„Das ist weit vom minimalen Respekt entfernt“

Besch*** Benehmen: Darum flog Assange aus Ecuadors Botschaft

12. April 2019 - 21:45 Uhr

Nach sieben Jahren vor die Tür gesetzt

Sieben Jahre lang war Julian Assange Gast in der Londoner Botschaft Ecuadors, ehe ihn das südamerikanische Land am Donnerstag vor die Tür setzte. Der Wikileaks-Gründer soll die Gastfreundschaft stark strapaziert haben - milde ausgedrückt.

Julian Assange soll Wände in der Botschaft mit Fäkalien beschmiert haben

Ecuadors Innenministerin María Paula Romo begründete den Rausschmiss mit Assanges schlechtem Benehmen. "Während seines Aufenthalts (…) wurden Dinge toleriert, wie beispielsweise, dass Herr Assange Fäkalien an die Wände der Botschaft schmierte und andere Verhaltensweisen dieser Natur. Das ist weit vom minimalen Respekt entfernt, den ein Gast gegenüber einem Land haben müsste, das ihn so großzügig aufgenommen hat", sagte sie.

Der ecuadorianische Präsident Lenin Moreno sagte, Assange sei im täglichen Umgang "unhöflich und aggressiv" gewesen, außerdem hätten er und Wikileaks Drohungen gegen Ecuador ausgesprochen. Der Wikileaks-Gründer habe unerlaubte technische Ausrüstung installiert, Überwachungskameras blockiert, Wachleute angegriffen und sich unerlaubt Zugang zu Sicherheitsdaten der Botschaft verschafft. Der 47-Jährige habe gegen die beim Asyl übliche Auflage verstoßen, sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. "Die Geduld Ecuadors mit Herrn Assange hat ihre Grenze erreicht", so Moreno.

Vergewaltigungsvorwurf: Neue Ermittlungen in Schweden?

Ungemach droht Assange auch aus Schweden. Die Frau, die mit einem Vergewaltigungsvorwurf die inzwischen eingestellten Ermittlungen ausgelöst hatte, will, dass der Fall nach seiner Festnahme neu aufgerollt wird. Das beantragte ihre Anwältin.

Assange war vorgeworfen worden, 2010 zwei Frauen in Schweden vergewaltigt und sexuell genötigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen im Mai 2017 ein, weil sie keine Möglichkeiten sah, die Ermittlungen weiterzuführen. Die Schuldfrage blieb somit ungeklärt.

Julian Assange droht lebenslange Haft

​Assange lebte seit 2012 in der Botschaft, nachdem das lateinamerikanische Land ihm Asyl gewährt hatte. Der gebürtige Australier wollte so einer Festnahme und der von ihm befürchteten Auslieferung an die USA entgehen. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil Wikileaks zahlreiche geheime US-Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht hat. Ihm droht womöglich eine lebenslange Haftstrafe. Laut britischer Polizei liegt ein Auslieferungsantrag aus den USA bereits vor.