Männer, die vor Stieren herlaufen. Eine Frau, die es nicht mehr über den Zaun schafft. Es sind Aufnahmen aus dem kleinen 570 Einwohner Örtchen, einer im Südosten Spaniens. Die 64-Jährige versucht, sich noch in Sicherheit zu bringen, als es passiert. Eines der bis zu einer Tonne schweren Tiere löst sich aus der Herde, drängt die Zuschauerin gegen eine Mauer. Stierfeste sind sehr häufig in Spanien, und nicht selten kommt es dabei auch zu Verletzungen oder sogar Todesfällen. Allein 2022 sterben mindestens 15 Menschen. Bei der berühmten Stierhatz in Pamplona wird in diesem Jahr ein Deutscher am Arm aufgespießt. 56 weitere Menschen werden ebenfalls verletzt. Warum bloß hält Spanien an der Tradition fest?
„Es geht ja da auch nicht nur um Tradition, es geht auch um knallhartes Geschäft. Diese Rinderzüchter sind ja auch in der Regel sehr reich, kriegen EU-Subventionen, weil sie die Rinder halt jetzt nicht in der Massentierhaltung halten, egal, wie ihr Tod ist, wie qualvoll das alles ist, dass das noch von unseren Steuergeldern finanziert wird, damit können wir eigentlich gar nicht leben."
Rettungskräfte kämpfen noch um das Leben der 64-Jährigen. Sie stirbt auf dem Weg zum Hubschrauber. Ihr roter Rucksack ist übrigens nicht der Grund dafür, dass der Stier angreift. Rinder sehen die Farbe nur als Grauton. Vielleicht ist es die schnelle Bewegung am Rande, die Panik des Tieres bei so vielen rufenden Menschen. Alle Veranstaltungen wurden hier abgesagt, zumindest für dieses Festwochenende.
Verwendete Quellen: Jam Press, APTN, Reuters