Kackfluencer Thomas im Interview: „Die Schüssel der Wahrheit" testet gemeinsam mit RTL die Münchener Toiletten!
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Thomas ist Klo-Kritiker und der Mann hinter dem TikTok-Account „Die Schüssel der Wahrheit". Mit strengen Bewertungskriterien besucht der Unternehmensberater deutschlandweit öffentliche Toiletten und teilt sein Urteil in den sozialen Medien – eine Mission, die immer mehr Follower nach sich zieht! Wir wollten wissen, was hinter Thomas’ Erfolgskonzept steckt und haben gemeinsam mit ihm die Münchener Toiletten unsicher gemacht. Wie die Kritik des Schüssel-Checkers ausfällt und wie es überhaupt zu diesem skurrilen Account kommen könnte, seht ihr im Video.
Dieser Mann hat eine ungewöhnliche Leidenschaft. Er tut es im Kaufhaus.
Thomas: „Das ist mein absoluter Favorit wieder. Das gibt klar einen Pluspunkt.
Er tut es im Fast-Food-Restaurant.
Thomas: „Lang und heftig – genau, wie wir es brauchen.“
Und sogar in der Pizzeria.
Thomas: „Jetzt gehen wir ans Waschbecken. Oh, das sieht nach kaltem Wasser aus. Ja, ist es auch – und es spritzt.“
Dieser Keramikkritiker ist zur Zeit der Senkrechtstarter im Netz. 18 Millionen Klicks auf Instagram – und das nach nur zwölf Wochen. Seine Berufung: Toiletten testen. Vor dem selbst ernannten Schüsselchecker ist deutschlandweit kein Klo mehr sicher – vom Möbelhaus über die Flugzeugtoilette bis zum noblen Fünf-Sterne-Hotel.
Thomas: „So, jetzt scheißen wir endlich im ‚Vier Jahreszeiten‘ in Hamburg.“
Sein derber Charme ist sein Markenzeichen.
Thomas: „Wir haben keine Musik, aber ganz ehrlich: Bei diesem Design scheiß ich auf Musik.“
Wir nehmen das skurrile Erfolgskonzept heute unter die Lupe und treffen den Mann, bei dem Optik und Ausdrucksweise einen gewissen Gegensatz erzeugen.
Thomas: „Ich bin Thomas, der Mann hinter der ‚Schüssel der Wahrheit‘.“
Vor unserem gemeinsamen Toilettenstreifzug haben wir Thomas im Trockenen besucht. Jetzt mal ganz von vorne, bitte. Wie kommt ein hauptberuflicher Unternehmensberater darauf, online Klos zu bewerten?
Thomas: „‚Die Schüssel der Wahrheit‘ ist in der Tat durch eine Wette mit meinem Sohn entstanden. Und zwar hat mein Sohn TikTok-Videos geschaut und ich habe gesagt: ‚Weißt du, es ist so einfach in der heutigen Zeit TikTok-Star zu werden.‘ Und er sagt zu mir: ‚Auf gar keinen Fall Papa!‘ Und dann ist eine Wette entstanden, wo ich ihm gesagt habe: ‚Ich überlege mir eine Art von Content, stelle den hoch auf meinen TikTok-Account und dann werde ich TikTok-Star.‘“
Wetteinsatz 20 Euro. Weil Papa und Sohn gerade Urlaub in einer Therme am Bodensee machen, filmt Thomas spaßeshalber die dortige Toilette, kommentiert sie süffisant und stellt das Video online.
Thomas: „Sehr positiv zu bewerten. Dreilagiges Toilettenpapier und lauwarmes Wasser. Eine glatte 8/10.“
Sohn Noel war zu Beginn übrigens Papas größter Kritiker.
Noel: „Ich dachte am Anfang: ‚Du bist komplett überheblich und arrogant und übertreibst.‘“
Doch dann passiert, womit niemand rechnet.
Thomas:“ Die Wette war, dass ich innerhalb von acht Stunden 1.000 Views und 50 Likes bekomme. Das war die Ursprungswette. Also am anderen Morgen haben wir dann nachgeschaut und ich habe gesehen: 250.000 Views. Und ich glaube 10.000 Likes. Habe dann Noel geweckt, habe gesagt: ‚Noel, schau mal!‘“
Noel: „Hätte ich nicht erwartet.“
Und wissen die Schulkameraden, was Papa online so treibt?
Noel: „Ja.“
Thomas: „Shit. Ich kann nie wieder zum Elterntag, das weißt du.“
Noel: „Ja.“
Thomas: „Folgen die mir auch?“
Noel: „Natürlich.“
Thomas: „Echt? Geil. Ich musste mal Autogramme geben. Das war auch geil. Also vor der Schule.“
Genug gequatscht. Ran an die Arbeit bzw. an die Schüssel. Was steht denn heute auf dem Plan?
Thomas: „Ich bin heute direkt am Marienplatz und ich gehe heute scheißen, hier in München. Und zwar in München-City, in verschiedensten Locations.“
Und wir dürfen dabei sein. Also nur bis zu einem gewissen Punkt natürlich. Welches Klo knüpfen wir uns denn als Erstes vor?
Thomas: „Jetzt teste ich in den öffentlichen Bereichen eine Toilette. Und da habe ich noch keine guten Erfahrungen gemacht. Frankfurter Hauptbahnhof war eine reine Katastrophe aus hygienischer Sicht.“
Thomas: „Oh, ich ahne Böses. Schaut euch bitte diese widerliche Kabine an.“
Thomas: „Und ich bin heute sehr gespannt, was mich da unten erwartet.“
Ob die Münchner U-Bahn-Toilette besser abschneidet? Hoffentlich gibt das keine unterirdische Bewertung. Was genau verrät uns dieser Blick?
Thomas: „Dieser Blick verrät uns, dass meine Nase gerade jetzt schon Pipi riecht, obwohl wir ein Stockwerk höher sind, als wir sollten.“
Hierbei handelt es sich übrigens um eine sogenannte betreute Toilette. Kostenpunkt 1,5 Euro.
Thomas: „Schon einmal gut. Sehr geräumig. Willst du mit rein? Weil dann kannst du auch mal das hier testen. Die Kabine ist unten und oben geöffnet – ein akustischer Super-GAU. Bürste hängt auf halb acht. Für den öffentlichen Bereich – habe ich schon schlechter gesehen. So, das ist okay. So, super.“
Wir lassen WC-Inspektor Thomas in der Kabine jetzt mal kurz alleine und zeigen euch währenddessen ein paar Themen-Bilder. Und wie war es?
Thomas: „Besser als gedacht. Viel besser als gedacht. Es war wirklich, würde ich sagen, sogar eine sieben bis acht von zehn Schüsseln, die ich vergeben würde.“
Als Klo-Inspektor der Herzen bekommt Thomas auch regelmäßig Damen-Post. Liebesbriefe sind das allerdings nicht.
Thomas: „Frauen schreiben mir auch sehr, sehr viel. Ich sollte Damentoiletten unter die Lupe nehmen, weil da sei es viel, viel schlimmer als bei den Herren auf der Toilette.“
stern-TV-Reporterin Nadja Pia Wagner: „Machen wir jetzt mal.“
Thomas: „Machen wir jetzt mal!“
Wir, das sind Thomas und stern-TV-Reporterin Nadja Pia Wagner, die sich dem Projekt Damenklo nun investigativ und furchtlos stellt.
Und wie war's?
Nadja Pia Wagner: „Das ist wirklich keine schöne Erfahrung gewesen gerade. Es gab kein einlagiges, kein zweilagiges und auch kein dreilagiges Toilettenpapier. Es gab kein Toilettenpapier. Da würde ich – 3/10 nach deiner Bewertung.“
Thomas: „Trotz dessen, dass es Geld gekostet hat.“
Nadja Pia Wagner: „Ja, 0,60 €. Ich bin ja eine Frau, ich darf das sagen. Frauen sind Schweine.“
Autsch. Sag mal, Thomas, wann gibts bei dir denn eigentlich mal eine zehn von zehn?
Thomas: „Also, wenn es 10/10 sind, dann muss wirklich alles perfekt sein. Also das ist die Hygieneansicht, die Sauberkeit, der Geruch. Ich liebe Hintergrundmusik. Also das ist für mich ganz, ganz wichtig. Da kann ich mich extrem gut entspannen.“
Und so sieht's aus, wenn wirklich alles stimmt. Es folgen Thomas tadellose Top-Toiletten. Platz drei: Café Reichard am Kölner Dom, mit tollem Design und milchig werdenden Glaskabinen.
Platz zwei: Designhotel Cool Mama in Salzburg. Das Motto: Weitblick.
Thomas: „Scheißen im 13. Stock bei dieser Aussicht.“
Und jetzt Platz eins in München.
Thomas: „Heute wird auf Premiumniveau geschissen, und zwar im Fünf-Sterne-Luxus-Designhotel Andaz. Was für ein geiles Design. Hier riecht es gut. Hier sind die Temperaturen perfekt. Du könntest vom Boden essen.“
Na, besser nicht. Mit stern TV testet sich Thomas vergnüglich weiter durch die Münchener Kloszene, nimmt im Wirtshaus die Spritzer vom Vorpinkler unter die Lupe und gibt sich blasmusiktechnisch noch mal die volle Dröhnung. Servus!
Thomas: „Aufgefallen ist, dass wir in der gesamten Münchner Innenstadt nur einlagiges Toilettenpapier haben. Das ist für mich ein absolutes No-Go, weil wenn ich das einlagig benutze, dann reißt das Toilettenpapier und der Nutzer faltet es immer, entweder zwei oder dreilagig. Anders geht es gar nicht. Das heißt, der Gastronom oder der, der es zur Verfügung stellt, hat nichts gewonnen mit einem Einlagigen – ganz im Gegenteil.“
Scharfsinnig – und dafür wird Thomas von seinen Followern gefeiert als: „Ehrenmann.“
Follower: „Danke für deine Aufklärungsarbeit.“
Was als spaßige Wette begann, gewinnt zunehmend an Ernsthaftigkeit.
Thomas: „Meine Follower geben ganz, ganz viele Tipps, wo ich hingehen soll. Wo ich letztendlich dann auch testen soll. Da habe ich hunderte von Anfragen. Das Zweite ist, dass ich richtige Dankesschreiben bekomme von Menschen, die sich bedanken, weil sie die Angst verlieren, in öffentlichen Bereichen auch ihr Geschäft zu erledigen. Und das ist wirklich ein ernstes Thema geworden inzwischen.
Follower: „Ich muss wirklich sagen, dass du mein Leben um 180 Grad gewendet hast. Ich habe keine Angst mehr, in öffentlichen Räumen zu scheißen.“
Aufgrund seiner Videos haben bereits einige Toilettenanbieter ihre Sanitäranlagen deutlich verbessert. Hier im Münchener El Gaucho war Thomas bereits vor einiger Zeit undercover. Die Bewertung damals schon richtig gut. Gab's denn heute was zu meckern?
Mitarbeiter von El Gaucho: „Servus.“
Thomas: „Servus“
Restaurantleiter Gerhard Stadtler: „Na, wie war es auf der Toilette? Alles gepasst bei dir?“
Thomas: „Gut. Also designtechnisch habt ihr eine der schönsten Toiletten in München, muss ich sagen. Aber was mir fehlt: Temperatur. Also, die Toilettenheizung ist nicht an und ein bisschen Musik. Ihr habt überall Musik. Aber da unten hat es mir gefehlt. Das wäre noch cool. Da entspanne ich einfach viel, viel mehr.“
Restaurantleiter Gerhard Stadtler „Werden wir beim nächsten Mal aufdrehen, lauter machen.“
Thomas: „Super.“
Thomas hat mittlerweile also echten Einfluss und sogar einen eigenen KI-generierten Schüssel-Checker-Song.
Aus dem Spaßformat wird ein ernst zu nehmendes Business. Immer häufiger bekommt Thomas Buchungsanfragen, so zum Beispiel bei ATU.
Thomas: „So, heute scheißen wir bei ATU in München. Ich bin zweimal im Jahr hier. Es ist immer alles picobello, muss ich sagen und ich bin sehr zufrieden. Okay, es riecht gut, es ist sauber. Hier steht ein bisschen Reinigungsmittel. Das finde ich jetzt nicht so cool, muss ich ganz ehrlich sagen.“
Toiletten testen gegen Bezahlung. Ist das überhaupt noch authentisch?
Thomas: „Zu 100 % authentisch! Warum? Weil ich im Briefing ganz klar gesagt habe: Ich werde mich nicht verstellen. Ich werde es so bewerten, wie die Toilette auch ist und dass es keine gekauften Bewertungen gibt. In aller Regel gehe ich dann unangekündigt rein.“
Sein großer Traum: Einmal Toiletten testen in Dubai und Tokio. Vorher wäre da aber in München noch eine Sache zu erledigen.
Thomas: „Da habe ich einen User, der wirklich hartnäckig, seit ich Videos mache, immer wieder auf meiner Page postet, dass ich dieses Café endlich besuchen soll.“
Diesem Wunsch kommen wir natürlich gerne nach. Und ja, es gibt noch Hoffnung am Münchener Toilettenfirmament.
Thomas: „Zweilagiges Toilettenpapier.“
