„Wir haben den Terroristen überwältigt. Wer auch immer mich hört: Wir brauchen Hilfe.“
Mit diesem Hilferuf aus einer Boeing 737 Max meldet sich noch während eines Flydubai-Flugs ein Passagier in den sozialen Medien. Vor ihm liegen die beiden Piloten blutüberströmt am Boden. Der Copilot soll im Cockpit mit einem Messer auf den Piloten losgegangen sein. Offenbar wollte er die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen.
Dann beginnt der Kampf. Die blaue Linie auf dem Flugtracker zeigt, wie die Maschine innerhalb weniger Sekunden um etwa 15.000 Fuß absackt – das sind gut viereinhalb Kilometer.
„Wir haben sofort eingegriffen und dem Piloten geholfen. Freunde, jetzt ist alles in Ordnung. Wie ihr seht, landen wir gerade in Saudi-Arabien.“
Der glückliche Zufall: Laut Passagieren sind noch zwei weitere Piloten an Bord. Sie senden die internationalen Notfallcodes 7000 und 7500 zum Boden und bringen die Maschine im saudischen Tabuk sicher runter.
Am Flughafen in Tel Aviv versuchen Angehörige währenddessen, mehr über den Vorfall und den Zustand ihrer Liebsten zu erfahren.
„Meine Familie hat schon meinen Bruder beim Terroranschlag am 7. Oktober 2023 verloren. Meine Schwester war an Bord und stand enorm unter Stress. Sie schrie meine Mutter an, dass sie nicht sterben wolle. Das Flugzeug war voller Israelis.“
Die israelische Regierung spricht von einem versuchten Terroranschlag. Der Copilot soll laut Medienberichten aus dem Oman stammen. Auf Flügen nach Israel dürfen eigentlich nur Piloten aus Staaten eingesetzt werden, die diplomatische Beziehungen mit Israel pflegen. Der Oman gehört nicht dazu.
„Ich habe die Sicherheitsbehörden angewiesen, sich auf weitere potenzielle Bedrohungen vorzubereiten. Wir führen laufende Lagebeurteilungen durch.“
Für die 174 Passagiere ist die Bedrohung zunächst vorbei. Vor etwa einer Stunde sind sie sicher in Tel Aviv gelandet und feiern, dass sie noch am Leben sind.