Ed Sheeran steht in Philadelphia alleine auf der Bühne. Die Vorband seiner US-Tour haben ihren Auftritt abgesagt, aus Protest gegen den Rauswurf von Rapper Macklemore. Deshalb beginnt Sheeran das Konzert nicht mit Musik, sondern mit einer Entschuldigung an seine Fans.
„Ich musste schwierige Entscheidungen treffen. Und ich mache Fehler. Und das tut mir so, so leid. Ich möchte die Fans nicht enttäuschen, und ich wollte nie ein aktivistischer Musiker sein. Aber dadurch bin ich in eine wichtige und leidenschaftliche Debatte über Meinungsfreiheit und das komplexe politische Thema der Welt geraten."
Sheeran sagt, der Hamas Angriff vom 7. Oktober sei schrecklich gewesen. Zugleich nennt er das Leid der Zivilbevölkerung in Gaza katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig. Auslöser ist der Rauswurf von Macklemore aus Sheerans Vorprogramm. Der US-Rapper hatte bei Konzerten 'Free Palestine' gerufen und seinen Gaza-Protestsong hinaus gespielt. Für den jüdischstämmigen US-Milliardär Robert Kraft aber sind das antisemitische Äußerungen? Er ist Besitzer des Gillette Stadiums und wollte Macklemore dort nicht auftreten lassen. Aus Solidarität zum US-Rapper steigen auch die übrigen Vorbands aus der Tour aus. Vor der jetzigen Show hat sich eine kleine Gruppe pro palästinensischer Demonstranten versammelt. Einige ließen sich das Geld zurückerstatten.
„Als ehemaliger Fan fühle ich mich ziemlich betrogen, denn ich finde, das Richtige zu tun ist stärker und wichtiger als seine Musik. Oder er als prominenter."
Ed Sheeran betont, dass er seine Fans niemals freiwillig im Stich lasse und jeder bei seinen Konzerten willkommen sei. Nach tagelanger Unsicherheit steht fest: seine aktuelle Tour geht weiter, ob mit oder ohne Vorbands.
Verwendete Quellen: Instagram/ teddysphotos, X/ macklemore, Reuters, CNN, APTN