Weiße Zettel auf dem roten Teppich zeigen an, wer wo stehen soll. Dennoch: Bei der Begrüßung von König Charles und Königin Camilla am Weißen Haus muss US Präsident Trump genau hinschauen. Die Stimmung ist gut und bleibt es auch. Drinnen trinkt man Tee zusammen, draußen geht es zu den Bienenstöcken des Weißen Hauses. König Charles lässt seinen Charme spielen. Und genau das ist seine Mission. Schon in der Ankündigung aus dem März steht, die Reise sei on advicee of his Majesty's government, also auf Anraten der Regierung. Londons Kalkül. Der König soll die Wogen in den angeknacksten amerikanisch britischen Beziehungen glätten.
Peter Klein: "Donald Trump, der so gern ein absoluter Herrscher wäre. Er sonnt sich im Glanze des britischen Königshauses. Der Besuch von Charles. Er lenkt so wunderbar vom selbstverschuldeten Schlamassel ab. Trumps unbeliebter Wirtschaftspolitik, den Epstein vieles und vor allem natürlich dem Iran Krieg."
Trump hatte zuletzt wegen der aus seiner Sicht fehlenden Unterstützung im Iran Krieg immer wieder gegen die britische Regierung gefeuert. Small Talk am Abend dann noch auf einer Gartenparty in der britischen Botschaft. Der wohl wichtigste Moment des royalen Besuchs aber ist heute, wenn Charles vor dem US Kongress spricht und alle darauf warten, ob und wenn wie Charles die Probleme zwischen seinem Königreich und den USA anspricht. Und auch ansonsten ist der vier Tagestrip brisant. Die Verwicklungen von Charles Bruder Andrew in den Skandal um den Sexstraftäter Epstein werden ausgeblendet. Und kurz vor Ankunft sorgte das versuchte Trumpattentat für Nervosität bei den Sicherheitsleuten. Es bleibt ein Drahtseilakt.