Sorge, Wut und Trauer. Annemarie, Saskia und Sylvia haben ihre Katzen verloren. Saskia hat es besonders das Herz gebrochen. Kater Louie, das treue Familienmitglied, ist einfach weg. Fassungslosigkeit. Auch zu Hause, wie Saskia erklärt:
“Meine Tochter weint. Selbst mein Mann, der richtig stark ist. Wirklich so ein richtiger Kerl. Selbst der sitzt abends auf dem Sofa und fängt einfach an zu weinen. Und dann nehme ich ihn teilweise ganz doll in den Arm. Muss dann selber total mit weinen.”
Mindestens 14 Tiere sind in den vergangenen Monaten in Holtensen auf rätselhafte Weise verschwunden und teilweise mit Kopf oder Bauchverletzungen tot aufgefunden worden. In 13 Fällen ermittelt die Polizei. Ist hier ein Tierquäler am Werk? Der Tierschutz Göttingen hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Auch die bewertet die Serie inzwischen als auffällig.
Die Verletzungen der getöteten Tiere seien außerdem teilweise nicht mit einem gewöhnlichen Unfallgeschehen zu erklären. Das heißt, auch die Polizei geht davon aus, dass in Holtensen möglicherweise jemand mutwillig Katzen verletzt.
Annemarie, Daniel und ihren Mann hat es besonders hart getroffen. Sie finden ihren Kater Milo tot mit einer Kopfverletzung, Nachdem schon die geliebten Tiere Joko und Timmy von einem Tag auf den anderen verschwunden sind.
“Bei unserem Kater Joker und auch bei Timmy gehe ich eher davon aus, dass er wirklich weg. Richtig weggefangen worden sind und da richtig Schundluder betrieben wird”, erklärt Annemarie.
Und so liegt über dem Viertel ein Schatten. Misstrauen macht sich breit. Sylvias Katze Chanel ist seit Anfang August nicht mehr auffindbar. Sie hat noch zwei weitere Tiere. Eins ist jetzt ständig in der Wohnung, das andere ist aber ein Freigänger.
Sylvia: “Wir gehen ständig vor die Tür oder auf den Balkon und gucken, wo sie ist, wo er ist.”
Fest steht Fast alle toten Tiere wurden in einem Radius von höchstens 500 Metern gefunden. Ihre Tracker lagen in manchen Fällen von den Tierleichen entfernt. Wer macht so was? Experten sagen, Oft sind es Menschen, die sich durch solche Taten am Leben rächen wollen. Und es bleibt oft nicht beim Einzelfall.
“Es gibt nicht den Fall, dass jemand einem Tier schlimmes Leid zufügt. Ja, und dann sagt Jetzt ist das erledigt. Für mich der Antrieb. Der ist nur vorübergehend gestillt und dann entflammt er aufs Neue”, erklärt der Psychologe Dr. Dirk Baumeier.
Und so bleibt Annemarie, Saskia und Sylvia erstmal nur die Hoffnung, dass der Täter gefunden wird. Auch wenn das ihre kleinen Familienmitglieder nicht wieder zurückbringen wird.