ist. Sie stupst ihn an, aber er antwortet nicht. Sie sieht, dass er steif und blass ist. Um 3:21 Uhr wählt Kouri den Notruf, um Hilfe zu holen. Als diese Aufnahme im Gerichtssaal abgespielt wird, zeigt Kouri keine Reaktion.
„Die Adresse des Notfalls?“
„Er atmet nicht.“
„Okay, erzähl mir genau, was passiert ist.“
„Ich weiß es nicht. Ich habe bei meinen Kindern geschlafen. Ich kam ins Bett, drehte mich um, und er war einfach kalt.“
Doch die Rettungskräfte können nichts mehr für Eric tun. Als seine Familie von seinem Tod erfährt, sind sie fassungslos.
„Er hat gesagt: Eric atmet nicht. Eric atmet nicht. Ich habe nur geschrien und bin danach zu Boden gefallen. Das war der schlimmste Tag meines Lebens.“
Doch danach lebt Kouri ihr Leben ganz normal weiter. Etwa ein Jahr später schreibt sie sogar ein Kinderbuch, damit ihre Söhne besser mit dem Tod ihres Vaters zurechtkommen – und es wird ein Erfolg. Damals gibt die Witwe dazu ein Interview im Fernsehen.
„Im letzten Jahr ist mein Mann unerwartet verstorben. Am 4. März ist sein erster Todestag. Er war erst 39 Jahre alt. Es hat uns alle völlig geschockt.“
Die Autopsie ergibt, dass Eric an einer Überdosis Fentanyl gestorben ist. Das führt die Polizei im Laufe ihrer Ermittlungen zu Kouri. Die Polizei wirft seiner Frau vor, die Pillen besorgt zu haben. Denn auf ihrem Handy haben sie Textnachrichten gefunden, die zumindest auf zwei Fentanyl Käufe schließen lassen. Seit Februar muss sich die 35-jährige nun unter anderem wegen Mordes vor Gericht verantworten. Während des Prozesses gibt Kouri's ehemalige Haushaltshilfe Carmen Lauber zu, dass sie ihr die Drogen besorgt hat.
„Haben Sie Kouri Richards nach Erics Tod gefragt?“
„Ja, das habe ich.“
„Was haben Sie sie gefragt?“
„Ich hab gesagt: 'Bitte sag mir, dass diese Pillen nicht für ihn waren.“
Doch warum sollte Kouri ihren Mann einfach so vergiften? Offenbar streitet sich das Paar immer wieder über das Thema Finanzen und Kouri hatte es offenbar auf Erics Lebensversicherung abgesehen.
Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, Kury soll in einem Berg von Schulden versunken sein. Von 4,5 Millionen Dollar ist die Rede. Außerdem soll sie eine Affäre gehabt haben und wollte mit dem neuen Mann zusammen sein.
Die hohen Schulden soll sie durch riskante Kredite unter anderem für Immobilien angehäuft haben. Trotz aller Indizien und Beweise, plädiert die dreifache Mutter auf nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung, droht ihr eine Strafe von mindestens 25 Jahren Haft.
Ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte Kouri Richins ein Kinderbuch, das sie selbst verlegte. Das Buch habe ihren drei Söhnen über den plötzlichen Verlust des Vaters hinweggeholfen, erzählte sie. Jetzt sollten auch andere Kinder profitieren. Nur wenige Wochen später wurde sie festgenommen. Der Vorwurf: die Ermordung ihres Ehemanns, des Vaters ihrer Kinder.
Jetzt hat der Prozess gegen die 35-Jährige, eine Jury aus zwölf Personen wird in den kommenden Wochen über den Fall entscheiden. Die Anklagepunkte reichen von Mord über versuchten Mord, Urkundenfälschung und Hypothekenbetrug bis zu Versicherungsbetrug. Kouri Richins selbst plädiert auf nicht schuldig.

