Sie steht ab heute vor Gericht. Gina H. Seit November sitzt sie in U-Haft.
Anne Kruse, Landgericht Rostock: "Die Anklage wirft der Angeklagten Mord vor. Einmal Mord aus Heimtücke und einmal aus niederen Beweggründen. Das sind die zwei Mordmerkmale, die die Staatsanwaltschaft annimmt."
10. Oktober 2025. Fabians Mutter meldet den 8-Jährigen als vermisst. Vier Tage suchen seine Familie und die Polizei vergeblich nach dem Jungen. Dann findet Gina H die Leiche angeblich ganz zufällig beim Spazierengehen an diesem abgelegenen Tümpel. Später wird bekannt, Fabians Leichnam wurde angezündet, wohl um Spuren zu verwischen.
Harald Nowack, Staatsanwaltschaft Rostock: "Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der hinreichende Verdacht gegen die Angeschuldigte, dass diese am zehnte zehnte den Jungen aus dem Haus gelockt hat, mit ihm zusammen in einem Auto zum späteren Auffindeort gefahren sein soll und ihn dort mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben soll."
Fabians Mutter Dorina hofft, dass es für den grausamen Tod ihres Sohnes eine gerechte Strafe geben wird. An seinem Grab versucht sie, ihm nah zu sein.
Dorina L., Mutter von Fabian: "So gerne gekuschelt. Und ich habe jedes Mal das Gefühl, als wenn er mich wieder umarmt."
Ein Zeuge könnte Gina H im Prozess schwer belasten. Er soll von der Angeklagten zum Tümpel geführt worden sein. Einen Tag, bevor die Polizei den Leichnam findet. Und sie hat mir genau gesagt, wo. Und dann? Ich hatte ja eine Taschenlampe mit. Und dann habe ich diesen Körper da gesehen. Er geht damals nicht direkt zur Polizei, aus Angst, selbst in Verdacht zu geraten. Gina Ha schweigt bislang zu den Vorwürfen. Von der Tatwaffe, Einem Messer, fehlt immer noch jede Spur.
Rüya Kocalevent, Psychologin: "In Untersuchungen konnte nachgewiesen werden Es gibt leider nicht so viel Empirie dazu. Das, was die Wahl der Mittel angeht, ist in erster Linie Waffen oder Messer sind, die Frauen verwenden, wenn sie denn töten und das eben ihre Tatmotive eher im nahen sozialen Feld liegen, also Beziehungstaten darstellen."
Bei Tötungsdelikten sind in nur 10 bis 15 % der Fälle Frauen die Täter. Ist Gina H. also die Täterin? Klar ist der Fall Fabian sorgt für ein riesiges Interesse am Landgericht Rostock. Der Gerichtssaal wurde für die Verhandlung extra umgebaut.
Anne Kruse, Landgericht Rostock: "Das Verfahren hat einen Umfang, der ungewöhnlich groß ist, weil sehr akribisch, sehr genau ermittelt wurde. Wir haben ein Datenvolumen, das ist ja eine elektronische Akte geworden. Das hat über das ganze Wochenende geladen, um das rüber zu spielen. Von der Staatsanwaltschaft."
Bis Juli sind 17 Verhandlungstage angesetzt. Sollte Gina H. verurteilt werden, droht ihr lebenslange Haft.