Kinderärztin Bea Merscher ärgert sich schon lange über die aktuelle Politik. Jetzt hatte sie die Chance, diesen Frust auch loszuwerden. Direkt in ihrem Vorstellungsfilm bringt die alleinerziehende zweifache Mutter, Bundeskanzler Merz so richtig auf die Palme: „Warum brechen Sie ihren Amtseid, den Nutzen des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden, und erlassen solche menschenverachtenden, zerstörerischen Gesetze wie das GKV‑Spargesetz?”
Und Merz kontert: „Das ist schon ziemlich harter Tobak. Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Sie unterstellen mir, dass ich hier vorsätzlich – und Sie zeigen dann Kinder – dass ich vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder zerstöre. Und ich muss Ihnen ehrlich sagen, das geht zu weit. Das weiß ich mit Entschiedenheit zurück.“
Wie dem inhaltlich auch sei, es muss eben fair bleiben am Tisch mit dem Kanzler. Bea Merscher liebt ihren Beruf, aktuell ist sie in Elternzeit.
Mehr als 300.000 Menschen folgen der Kinderärztin auf Instagram und schauen ihre Videos, die schon sehr deutlich sind: „Es ist Punkt 12, der Laden – und damit meine ich unser Gesundheitssystem – brennt lichterloh.”
Und auch am Abend bleibt sie bei ihrer Kritik, vor allem an den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen, die sie absolut nicht nachvollziehen kann: „Wieso belasten Sie die 74 Millionen gesetzlich Versicherten in diesem Land? Wo sind die privat Versicherten?”
Friedrich Merz: „Das ist ein Gefühl, aber das entspricht nicht unserem Gesetz. Wir haben in diesem Gesetz alle Beteiligten am Gesundheitswesen, alle mit belastet. Die Pharmaindustrie, die Krankenhäuser, übrigens mit viel Protest der Länder. Wir haben die Ärzte mit herangezogen. Wir haben alle Beteiligten im Gesundheitssystem aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten.”
Der Faktencheck, also die zeitgleiche Überprüfung der Aussagen, fiel übrigens zugunsten von Friedrich Merz aus. Und trotzdem dürfte Bea Merscher oft den Nerv von Millionen Deutschen getroffen haben. Aber die Formulierungen müssen eben auch fair bleiben.