Nur ein Guckloch war freigeschaufelt

"Praktisch null Sicht": Polizei erwischt Mann in komplett zugeschneitem Auto

Mit diesem zugeschneiten Wagen war der Autofahrer im schottischen Dundee unterwegs.
Mit diesem zugeschneiten Wagen war der Autofahrer im schottischen Dundee unterwegs.
© ActionPressSWNS FOTO

12. Februar 2021 - 15:46 Uhr

Schneeauto-Fahrer erntet Spott – und wird angezeigt

Vorm Losfahren ist erst mal Scheibenkratzen angesagt, wenn das Auto voll Schnee und Eis ist – ein klarer Fall? Offenbar nicht für jeden. Denn ein Autofahrer im schottischen Dundee dachte gar nicht daran, sich die Mühe zu machen und fuhr einfach los. Dafür erntet er Spott von der Polizei sowie in den sozialen Medien – und kassierte wegen der gefährlichen Aktion eine Anzeige.

Schottland: Wagen sah aus wie ein riesiger Schneehaufen

Auto zugeschneit Dundee
Die Polizisten konnten bei diesem Anblick nur mit dem Kopf schütteln.
© ActionPressSWNS FOTO

Die Polizisten stoppten den Fahrer am Donnerstag in seinem Fahrzeug, das eher wie ein Schneehaufen als wie ein straßentaugliches Auto aussah, berichtet die BBC. Der Mann sei "praktisch mit null Sicht" gefahren, erklärten die Beamten. Dies sei der "so ziemlich krasseste Fall mangelnder Vorbereitung", den sie je erlebt hätten. Tatsächlich ist auf Fotos zu sehen, dass sich der Fahrer offenbar nur ein kleines Guckloch auf der Windschutzscheibe freigeschaufelt hatte.

"Ein Wunder", dass niemand zu Schaden kam

"Unsere Beamten konnten echt nicht glauben, was sie sahen", erzählte Greg Burns von der Polizei bei BBC. Dass dabei niemand zu Schaden kam, sei schlicht "ein Wunder". Zur Verwunderung kommt Unverständnis über die gefährliche Aktion. "Dieser Mann hat sich und andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger einem hohen Risiko ausgesetzt", sagte Burns.

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Vernichtendes Urteil in sozialen Medien

Unter einem Facebook-Post der schottischen Polizei finden sich zahlreiche vernichtende Kommentare zum Fahrer des Schneeautos. Er sei wohl "Letzter in der Schlange gewesen, als die Gehirne ausgeteilt wurden", glaubt ein User. "Ich dachte erst, das sei ein Scherz", schreibt ein anderer. Viele fragen sich, wie so jemand überhaupt einen Führerschein besitzen könne.

"Manchmal glauben wir, auf unseren Straßen schon alles gesehen zu haben", schreibt die Polizei. "Aber es gibt immer wieder etwas, das uns ungläubig den Kopf schütteln lässt."

Der Autofahrer wurde wegen gefährlichen Fahrens angezeigt. Und nimmt sich beim nächsten Mal hoffentlich die Minute, um den Schnee von den Scheiben zu wischen.

In Deutschland mit zugeschneitem Auto unterwegs – das kostet

Eiskratzen am Auto
Wer sein Auto nicht von Eis und Schnee befreit, muss mit einem Bußgeld rechnen.
© imago images/Eibner, Fleig / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auch in Deutschland reicht es nicht, die Fenster des Autos nur so freizukratzen, dass man gerade eben durchgucken kann. Alle Scheiben müssen komplett sauber sein, ebenfalls Scheinwerfer, Rücklichter, Blinker und die Kennzeichen. Sonst droht ein Bußgeld. Auch das Dach muss vom Schnee befreit werden, weil dieser als ungesicherte Ladung angesehen werden kann. Und diese Ladung kann beim Bremsen nach vorne rutschen und dem Fahrer die Sicht versperren.

Wer nur ein Guckloch freikratzt, zahlt laut "bussgeldkatalog.org" mindestens zehn Euro Strafe. Ist noch Schnee auf dem Autodach, werden 25 Euro fällig. Ein zugeschneites Kennzeichen kostet fünf Euro. Und es ist auch verboten, den Motor warmlaufen zu lassen. Wer's trotzdem macht, wird mit zehn Euro zur Kasse gebeten.