Ein idyllisches Wohngebiet am Stadtrand von Frankfurt.
Während die Spurensicherung Hinweise sammelt, können die Anwohner nur schwer glauben, was hier passiert ist. "Den Mann haben sie schon rausgeführt, der war komplett mit Blut besudelt", sagt ein Anwohner.
Gegen 16 Uhr meldet sich der Täter bei der Polizei - er habe gerade seine Frau erstochen. Am Tatort finden die Einsatzkräfte das blutüberströmte Opfer. Die Adresse war der Polizei bekannt. Denn erst am Vormittag hatte die Frau die Beamten alarmiert.
"Gegen 11:00 Uhr verständigte die Geschädigte die Polizei. Sie gab an, ihr Mann habe sie in einem Park in der Nähe ihres Hauses aufgesucht und festgehalten. Sie habe sich von ihm entfernen können, sei nach Hause gegangen. Die Beamten fuhren umgehend zu ihr (...) suchten anschließend den Park sowie die Umgebung nach dem Ehemann ab, konnten ihn jedoch nicht antreffen", so die Polizei.
Kurz danach kehrt der Täter zurück, sticht auf die Frau ein. Die beiden haben drei gemeinsame Kinder, leben aber getrennt. Weil er gewalttätig ist, gibt es ein Kontaktverbot. Mehrmals verstößt der 51-Jäh-rige dagegen. Hätte die Polizei die Frau also besser schützen müssen?
"Wir haben ja einige Informationen auch zu diesem Fall und dieser Fall ist ja wohl so gelagert, dass die Polizei auch versucht hat zu reagieren, den Täter aber nicht antreffen konnte. Und dann ist es natürlich schwierig, das auch durchzusetzen. Wenn die Täter sich sozusagen diesem Kontaktverbot entwinden, ist es eben nicht ganz leicht, die zu bekommen. Und dann ist es oftmals eine Frage der Zeit. Im Grunde genommen ist das ein Wettlauf mit dem Tod", sagt Rechtsanwalt Arndt Kempgens.
Besonders tragisch: der Angriff spielt sich vor den Augen des 16-Monate alten Kleinkindes ab. Die Älteren beiden sind nicht im Haus.
Die Polizei ermittelt jetzt wegen Mordes gegen den 51-Jährigen.