Gabriele Hannighofer ist mit den Nerven am Ende.
"Schock Schock"
Erst gestern Mittag hat sie erfahren, dass ihre Mutter bis zum Abend aus dem Heim raus muss. Neun Jahre war die „Ambiente Care Seniorenresidenz“ in Laatzen das Zuhause ihrer Mutter.
Gabriele Hannighofer
Angehörige
"Katastrophe. Katastrophe. Ich bin die ganze Zeit bin ich am Gange. Dann hatten die schon Säcke gepackt. Und meine Mutter schläft andauernd ein und kann nicht mehr sitzen."
Alle 62 Bewohner müssen umziehen, innerhalb von Stunden. Chaos, Wut und Verzweiflung - so kann man die Gefühlswelt aller hier zusammenfassen. Niemand war vorbereitet, auch die Mitarbeiter überrumpelt. Seit zwei Monaten ist hier offenbar keiner mehr bezahlt worden. Karoly Sirko kümmert sich aber trotzdem weiter um die Bewohner, wie er sagt. Auch heute.
Karoly Sirko
Mitarbeiter
"Unterstützung geben, für die Familienangehörigen, Unterstützung geben und trösten die Bewohner und Bewohnerinnen, weil viele weinend haben das Haus verlassen. Viele haben es nicht verstanden, was passiert."
Vielen hier hat man wohl erzählt, es gehe in den Urlaub, um die teilweise demenzkranken Menschen nicht zu verängstigen. Auch die Stadt ist fassungslos. Niemand wusste von der plötzlichen Schließung. Jetzt zählt erstmal nur noch: helfen!
Stephan Bunjes
Stadt Laatzen
"Unser primärer Auftrag lag aktuell darin. Und da liegt auch noch weiterhin darin, auch den Transport mit zu organisieren. Die Heimaufsicht der Region Hannover hatte primär den Auftrag und die Aufgabe in allen Pflegeheimen in der gesamten Region Hannover zu erfragen, welche freien Kapazitäten es dort noch gibt."
Die überstürzte Räumung geht auf die Heimaufsicht Hannover zurück. Die hatte die weitere Nutzung des Heims untersagt, weil kaum noch Pflegepersonal für die Bewohner da war. Der Betreiber musste sofort schließen.
Gabriele Hannighofer hat überhastet selbst nach einem neuen Heim für ihre Mutter gesucht - mit Erfolg.
Gabriele Hannighofer
Angehörige
"Ich muss jetzt im neuen Heim auspacken. Ich weiß nicht genau. Wo ist dies? Wo ist das?"
Schön, dass hier die Angehörigen mit anpacken können. Umso trauriger für die Menschen, die niemanden haben und jetzt allein in einer neuen Umgebung klarkommen müssen.