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Weltweites Sicherheitsproblem: Steht das Internet vor dem Kollaps? IT-Experte ordnet ein
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Unternehmen und Behörden weltweit haben wegen einer Sicherheitslücke zahlreiche Seiten vom Netz genommen. "Die Warnung ist ernstzunehmen", sagt IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug. Im Video ordnet er die Lage am Morgen ein.
„Manuel Atug, IT-Sicherheitsexperte. Schönen guten Morgen. Danke erst mal für Ihre Zeit.“
„Guten Morgen. Gerne.“
„Herr Atug, man spürt die Nervosität im Netz. Die ist heute früh riesig. Wie nah am totalen Kollaps ist das Internet heute früh?“
„Na ja, Kollaps ... Also, es ist ja eine gute Botschaft, dass viele diese Warnung ernst nehmen, die auch wirklich ernst zu nehmen ist, und ihre Systeme, die anfällig sind, vorsorglich vom Internet genommen haben. Das zeigt ja, dass Cybersicherheit so langsam doch in den Geschäftsleitungen und bei den Verantwortlichen verstanden wird. Und das ist ja erst mal ein gutes Zeichen. Es ist ja auch nur temporär, bis der Patch eingespielt ist. Der Patch ist auch schon verfügbar. Insofern sind die Ersten schon wieder online, die gesagt haben: Wir haben das System geprüft, wir haben die Updates eingespielt, es läuft alles stabil und sauber. Und sie sind schon wieder im Netz. Es wird aber noch einige Tage dauern, bis alle anderen nachgezogen haben.“
„Ja, das ist ja dann schon eine gute Nachricht, dass es da Lösungen gibt. Fast 70 Prozent des Netzes laufen über diese Programmiersprache PHP. Da gibt es den kleinen Handwerksbetrieb, den Onlineshop, die Praxiswebsite. Was müssen selbstständige Seitenbetreiber jetzt heute früh als Erstes tun? Beim Webhoster anrufen oder die eigene Seite vielleicht auch erst mal lieber vom Netz nehmen?“
„Also, die Seite ist idealerweise gestern schon vom Netz genommen worden. Falls nicht, sollte man das dringend tun und erst klären, ob der Patch installiert wurde, oder den Patch installieren. Nachgucken: Sind wirklich quasi alle PHP-Versionen der letzten 20 Jahre betroffen? Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, dass man betroffen ist, wirklich sehr, sehr, sehr hoch. Und dann sollte man mit seinem IT-Dienstleister, Webhost-Betreiber, wem auch immer, klären: Ist es gepatcht worden? Dann kann ich in Ruhe wieder weitermachen.“
„Jetzt sagen IT-Behörden auch, die nächsten 24 Stunden seien entscheidend, weil Hacker jetzt diese Lücke ausnutzen könnten. Droht da vielleicht doch in den nächsten Tagen eine Welle von Angriffen?“
„Im Extremfall kann das passieren. Angreifer sind ja auch nur, wie soll ich sagen, faul und genießen die Lücken, die schon da sind. Dann muss man nicht selber umständlich welche finden und die Angriffe bauen. Hier ist die Lücke da. Es ist bekannt, wie man relativ einfach diese Systeme von außen übernehmen kann. Also, man muss wirklich nur ein paar Kommandos hinsenden und dann hat man das gesamte System, den gesamten Server im Zugriff. Das ist der GAU sozusagen. Und genau deswegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass natürlich irgendwelche Tätergruppierungen jetzt darauf aufspringen und sagen: Wunderbar, kann ich angreifen.“
„Erklärt der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug. Vielen Dank!“
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