Weniger Geld = weniger Qualität?: Eigenmarken im Check: Wo ihr richtig sparen könnt – und was überhaupt drinsteckt
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Marken-Shampoo, Waschmittel oder Milchreis kosten teilweise ein Vielfaches ihrer günstigen Doppelgänger. Doch sind Eigenmarken deshalb automatisch schlechter? Unsere Recherche zeigt überraschende Gemeinsamkeiten – und führt uns sogar hinter die verschlossenen Türen einer geheimen Aldi-Testfiliale.
Damit haben wir nicht gerechnet: Der Aldi-Manager zeigt uns eine geheime Test-Filiale.
„Sie wären erstaunt, wenn sie wüssten, welches Geheimnis dahintersteckt. " Ja, wir sind tatsächlich erstaunt, welche Geheimnisse uns der Aldi-Manager verrät. Zum Thema Eigenmarken. Wir alle kennen sie, wir alle kaufen sie. Was steckt drin, wer steckt dahinter ? Die Antwort hat unsere Reporterin unter anderem auf dieser Messe gefunden. Filmen ist da verboten- aber da bieten Firmen den Discountern und Supermärkten an, Noname-Produkte für sie herzustellen. Ja, und welche bekannten großen Marken dazu bereit sind, das hat uns auch erstaunt.
Natürliches Aroma.
Und das ist nicht die einzige Überraschung! Eigenmarken sind billiger und manchmal sogar besser. Wie nah kommen sie den großen Marken wirklich?
Gleiche Schokolade.
Sogar identische Zutaten zum günstigeren Preis. Und die Discounter setzen immer stärker auf ihre EIGENEN Produkte.
Keine Bückware.
Wir bekommen exklusive Einblicke hinter die Kulissen – dorthin, wo zuvor noch kein anderes Kamerateam drehen durfte.
Wir starten unsere Recherche in den Niederlanden.
Größte Messe in Amsterdam, lohnt sich das Geschäft mit den günstigen Alternativen?
Nach knapp 3 Stunden Fahrt kommt Hebah auf dem riesigen Messegelände an. Über 3000 Aussteller aus aller Welt stellen hier ihre Produkte vor, kämpfen bei Supermärkten und Discountern um Millionenaufträge.
Verhandlungen und Gespräche, die NICHT für die Öffentlichkeit gedacht sind:
Doch bevor wir uns ohne Kamera auf der Messe umschauen, treffen wir Manon und Patrick Sieber, seit Jahren recherchieren sie zu Eigenmarken und decken mit ihrer Markendetektive-App die Hersteller dahinter auf.
Die Hersteller stellen Produkte vor, Einkäufer probieren, wie ist der Crunch?
Eigenmarken werden immer beliebter, wächst auch weiter
Hinter den Hallentüren kämpfen Hersteller aus aller Welt um einen Platz im Regal - offizielle Bilder der Messe zeigen: Es wird verkostet, vergleichen und verhandelt. Viele Händler setzen nicht mehr nur auf günstige Preise, sie investieren gezielt in neue Rezepturen und aktuellen Trends. Wie das genau funktioniert dürfen wir uns gleich exklusiv bei einem der größten Discounter Deutschlands anschauen.
Eigenmarken ist unsere DNA
Wie lukrativ ist das Geschäft mit den Eigenmarken?
Fester Bestandteil Umsatz
Wie groß dieser Anteil wirklich ist, wird uns noch überraschen!
Mit Markendetektivin Manon Sieber sind wir in mehreren Discountern unterwegs. Und beim genaueren Hinschauen bemerkt unserer Expertin DAS:
Total auffällig, machen die ganz bewusst
Denn DIESE Verpackungen erinnern stark an bekannte Marken, die wir alle kennen UND Versprechen sogar das Gleiche – vieles wirkt optisch nahezu identisch.
Feierabend schnell vergreifen
Doch sind die Produkte auch in der Preisgestaltung vergleichbar?
Die Eigenmarke kostet hier 1,09€
Das ist fast fünf Mal so teuer! Und das Antischuppen Shampoo?
3-mal so viel
Die Eigenmarke kostet auf den Liter umgerechnet nur 4,48€. Wer sich für die bekannte Marke entscheidet, zahlt stolze 13,74€!
Mithalten
Sind die Inhaltsstoffe in beiden Produkten vielleicht sogar gleich? Das schaut sich unsere Markendetektiv später genauer an.
Manon findet noch eine weitere Überraschung bei den Eigenmarken.
Mehr waschen und Preisersparnis
Das Marken-Waschmittel kostet 6,75€ für 27 Waschladungen, die Eigenmarke nur 2,65€ allerdings für 37 Waschladungen. Heißt, ein Waschgang mit der Marke kostet 25 Cent und nur 7 Cent mit dem Discounter Doppelgänger.
Doch können diese günstigen Marken-Alternativen wirklich mit dem Original mithalten?
Worauf es jetzt ankommt ist das KLEINGEDRUCKTE!
Hauptbestandteile identisch
Die Produkte unterscheiden sich im Detail! So werden z.B. andere Zusatzstoffe und Pflegekomponenten verwendet. Zur Erinnerung:
Preis
Und das Antischuppen-Shampoo.
Egal welches
Hier setzen sowohl das Markenprodukt als auch die günstigere Alternative vom Discounter auf denselben Wirkstoff – zur Bekämpfung von Schuppen und zur Beruhigung der Kopfhaut.
Und wie sieht das bei Lebensmitteln aus? Mit unserer Markendetektivin Manon Sieber schauen wir uns jetzt die Kühltheke an:
Erster Vergleich – Milchreis.
Selber Hersteller
Und warum da bewusst drauf verzichtet wird, erfahren wir gleich exklusiv von einem Süßwarenfabrikanten der beides herstellt!
Kann der Milchreis von der Eigenmarke unsere Expertin überzeugen?
Mehr Reis und natürliches Aroma
Und auch hier steht die günstige Eigenmarke direkt NEBEN der Marke, die das doppelte kostet!
Auch diese beiden Buttervarianten kommen aus der GLEICHEN Molkerei! Die Marke kostet fast 3-mal so viel!
Mit ihrer kostenlosen Markendetektive-App, die wir uns alle runterladen können, scannt Manon direkt vor Ort ein beliebiges Produkt ein und erfährt:
Frosta mit Käse und Quark
Ob das einen Aufpreis von 100% wert ist, entscheidet am Ende der Kunde selbst!
Zurück zu unseren Doppelgängern: Dürfen Eigenmarken optisch so sehr an Markenprodukte erinnern?
Wesentliche Unterschiede
Wir haben die großen Unternehmen gefragt, wie sie das denn finden:
Unilever, der Hersteller von Axe, schreibt sinngemäß:
Qualität steckt nicht im Logo, sondern im Produkt.
Und Procter und Gamble, die unter anderem Head and Shoulders produzieren, antwortet:
„Wenn Produkte unseren Originalen ähneln, sehen wir dies zunächst einmal sportlich und setzen auf die herausragenden Produkteigenschaften und die besondere Qualität unserer Marken. Wenn wir allerdings den Schutz des Markenrechts klar verletzt sehen, leiten wir umgehend rechtliche Schritte ein.“
Unsere Markendetektivin empfiehlt:
Tut nicht weh, mal probieren
Viele Kunden vermuten hinter Eigenmarken anonyme Fabriken, tatsächlich entstehen viele Produkte bei bekannten Unternehmen, welche das sind, wird uns noch überraschen.
Wir sind in Mülheim an der Ruhr. Hier sitzt die Zentrale einer der größten Discounter Deutschlands.
Wir treffen Simon Gelzer, er arbeitet seit 26 Jahren für ALDI SÜD und ist Geschäftsführer im Bereich Einkauf. Mit seinem Team entscheidet ER welche Produkte ins Sortiment aufgenommen werden.
Heilige Hallen, nur Mitarbeiter
Ein Blick hinter die Kulissen, den Aldi Süd zuvor niemanden gewährt hat. Als erstes Kamerateam dürfen wir hier drehen:
Klassischer Aldiladen
Denn hier wird nichts dem Zufall überlassen. ALDI Süd testet bis ins kleinste Detail, wo jedes Produkt im Regal die größte Aufmerksamkeit bekommt.
Bei Aldi Süd spielen die Eigenmarken eine zentrale Rolle – auch für den wirtschaftlichen Erfolg.
Eigenmarke sind unsere Kern DNA, seit 60 Jahren
Das Image der Eigenmarken hat sich in den letzten Jahren stark verändert.
No Name Produkte
Und das soll auch der Kunde merken.
Keine Bückware, sind ebenbürtig
Und auch hier sehen einige Eigenmarken großen Marken sehr ähnlich.
Inspirieren und überlegen was gut ankommt
Auf den Kilo hochgerechnet zahlt der Kunde bei der Eigenmarke 8,51€, für das Markenprodukt fast das doppelte – 15,08€. Wie kann das sein?
Werbung
Pringles investiert weltweit angeblich ca. 90 Millionen Euro im Jahr allein in Werbung.
Doch wie vergleichbar sind die Produkte?
Vergleichbar
So soll dem Kunden die Wahl bleiben, für welchen Artikel er sich entscheidet.
Mehr Eigenmarken
Rund 80 Eigenmarken gehören inzwischen zum Sortiment von Aldi Süd. Darunter Namen wie Milsani, Lacura, Tandil, Sweetland – insgesamt 1800 verschiedene Artikel, kein anderer Lebensmittelhändler hat einen höheren Eigenmarkenanteil.
Klassiker in der Hand, seit Jahrzehnten
Werden erstaunt, wer die Produkte für uns produziert
Und den Hersteller kennen wir ALLE! Doch Aldi Süd verzichtet bewusst darauf, den auf der Verpackung kenntlich zu machen!
Vertrauen in Eigenmarke
Dass ausgerechnet hinter einer Aldi Süd Eigenmarke ein traditionsreicher Markenhersteller steckt, damit rechnen die wenigsten.
Wir sind in Aachen. Hier sitzt einer der größten Gebäckhersteller Deutschlands – Lambertz!
Seit 1688 weltbekannt für Printen, Lebkuchen und Weihnachtskeksen.
Wir sind verabredet mit Herrn Dr. Hermann Bühlbecker und dürfen in einen Bereich, den sonst nur Mitarbeiter sehen.
In den 70er Jahren wagt Hermann Bühlbecker einen mutigen Schritt.
Hab mir die Frage gestellt, wie wird die Zukunft aussehen?
Und bin dann selbst zu Aldi…
Und wie reagiert der Discounter?
Wenn ihr gleiche Qualität liefert, dann würden wir uns freuen.
Eine Idee, die sich bis heute auszuzahlen scheint. Und dafür verhandelt auch er auf der größten Messe für Eigenmarken um große Aufträge. Uns verrät der Unternehmer gleich wie viel Umsatz er mit den Eigenmarken tatsächlich macht!
Doch jetzt wollen wir erstmal wissen: Werden Eigenmarken hier anders behandelt, weil sie günstiger sind? Wir dürfen uns die laufende Produktion anschauen.
Sowohl Weihnachtsprodukte als auch andere
Während draußen noch Sommer ist, läuft hier die Weihnachtsproduktion auf Hochtouren.
Kühlung für Schokolade
Unterschiede gibt’s aber je nach Kundenwunsch in der Veredelung:
Nüsse
Aber wie sieht das bei den restlichen Inhaltsstoffen aus?
Martin Eschweiler ist seit 20 Jahren Produktionsleiter und verantwortet die Qualität aller Produkte!
Kein Unterschied
Heute werden für Aldi Süd auch die Dominosteine hergestellt. Und warum die so viel günstiger beim Discounter sind, hat einen simplen Grund:
3,5 Millionen
Günstig an Verbraucher
Und das obwohl nach der maschinellen Massenproduktion die Qualität von Menschenhand geprüft wird.
Handarbeit
Für das Unternehmen Lambertz bedeutet die Eigenmarke vor allem: langfristige Partnerschaften und wirtschaftliche Sicherheit. Und daraus entstehen oft neue Produktideen, die auch der eigenen Marke nutzen.
Idee vom Einkauf, haben wir übernommen
Und genau dort lässt sich sparen, ohne auf die Qualität zu verzichten!
Daseinsberechtigung
Doch wie sehr lohnt sich das Geschäft mit den Eigenmarken?
50% Umsatz
Eigenmarken sind längst mehr als nur günstige Alternativen. Sie stehen heute ganz selbstbewusst neben den Markenprodukten im Regal. Brauchen sich hinter den großen Marken nicht verstecken. Für unseren Einkauf heißt das: Nicht nur auf große Markennamen achten, denn oft stecken hinter Eigenmarken dieselben Hersteller! So sparen Sie beim Preis ohne auf Qualität zu verzichten.
