Kein Urlaub wegen Pleite?Reiseveranstalter FTI insolvent – was wird aus dem Sommerurlaub?
Diese Meldung schockierte heute vor allem viele Urlauber: Der drittgrößte Reiseveranstalter Deutschlands FTI ist pleite. Nach gescheiterten Verhandlungen am Wochenende hat der Konzern heute Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 11.000 Mitarbeiter, aber auch viele verzweifelte Reisende.
Krise schon länger im Anflug
FTI ist schon seit längerem ein Sorgenkind der Branche. Während der Pandemie wurde das Unternehmen mit fast 600 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds unterstützt. Davon hat der Reisekonzern nur einen Bruchteil zurückzahlen können. Die Bundesregierung hat erneute Hilfen abgelehnt. Und auch der Deal mit einem Investor konnte die Pleite nicht mehr verhindern.
Folgen für Urlauber
Schon ab morgen bleiben Urlauber wahrscheinlich am Boden – der Großteil der gebuchten Reisen wird wohl storniert. Zumindest finanziell können viele FTI-Kunden aufatmen:
„Als Pauschalreisender bin ich ziemlich gut gegen die Insolvenz abgesichert. […] Es gibt den sogenannten Deutschen Sicherungsfonds, der in diesem Fall hier einspringen würde. Das heißt, wenn Leistungen der Reise ausfallen oder viel-leicht auch die ganze Reise, dann kann man hier direkt Ansprüche anmelden.", so Nicole Mutschke, Anwältin für Reiserecht.
Reisende zahlen drauf
Vier bis sechs Wochen kann es dann dauern, bis das Geld zurück auf dem Konto ist. Eine echte Entschädigung für den gestrichenen Urlaub ist das für viele aber nicht. Denn eine Ersatz-Reise zum selben Preis wird es gerade für die Sommerferien wohl nicht mehr geben. Marija Linnhoff vom Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros hat trotzdem tröstende Worte:
„Wichtig ist: Die Menschen, die für ihren Urlaub gespart haben und auch in Urlaub fahren wollen, sollten da jetzt wirklich nicht verzagen. […] Ich gehe davon aus, dass durch die freiwerdenden Kapazitäten von FTI jetzt das Last Minute Geschäft angekurbelt wird. Und Last Minute bedeutet ja nicht, dass es teuer ist, sondern eben günstiger wird. Es wird vielleicht nicht ganz so günstig, wie es bei FTI gewesen ist. Das kann ich im Moment ganz schwer beurteilen, aber ich denke so 5 bis 10% Preissteigerungen werden schon sein."
Einige werden durch die Pleite aber in die Röhre gucken. Denn wer beispielsweise nur das Hotel über FTI gebucht hat, geht leer aus. Bisher sind nur Pauschalreisen durch den Deutschen Reisesicherungsfonds abgesichert.


































