"Dieser Leichengeruch geht aus nichts mehr raus aus gar nichts mehr." Hier ist vor drei Monaten ein Mensch gestorben und das ist der heutige Arbeitsplatz von Silke Silva und ihrem Team. Die 51-Jährige hat sich vor rund einem Jahr gegen ihren gut bezahlten Job in der IT Abteilung eines Autoherstellers entschieden, weil sie sich eingesperrt gefühlt hat, sagt sie. "Aber jetzt bin ich irgendwie frei und was mir total Spaß macht, Ich kann meine Zeit einteilen, ich gehe raus. Ich sehe am Ende des Tages, was ich geschafft habe," Die Beschreibung der Vorzüge ihres neuen Jobs als Tatortreinigerin klingen erst mal etwas kurios, aber: Für Silke war klar, es soll etwas Handwerkliches sein. Sie absolviert eine Ausbildung zur staatlich geprüften Desinfektorin und wird Tatortreinigerin. "Mich fasziniert was gibt es für Schicksal von Menschen. Mich fasziniert es ,mich mit dem Thema auseinander zu setzten. Bei mir in der Familie ist das so ,meine Eltern haben sich ganz früh damit auseinander gesetzt." Mit Gerüchen hat sie persönlich keine Probleme, zimperlich darf man als Tatortreinigerin sowieso nicht sein. Bei ihrem heutigen Fall ist ein Mann gestorben, die Leiche wurde nach einigen Tagen abtransportiert, aber das Zimmer war jetzt 3 Monate unberührt. Da die Angehörigen das Erbe nicht antreten wollten. "Er ist auf dem Bett verstorben unter dem Bett sieht man schon Körperflüssigkeiten." Ein Verbrechen ist in diesem Fall ausgeschlossen. Silke und ihr Team räumen alles aus, die Sachen werden verbrannt. "Das ist schon irgendwie ein komisches Gefühl, dass man alles, was dem Menschen auch wichtig war, wegschmeißt." Unter dem Bett ist altes Blut was unter das Laminat gelaufen ist. Deshalb muss auch der Boden herausgerissen werden. Wichtig ist ihr anschließend mit ihrem Team über möglicherweise belastende Erlebnisse zu sprechen. Sie ist gerne selbstständig und gerne Chefin. Ihre Botschaft: Es ist nie zu spät sich umzuorientieren.