Für mehr Sicherheit: Bahn plant Alkoholverbot an Bahnhöfen
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Die Deutsche Bahn will den Alkoholkonsum an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland verbieten. Das Verbot soll bis Oktober 2026 gelten und für mehr Sicherheit sowie weniger Konflikte sorgen.
Es ist vielleicht nicht ganz die richtige Uhrzeit, aber der Sekt oder das Bierchen vor der Abfahrt – für einige ist das vor einer Bahnfahrt ja fast schon eine gute alte Tradition. Aber damit ist jetzt Schluss.
Die richtige Uhrzeit – ich habe auch schon morgens früh Leute am Bahnsteig gesehen, die sich eingewöhnt haben. Die Deutsche Bahn will bis Mitte Oktober an allen Bahnhöfen ein Alkoholverbot einführen. Künftig ist es dann in jedem Bahnhof, auf jedem Bahnsteig, in allen Hallen und auf den Vorplätzen verboten, Alkohol zu trinken.
In Restaurants, Bars und anderen Gastroflächen im Bahnhof bleibt Alkohol aber erlaubt. Die Bahnchefin Evelyn Pfaller erhofft sich dadurch mehr Ordnung und Sicherheit. Wer sich nicht daran hält, riskiert einen sofortigen Platzverweis. Philip Scupin für uns heute Morgen in Berlin. Schönen guten Morgen! Wir haben es gehört: Die Bahn will mit dem Alkoholverbot die Gewalt eindämmen und für Ordnung und Sicherheit sorgen. An einigen Bahnhöfen haben wir ja schon dieses Verbot. Philip, mit welcher Erfahrung da?
Guten Morgen, Sarah. Es gibt nicht wirklich konkrete Zahlen zu vorher und nachher – also wie es vor dem Verbot war und wie danach. Die Bahn sagt zwar, Gewaltdelikte an Bahnhöfen unter Alkoholeinfluss seien deutlich zurückgegangen, aber so richtig mit Zahlen belegen kann sie es nicht. Sie sagt lediglich, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste habe sich verbessert, zum Beispiel in Hamburg, München und Köln an den Hauptbahnhöfen, nachdem ein solches Verbot eingeführt wurde.
Man kann aber darüber streiten, ob das Verbot wirklich zu einem Rückgang der Gewalt führt. Denn Alkohol bleibt ja erlaubt in Bahnhofsgaststätten. Man kann auch schon betrunken in den Zug einsteigen, zum Bahnhof kommen und vor allem auch an Bord weiterhin trinken. Jeder kennt das: Man sitzt im Zug und denkt, der Nebenmann hätte besser fünf Bier weniger getrunken. Das muss man so deutlich sagen. Die Bahnchefin sagt dennoch: Wir brauchen dieses Verbot jetzt. Das Maß ist voll.
Die große Frage ist: Wie will man das überhaupt durchsetzen? Denn jetzt geht es ja wirklich um alle Bahnhöfe.
Das ist tatsächlich die Kernfrage. Die Bundespolizei ist zuständig für die Sicherheit an Bahnhöfen. Und die sagt schon jetzt: Wir sind überlastet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schieben 2,7 Millionen Überstunden vor sich her. Der Aufwand wird jetzt eher größer, wenn an 5.400 Bahnhöfen in Deutschland ein Alkoholverbot durchgesetzt werden muss. Dazu kommen Platzverweise und Hausverbote – das ist ein riesiger Aufwand.
Auf der anderen Seite ist aber auch klar: So ein Verbot schreckt Menschen ab. Und allein wenn es abschreckt, wird es auch zu weniger Alkoholkonsum in den Bahnhöfen führen. Die Bundespolizei sagt außerdem: Jedes dritte Gewaltdelikt findet an Bahnhöfen unter Alkoholeinfluss statt. Wenn künftig einige weniger passieren, dann ist das für uns alle eine gute Nachricht.
Philip Scupin für uns live aus Berlin. Danke dir!
