Neue Ermittlungsansätze zum Tod von Kamerafrau Halyna Hutchins

Alec Baldwins Todesschuss: Kam so die scharfe Munition ans „Rust“-Filmset?

Alec Baldwin hat sein erstes TV-Interview nach dem Todesfall am "Rust"-Set gegeben.
Alec Baldwin hat sein erstes TV-Interview nach dem Todesfall am "Rust"-Set gegeben.
© imago/ZUMA Wire, SpotOn

02. Dezember 2021 - 8:36 Uhr

Polizei durchsucht Schusswaffen- und Munitionslieferanten

Während Alec Baldwin (63) in einem Interview mit dem US-TV-Sender ABC erstmals über den tödlichen Schuss auf Kamerafrau Halyna Hutchins spricht und unter Tränen beteuert, nicht abgedrückt zu haben, gehen die Behörden neuen Hinweisen auf mögliche Quellen der scharfen Munition am Set von "Rust" nach. Laut "Hollywood Reporter" sollen sie die Räumlichkeiten eines in Albuquerque ansässigen Schusswaffen- und Munitionslieferanten durchsucht haben.

Unglücklichen Verwechslung durch Firmen-Logo auf den Patronen?

Die Durchsuchung der Firma "PDQ Arm & Prop" fand statt, nachdem der Lieferant, der auch die "Rust"-Waffenexpertin Hannah Gutierrez-Reed (24) mit Patronen am Film-Set ausgestattet hatte, sich bei den Ermittlern gemeldet hatte. Seth Kenney wisse "möglicherweise", woher die scharfen Patronen stammen könnten, die Halyna Hutchins tödlich getroffen und Regissseur Joel Souza (48) verletzt haben. Laut einer eidesstattlichen Erklärung des Sheriff-Büros von Santa Fe County, das die Ermittlungen leitet, erzählte er am 29. Oktober einem Ermittler, dass er einige Jahre zuvor "wieder geladene Munition von einem Freund" erhalten habe. Bereits verschossene Hülsen werden dabei mit scharfen Projektilen wieder aufbereitet. Ihm sei die Munition durch das sternförmige Firmenlogo des Herstellers "Starline Brass" in Erinnerung geblieben.

Weil für die Platzpatronen ebenfalls Hülsen von "Starline Brass" verwendet worden seien, könnte es zu einer unglücklichen Verwechslung gekommen sein.

Dose mit scharfer Munition am „Rust“-Set

Hannah Gutierrez Reeds Vater, der Scharfschütze und Filmberater Thell Reed, hat allerdings eine andere Theorie, wie die scharfe Munition ans Set gekommen sein könnte. Im Gespräch mit der Polizei erinnerte er sich, dass er Seth Kenney während eines Schießstandtrainings für die Schauspieler einer anderen Filmproduktion im Spätsommer mit einer Dose scharfer Munition versorgt habe. Thell Reed sagte aus, dass Seth Kenney eine Dose mit dieser Munition dann mit nach New Mexico ans "Rust"-Set genommen habe. Seiner Ansicht nach könnte die scharfe Munition aus der vergangenen Filmproduktion mit der übereinstimmen, die Halyna Hutchins getötet hatte.

Das passt auch zur Aussage von Requisiteurin Sarah Zachry, die angab, die Munitions-Dose nach dem Schuss mit dem Schüttel-Test überprüft zu haben. Es gab einige Patronen, die dabei klapperten. Ein Hinweis darauf, dass es Dummys waren. Andere klapperten aber nicht. Für Sarah Zachry Grund zur Annahme, dass es auch scharfe Patronen in der Dose gab.

Die Ermittler hatten am Filmset in Santa Fe zunächst 500 Schuss Munition gefunden. Eine Mischung aus Platzpatronen, Scheinmunition und scheinbar scharfer Munition. Diese hätte allerdings niemals an einem Drehort sein dürfen.

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Waffenexpertin soll Revolver nachgeladen haben

Die am Dienstag (30. November) eingereichte eidesstattliche Erklärung mit Durchsuchungsbefehl enthält auch neue Details über die Handhabung und das Laden der Waffe bevor sie von Regieassistenten Dave Halls am Set an Alec Baldwin übergeben wurde.

Die Ermittler sagen, dass Hannah Gutierrez Reed die Waffe mit fünf Scheinmunition-Patronen geladen haben soll. Allerdings soll sie noch eine sechste Patrone hinzugefügt haben, nachdem sie die Waffe gereinigt hatte. Vorher hatte diese "geklemmt". Vor dem Todesschuss war der Revolver während der Mittagspause in einem Lastwagen eingeschlossen. Deswegen habe Hannah Gutierrez Reed ihn auch "nicht sehr ausgiebig" gecheckt, heißt es in der eidesstattlichen Erklärung. (csp)