Wir haben's getestet: Cashback boomt! Nur ein Köder oder wirklich eine clevere Spar-Idee?
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Mit Cashback hat er, Familienpapa Heiko von Wittken, in den letzten Jahren stolze 35.000 Euro gespart, sagt er. Bei Möbeln, Kleidung, im Urlaub oder sogar bei Internet-Verträgen. Aber geht das echt so einfach? Gibt's tatsächlich so viel wie versprochen und wo sind die Tücken – wir haben uns diese ganze Geld-zurück-Welt mal angeguckt.
Ich bin der Heiko von Wittken und ich habe mir mithilfe von Cashback ein Depot von über 35.000 Euro aufgebaut. Aus geschenktem Geld mehr machen, das ist das Motto von Heiko von Wittken. So sind beispielsweise die Esszimmerstühle ein Cashbackschnäppchen.
„Ich habe unterm Strich pro Stuhl dadurch 75 Euro sparen können, Also insgesamt 300 Euro für vier Stühle.“
Der Fernseher ebenfalls: „Da habe ich auch online natürlich verglichen, habe dann mit dem besten Preis gefunden und habe im Vorhinein für den Shop Gutscheine gekauft und unterm Strich dadurch 120 Euro gespart.“
Und Cashback funktioniert ganz einfach! Bei Online-Einkäufen wird über spezielle Plattformen nach einem Kauf ein Teil des ausgegebenen Geldes zurückerstattet. Der Aufwand ist übrigens nicht groß dafür, aber es wäre dumm, das liegen zu lassen.
Aber was gibt’s bei Cashback wirklich zurück? Wir machen den Test: Verträge, Reisen und Shopping. Wie viel kann man sparen?
In der ersten Kategorie Cashback beim Shoppen schaut sich unsere Reporterin drei der bekanntesten Cashbackplattformen an: Shopback, TopCashback und Shoop. Alle drei Plattformen erfordern eine einmalige Registrierung und sind sehr ähnlich aufgebaut. Nach Kategorien sortiert kann man aus einer Vielzahl von Cashback Angeboten wählen.
„Ich bestelle jetzt bei allen drei Plattformen in drei verschiedenen Kategorien und ich bin echt gespannt, wie viel Geld ich am Ende zurück bekomme und vor allem wie lange es dauert.“
Über Shopback wählen wir ein Angebot eines Elektromarkts, 2,5 Prozent Cashback und acht Euro Willkommensrabatt für Cashback-Neulinge werden versprochen. Ein Klick auf „Jetzt einkaufen“ und wir werden auf den Onlineshop umgeleitet.
Tipp Nummer eins hier: Cookies müssen immer akzeptiert werden, sonst kann der Kauf später nicht zugeordnet und die Rückzahlungen nicht abgewickelt werden.
Unsere Reporterin kauft einen Staubsauger, eine Pfanne und eine Musikbox. Alle drei Artikel sind bereits reduziert und kosten zusammen 212,99 Euro.
„Und ich hoffe, dass ich jetzt noch acht Euro spare durch dieses Bonusprogramm. 2,5 Prozent Cashback bekomme und hier habe ich ja sowieso schon Rabatt drauf, also dreifach gespart.“
Da Cashback aber erst nachträglich ausgezahlt wird, zahlen wir erst einmal den normalen Preis. Bei dieser Plattform werden wir später allerdings noch auf ein Problem stoßen.
TopCashback funktioniert nach demselben Prinzip. Wir bestellen Sneaker für 85 Euro.
20 Prozent – also 17 Euro – hoffen wir zurückzubekommen. In einem zweiten Onlineshop nutzen wir ein 12-Prozent-Cashback-Angebot. Doch unser registriertes Cashback ist weniger als berechnet. Denn: Cashback berechnet sich häufig aus dem Nettowarenwert. Unser Tipp Nr. 2: Behalten Sie dies immer im Hinterkopf, wenn Sie die Preise vergleichen.
„Ah, jetzt sehe ich hier auch direkt: geschätzte Auszahlung zwölf Wochen. Da muss ich schon Geduld mitbringen.“
Der Grund dafür: Cashback wird erst ausgezahlt, wenn die Widerrufsfrist abgelaufen ist, das Produkt also nicht mehr zurückgeschickt werden kann. Über Shoop bestellen wir in einer Online-Apotheke. Für unseren Einkauf erwarten wir 3,64 Euro Rückzahlung. In den kommenden Wochen werden wir beobachten, ob und wie viel der versprochenen Summen wirklich ausgezahlt werden.
Aber nicht nur beim Shoppen, sondern auch beim Reisen soll man durch Cashback-Angebote richtig sparen können: „Ich habe eine Reise mit einem Cashback-Angebot gebucht und ich frage mich jetzt natürlich, ob ich damit wirklich einen guten Deal gemacht habe oder ob es am Ende einfach nur cleveres Marketing war, auf das ich reingefallen bin.“
Die Reise nach Mallorca hat unsere Reporterin über ein Online-Vergleichsportal gebucht und erst mal den vollen Preis bezahlt. Das Cashback soll sie erst später ausbezahlt bekommen.
Einige Tage vor Abflug wollen wir darüber noch mit Alain Freeman in einem Hamburger Reisebüro sprechen. Für ihn und viele Kollegen ist Cashback zu einem großen Problem geworden. Viele Kunden lassen sich bei ihm beraten, buchen online dann aber mit Cashback. Doch das könnte für Urlauber langfristig sogar teurer werden. Bei all dem geht es nämlich um das Thema Provision! Zum Verständnis: Onlineplattformen bekommen pro Reise schätzungsweise 15 Prozent Provision. Bei einer Reisebuchung von 1.200 Euro wären das also 180 Euro. Während Reisebüros für dieselbe Reise nur zehn Prozent, also 120 Euro, bekämen. Entscheidet sich die Onlineplattform nun, 50 Euro Cashback an die Urlauber auszuzahlen, bleiben immer noch mehr übrig als für Reisebüros.
Dazu kommt: Die häufig beworbenen großen Summen von Cashback-Angeboten sind lediglich der Maximalbetrag, den Urlauber zurückbekommen können. Die Rückzahlung ist vom Reisepreis abhängig. Je günstiger der Urlaub, desto weniger Cashback. Für die Reise nach Mallorca wurden uns 50 Euro Cashback versprochen.
Und ich frage mich jetzt natürlich habe ich da wirklich Geld gespart oder bin ich am Ende einfach nur auf den Marketing-Gag reingefallen? Grundsätzlich gibt es bei Pauschalreisen eine Preisparität. Das bedeutet: Sind Flug, Hotel, Verpflegung und Zeitraum identisch, muss auch der Preis gleich sein, egal ob im Reisebüro, online oder beim Reiseveranstalter selbst. Und das mit dem Cashback ist natürlich ein Goodie, den das Onlineportal hat, dem Kunden anbietet, um ihn dazu zu bewegen, online zu buchen.
Etwa vier Prozent des Reisepreises hat unsere Reporterin durch Cashback gespart. Langfristig könnten Buchungen wie diese laut Alain Freeman allerdings dazu führen, dass Reisen für alle teurer wird. Denn werden mehr Angebote online gebucht, müssen Reiseveranstalter den Onlineanbietern mehr Provision zahlen. Damit bleibt den Veranstaltern immer weniger Gewinn. Um das auszugleichen, könnten sie die Preise langfristig anheben.
Ich bin inzwischen wieder gelandet in Deutschland und jetzt ist tatsächlich auch das Geld wieder auf meinem Konto angekommen. 50 Euro, wie versprochen. Alles, was ich dafür tun musste, war nur im Kundenportal einmal meine Kontodaten zu hinterlegen. Und ganz wichtig vor dem Anreisetag, das stand ziemlich versteckt in den Einlösebedingungen. Also man sollte unbedingt ins Kleingedruckte schauen.
Cashback-Angebote gibt es auch bei der Suche nach einem neuen Internettarif. Unsere Reporterin ist vor kurzem umgezogen und hat einen Internetvertrag abgeschlossen, für den ihr mehrere 100 Euro Cashback versprochen wurden: „440 €. Und die möchte ich mir natürlich zurückholen.“
Aber aufgepasst die Rückzahlung ist an eine Bedingung geknüpft. Man muss die erste Monatsrechnung unbedingt hochladen, sonst gibt’s nichts und die 440 Euro gehen flöten!
Zurück zum Shopping. Für unseren Test haben wir über drei Cashback-Plattformen verschiedene Produkte bestellt. Über TopCashback haben wir Kleidung und Schuhe im Wert von 190 Euro bestellt. Bereits wenige Minuten nach der Bestellung waren in unserem Kundenkonto 24,91 Euro Cashback registriert.
Über Shoop haben wir in einer Onlineapotheke bestellt. Dafür wurden 3,06 Euro Cashback erfasst. Außerdem werden uns fünf Euro als Willkommensbonus gutgeschrieben.
Über Shopback haben wir Technik gekauft. Bestellsumme 212,99 Euro. Wir hatten mit rund 13 Euro Cashback gerechnet. In unserem Kundenprofil steht davon allerdings nichts. Erst durch unsere Anfrage beim Kundenservice wurde das Cashback nachträglich registriert.
Insgesamt konnten wir bei unserem Einkauf durch Cashback-Angebote und Willkommensboni der Cashback-Plattformen 46,29 Euro sparen. Das sind fast zehn Prozent. Nach Deals gucken lohnt sich also, aber Heiko von Wittgen hat hier noch einen wichtigen Tipp: „Zu guter Letzt sollte man auch einfach vielleicht nur das kaufen, was man wirklich benötigt und nicht unnötig Geld ausgeben, weil sonst bringt auch der beste Cashback Deal nichts.“
