Noch immer ein Mysterium

2 Jahre nach Daniel Küblböcks Verschwinden: Die Chronik des Atlantik-Dramas

Vermisster Sänger Küblböck soll für tot erklärt werden
© dpa, Fredrik von Erichsen, fe awi sab kde

08. September 2020 - 23:18 Uhr

Vor 2 Jahren verschwand Daniel Küblböck spurlos im Atlantik

Es ist das wohl größte Mysterium der deutschen Popgeschichte und könnte schon bald ein schreckliches Ende nehmen. Nach seinem nach wie vor ungeklärten Verschwinden soll DSDS-Star Daniel Küblböck in wenigen Wochen endgültig für tot erklärt werden. Wir erinnern uns: Am 9. September 2018 war der Sänger vor der Küste Kanadas über Bord eines Kreuzfahrtschiffes gegangen und in den Weiten des Ozeans verschollen. Während sich das tragische Unglück jetzt bereits zum zweiten Mal jährt, hoffen Familie, Fans und Freunde weiter auf das schier Unmögliche: ein Lebenszeichen. Angesichts des zweiten Jahrestages des Atlantik-Dramas blicken wir jetzt noch einmal auf alle Geschehnisse und Entwicklungen zurück.

Die Chronik des Küblböck-Dramas

Vor dem Verschwinden

  • 19. Juli 2018: Daniel Küblböck postet einen Facebook-Beitrag aus einer Arztpraxis, berichtet von einem verletzten Knöchel und einer verpatzten Aufführung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin (ETI Berlin), an dem er eine Schauspielausbildung absolviert.
  • 28. Juli 2018: Küblböck postet seinen letzten Instagram-Beitrag auf seinem Hauptprofil ("daniel_kaiserkueblboeck"). Ein Foto aus dem heißen Berlin, das ihn angestrengt mit Kopfhörern auf den Ohren zeigt.
  • August 2018: Küblböck spricht womöglich in einem weiteren Facebook-Posting auf einer Fan-Seite von Mobbing. "Ich muss diesen Schmerz der letzten Monate erst noch verkraften. Dieses monatelange Mobben an meiner Schule in meiner Klasse hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert", heißt es in dem Beitrag, der wenig später wieder gelöscht wird.
  • 29. August 2018: Daniel Küblböck betritt die AIDAluna für seine geplante Reise von Hamburg nach New York.
  • 02. September 2018: Eröffnung eines neuen Instagram-Kanals – womöglich von Daniel Küblböck. Unter dem Namen "rosa_luxem" werden Fotos von Daniel in Frauenkleidung gepostet – unter anderem von den Landausflügen seiner gebuchten AIDAluna-Reise von Hamburg nach New York. Die meisten Beiträge sind mit Hashtags wie #transsexuelle gekennzeichnet. Das letzte Bild auf dem Account, ein Porträt von Angela Merkel, wird am 08. September 2018 veröffentlicht.

Das Verschwinden

  • 09. September 2018, 5 Uhr kanadische Zeit: Passagiere der AIDAluna beobachten, wie ein Mensch auf Deck 5 kurz vor Neufundland über Bord geht. Der Kapitän wendet das Schiff umgehend, fährt zur vermuteten Unglücksstelle zurück und leitet erste Suchmaßnahmen ein.
  • 09. September 2018, Vormittag kanadische Zeit: "Mann über Bord"-Durchsage des Kapitäns und Durchsuchung des Schiffes. Nachdem ein erster Kabinencheck durchgeführt wurde, steht fest: Daniel Küblböck gilt als vermisst. Gegen 10:52 Uhr meldet sich der Kapitän zu Wort und erklärt, dass Hubschrauber, mehrere Boote und ein Flugzeug der kanadischen Küstenwache mit der Suche nach Küblböck beschäftigt sind. "Wir werden die Suche nach Daniel auch über Nacht fortsetzen", so ein Sprecher der Küstenwache.
  • 09. September 2018, Nachmittag deutsche Zeit: Erstes Statement von Daniel Küblböcks Vater Günther Küblböck: "Ich klammere mich jetzt nur an die Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut wird", erklärt er gegenüber "Bild". Es tauchen außerdem immer mehr Fotos von den Vortagen auf, die Küblböck an Bord und bei Ausflügen in Frauenkleidung zeigen – geschossen von Passagieren.
  • 09. September 2018, 20.30 Uhr kanadische Zeit: AIDAluna und weitere Hilfschiffe beenden ihre Suchmaßnahmen und verlassen die Unglücksstelle mit dem Einbruch der Dunkelheit. Der AIDA-Kapitän verkündet den Abbruch per Durchsage. Das Schiff fährt weiter nach Halifax.
  • 10. September 2018, Abend kanadische Zeit: Die Suche nach Daniel Küblböck wird offiziell beendet. Mark Gough, Sprecher der kanadischen Küstenwache, erklärt: "Aufgrund der geringen Überlebenschancen wegen der niedrigen Wassertemperatur haben wir die schwere Entscheidung getroffen, die Suche einzustellen." Der Fall wird der kanadischen Polizei übergeben, Küblböck gilt offiziell als vermisste Person.

Nach dem Verschwinden

  • 30. Oktober 2018: Daniels Vater Günther Küblböck spricht erneut über den schrecklichen Verlust: "Einen Grabstein wird es auf keinen Fall geben. Ein Grab ohne die Person, um die es geht, wollen wir nicht." Außerdem schießt er in dem Interview mit "Bunte" gegen die Behörden, die nicht eingegriffen hätten, als er wegen Daniels Wesensänderung um Hilfe gebeten hatte.
  • 09. September 2019: 1 Jahr danach: Die Küblböck-Familie nimmt Abschied, aber die Hoffnung überwiegt: "Wir hoffen immer noch auf ein Wunder. Wir lassen ihn auch nicht für tot erklären. Wir haben auch keinen Grund dafür", so Stiefmutter Marianna Küblböck. Es sei trotzdem eine Gedenkstätte in seiner Heimat geplant, aber das habe keine Eile.

Im Video: Rückblick auf das erste Jahr nach Daniel Küblböcks Verschwinden