Heute ist Letizia unsicher, wenn sie auf einen Streifenpolizisten trifft. Das war aber nicht immer so.
Es ist der 8. Oktober 2024. Nachdem ein Streit mit ihrem Ex-Freund eskaliert, rufen Passanten die Polizei. Weil die damals 17-Jährige minderjährig ist, bringen die Beamten sie nach Hause.
Zu Hause angekommen bin ich dann hoch zu meiner Mama und die Mama hat mit einem Beamten geredet."
Der andere Beamte ist Roy U. Er bittet Letizia in ihr Kinderzimmer und behauptet er müsse ihre Verletzungen zu fotografieren.
Und dann meinte er Ich muss auch gucken. Im Bereich meiner Vagina"
Letizia vertraut dem Polizisten und erzählt ihrer Mutter nichts.
Am nächsten Tag ruft Roy U. sie an. Unter einem Vorwand lockt er das Mädchen auf diesen Parkplatz in seinen Privatwagen.
Ich war alleine mit dem Mann im Auto und er meinte, es ist ein ganz normaler abstrich und das müsste so getestet werden und habe ich gegen meinen Willen die Hose runtergezogen./ 00:31:27:08 Im Endeffekt wusste ich, dass da irgendetwas nicht richtig war, war aber wie in Schockstarre und habe einfach getan, was verlangt wurde.
Laut Anklage heißt es später, Roy U. wollte sich mit dieser Tat sexuell erregen.
Erst jetzt erzählt Letizia ihrer Mutter von den traumatischen Erlebnissen. Gemeinsam zeigen sie den Polizisten noch im Oktober 2024 an.
"Im Sommer letzten Jahres war der erste Prozess gegen den damals 54-jährigen Polizeibeamten angesetzt. Allerdings ist er zu diesem Termin nicht erschienen und meldete sich krank. Der Termin konnte nicht stattfinden und zudem hat er dann auch noch einen Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt, der später als unbegründet zurück geworfen wurde.
„Prozessbeobachtern drängt sich der Verdacht auf, dass der Ex-Polizist seine Verurteilung bewusst bis zu seiner Pensionierung hinausgezögert hat.“
Denn diesen März, wenige Tage nachdem der Ehemalige Polizist seine Pension antritt, nimmt Roy U. seine Strafe plötzich an und wird zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Auf seinen Beamtenstatus hat das jedoch keine dienstrechtichen Auswirkungen mehr.
„Das war einfach ein taktisch kluger Zug der Anwältin, zu retten, was für den Kollegen noch zu retten ist.“
"Ich finde das als Gewerkschaft traurig für die Kollegen, weil wir werden alle über einen Kamm geschoren und menschlich finde ich das unter der Gürtellinie. Es ist einfach widerlich. So was darf nicht passieren. Und man kann sich als Polizist einfach nur bei dem Opfer entschuldigen.
Roy U. muss 5.000 Euro an die Staatskasse und 5.000 Euro Schmerzensgeld an Letizita zahlen. Davon hat sie bislang aber laut eigener Aussage gerade 100 Euro gesehen.