"Vier minus drei": Zwischen Trauer und Mut – Barbara Pachl-Eberhart verlor ihre ganze Familie
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Es ist der 20. März 2008, als Barbara Pachl-Eberhart auf einen Schlag ihre gesamte Familie verliert. Ihr Mann und ihre beiden Kinder werden in einem Kleinbus von einem Zug erfasst. Die junge Witwe findet ihren ganz eigenen Weg, damit umzugehen.
Ihr Beruf: Clownin. „Du sitzt da in deinem Bettelein.“ Ihre Mission: Schwerkranke Kinder und Demenzpatienten auf Krankenhausstationen zum Lachen zu bringen. Das macht Barbara Pachl-Eberhart viele Jahre beruflich. Auch an dem Morgen, der alles verändern sollte. Diesen Gänsehautmoment zeigt ihr Kinofilm: „Vier minus drei." „Anscheinend gabs nen Unfall beim Bahnübergang mit dem Clownbus. Kannst du schnell schauen ob es allen gut geht?“ „Ich hatte ein Leben nach meinen Träumen und irgendwann ist es vorbei."
Das sind Originalaufnahmen des Unfalls vor 18 Jahren am unbeschrankten Bahnübergang in der österreichischen Steiermark. Der gelbe Clownbus mit dem Barbaras Mann Helli und ihre kleinen Kinder Thimo und Fini an diesem Tag unterwegs sind – völlig zerfetzt. Mit 120 Stundenkilometern rast der Zug in das Auto, wohl, weil der Vater das Lichtsignal übersehen hat. „Der 38-Jährige war vermutlich sofort tot. Seine beiden Kinder, ein sechs Jahre alter Bub und ein drei Jahre altes Mädchen werden beim Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert und müssen vom Notarzt reanimiert werden.“ Beide Kinder sterben im Krankenhaus in Graz.
Beinahe skurril wirkt die Beerdigung im Film auf den ersten Blick, aber genau so war es: Statt einer typischen Trauerfeier veranstaltete Barbara ein Clownsfest. Denn: Auch ihr Mann Helli trug beruflich die rote Nase. Barbara Pachl-Eberhart haben wir schon zwei Jahre nach dem Unfall getroffen. Zurückgezogen hat sich die junge Witwe nie.
Der Film zeigt auch: Gleich nach der Tragödie fing sie an ein Buch zu schreiben. Über den Tag, an dem von VIER Familienmitgliedern nur EINES übrig blieb. Bis heute ist sie aber mehr als eine "Trauernde".
„Trauernde trinken Cola. Auch Trauernde machen sich Sorgen um ihre Frisur, wir sind ganz normale Menschen auch wenn das Schicksal uns eins über die Rübe haut.“
Lachen hilft – als Krankenhaus-Clownin weiß Barbara, wovon sie redet. Heute arbeitet sie auch als Trauerbegleiterin – es ist aber ihre Kunstfigur mit der roten Nase die ihr damals am allermeisten hilft. „Irgendwas in mir hat das übertragen auf: Hey ich hatte nen lieben Mann, ich hatte unglaublich liebe Kinder, ich hatte ein Leben nach meinen Träumen und irgendwann ist es vorbei. Das habe nicht ich zu entscheiden. Und deshalb hat mir der Clown geholfen nicht zu hadern.“ Sondern dankbar zu sein, für das was sie hatte. Und der Film zeigt auch: Vier minus drei ist immer noch EINE. Und diese eine kann weitermachen. Auch mit Humor. Und mit ihrer Familie, die weiterlebt in ihrem Herzen.
