Mit ihren vier Kindern wohnt Stephanie Hartel im ersten Stock in diesem Mehrfamilienhaus - ohne Dach, dafür mit Schimmel: "Das war sehr schwarz. Wir mussten selber dafür kämpfen, dass es so wird, wie es jetzt hier auf der Wand ist." Seit drei Jahren lebt die Familie hier auf rund 100 Quadratmetern für 881 Euro warm. Und nicht nur die 42-Jährige hält es kaum noch aus, auch ihre Kinder leiden unter der Situation: "Wir haben das Bett da hingestellt. War alles hier auf der Seite. Wir wissen nicht mehr weiter. Wir geben nur dafür das Geld aus. Für nichts." // "Ich kann keine Freunde mit nach Hause bringen, ohne dass man sich schämt, weil wenn man zu denen nach Hause geht, man sieht ein schönes Haus, man sieht schöne Dinge." Seit der Schimmel da ist, leidet Stephanie Hartel auch an Asthma. Und: durch den Müll vor dem Gebäude werden auch Ratten angelockt. "Wenn man dann die Türen auflässt, fühlen sie sich hier herzlich willkommen." Das Problem: Vor drei Jahren will die zuständige Immobilienfirma das dreistöckige Haus sanieren. Unter anderem soll das Dach aufgestockt werden. Doch der Firma geht nach kurzer Zeit das Geld aus. Der Umbau wird gestoppt und Insolvenz angemeldet. Bis heute leben sie ohne Dach. Durch Regen und Schnee ziehen sich Wasserschäden und Schimmel durch den gesamten Wohnkomplex. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht. Denn wenn Vermieter pleite gehen, sind Mieter oft machtlos. Kann die Stadt helfen? Fehlanzeige. Die Stadt Köln sagt uns: dass es - weil es keinen Ansprechpartner auf Eigentümer-Seite gibt, "... durchaus ratsam ist, auch einen Umzug in Betracht zu ziehen. Dieser Wohnraum muss aber in Eigeninitiative beschafft werden." Auch Stephanie Hartel sieht mittlerweile keinen anderen Ausweg mehr. Sie wünscht sich nur eins: "Eine neue Wohnung. Einfach wieder ein Zuhause haben, wo man sich wohlfühlen kann. Wo man sagen kann, man ist zu Hause. Man kann Besuch empfangen, ohne dass man sich schämen muss. Wir werden hier abgestempelt wie ein Assi Haus. Das macht keinen Spaß mehr hier." Die alleinerziehende Mutter hofft jetzt darauf, auf dem umkämpften Wohnungsmarkt in Köln, mit viel Glück eine bezahlbare Wohnung zu finden. Denn die Hoffnung, dass sich die Situation in diesem Haus nochmal bessert, hat sie mittlerweile aufgegeben.