Am Morgen kommen Angehörige zur Unfallstelle. Sie legen Blumen nieder, doch begreifen können sie es nicht.
Vom Stiefbruder des verstorbenen 19-Jährigen habe ich erfahren, dass die Familie erst gegen 23 Uhr von einem Freund von diesem Unfall erfahren hat und daraufhin sofort hierher zur Unfallstelle gefahren sei. Nach seinen Angaben soll der 19-Jährige die Gruppe von insgesamt vier Mopeds angeführt haben. Das Auto sei mit überhöhter Geschwindigkeit frontal in ihn hineingerast.
Das Alter der getöteten Mopedfahrer: 15, 16 und 19 Jahre. Die 14-Jährige stirbt als Beifahrerin. Drei Jungs und ein Mädchen tot. Das lässt hier heute Morgen niemanden kalt.
„Ich bin Vater. Und es trifft einen. Keine Ahnung. Ich stehe total neben der Spur. Ich müsste jetzt eigentlich auch irgendwo auf der Schulbank sitzen. Weiß ich nicht. Also ich weiß nicht. Ich musste herkommen.“
Noch Stunden nach dem Unfall liegt auch das Auto des Verursachers im Graben. Es hat Feuer gefangen und ist völlig ausgebrannt. Der Fahrer, ein 61-jähriger Mann, wird mit dem Hubschrauber schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen.
Der Unfall passiert rund eine halbe Stunde nordöstlich von Berlin, auf der Landstraße zwischen Biesenthal und Wullwinkel. Dort wollte der Fahrer mehrere Autos gleichzeitig überholen, schaffte es aber nicht rechtzeitig und fährt in den Gegenverkehr. Er rammt drei der Mopeds. Der vierte Fahrer kann ausweichen und überlebt unverletzt.
Er wird vor Ort von Notfallseelsorgern versorgt. Genauso wie die Einsatzkräfte nach dem Verkehrsunfall.
„Ein Verkehrsunfall in diesem Ausmaß ist zweifelsohne ein außergewöhnliches Ereignis. Vorbereitet darauf kann man nicht sein. Jeder Polizist, jede Polizistin wird bei solch einer polizeilichen Lage vor besondere Herausforderungen gestellt.“
Die Polizei ermittelt jetzt gegen den 61-jährigen Fahrer wegen fahrlässiger Tötung.