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Länge: 3'45
LW: "....lange Zeit hinter Gitter kommt."
INSERTS:
Frank Vacik, RTL-Reporter
53-101
208-221
238-248
258-305
Jella von Wiarda, Anwältin der Nebenklage
121-128
Frank Staube, Gerichtssprcher Landgericht Dessau-Roßlau
141-149
Bericht: Rouven Schroth und Frank Vacik
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Das er hier auf der Anklagebank sitzt, damit hätte Andreas P. wohl nicht gerechnet. Er dachte er hätte den perfekten Mord begangen.
OT-Freundin des Opfers: "Das kann man sich gar nicht vorstellen. Also für uns war das hier ein Schock.
OT-Freundin des Opfers: „Fassungslos. Wahnsinn, wenn man nicht mal dem eigenen Ehemann vertrauen kann.“
Fast ein Jahr nach dem Mord an seiner Frau erwartet den 57-Järhigen das Urteil am Landgericht Dessau. Aber wie ist die Tat aufgeflogen?
Blende
Rückblick: Der 57-jährige Andreas lebt mit seiner Frau Marlen im kleinen Dorf Muldestausee in Sachsen-Anhalt. Am 30. April 2023 frühstücken sie gemeinsam. Kurze Zeit später übergibt Marlen sich und klagt über Schmerzen. Sofort wählt Andreas den Notruf.
Frank Vacik, RTL-Reporter: "Die Ehefrau des Angeklagten wurde hier dann in die Klinik eingeliefert. Sie musste ins künstliche Koma versetzt werden. Einen Tag später ist sie dann verstorben. Die Ärzte hier diagnostizierten einen Herzinfarkt.“
Marlen wird eingeäschert und im Kreise der Familie beerdigt. Alle gehen von einem natürlichen Tod aus. Keiner ahnt das Andreas dahinter steckt. Die Tochter von Marlen kümmert sich sogar nach dem Tod ihrer Mutter um ihren Stiefvater intensiv. Ihre Verbindung war sehr eng.
Jella von Wiarda, Anwältin der Nebenklage: "Es gab gemeinsame Familienurlaub, insbesondere zwischen der Familie meiner Mandantin als auch dem hier Angeklagten und ihrer Mutter."
Doch dann kommt raus Andreas hat eine langjährige Affäre, seine Frau Marlen wusste nichts davon. Die Liebhaberin soll den 57-Jährigen sogar unter Druck gesetzt haben.
OT Frank Straube, Gerichtssprecher Landgericht Dessau-Roßlau: „Die Angeklagte soll ihm zuletzt auch ultimativ damit gedroht haben, die Beziehung der Ehefrau gegenüber offenzulegen. Falls er sich nicht entscheidet.“
Die Affäre zugeben, für Andreas kein Thema. Stattdessen soll er mit seiner Geliebten einen tödlichen Plan ausgeheckt haben. Sie erzählt ihm von einem Fernsehbericht über den „perfekten Mord“ – mit der hochgiftigen Pflanze „Blauer Eisenhut“.
Frank Vacik, RTL-Reporter: „Knapp fünf Monate nach der Tat nahmen Ermittler den 57-jährigen hier in diesem Haus fest. Sie sicherten auch sein Handy und fanden dort später Suchverläufe nach den zehn Giftpflanzen, auch nach blauem Eisenhut. Das war wenige Tage vor dieser mutmaßlichen Tat.“
Der Vorwurf: Andreas soll seiner Frau die hochtoxische Pflanze ins Essen gemischt haben. Als diese Dosis nicht ausreicht, wiederholte er die Tat am nächsten Morgen mit ihrem Frühstücksjoghurt. Diesmal mit tödlichem Ausgang.
Aufsager Frank Vacik, RTL-Reporter: „Der Staatsanwalt sieht das Motiv darin, dass der 57-jährige für seine Dauergeliebte einfach frei sein wollte. Und er wollte wohl auch keinen weiteren Unterhalt zahlen, wie schon aus erster Ehe. Denn da muss er wohl um die 1.000 € bereits bezahlen.“
Ein halbes jahr lang bleibt das Verbrechen unerkannt - bis eine Unachtsamkeit alles auffliegen lässt.
Frank Vacik, RTL-Reporter: „Aufgeflogen ist das Ganze, weil der 57-jährige seine Giftpläne wohl seiner mitangeklagten Geliebten erzählt hat und die das allerdings wieder Freundinnen erzählte. Und eine davon ging dann zur Polizei.“
Die Ermittler sichern eindeutige Whatsappnachrichten und die lassen keine Zweifel aufkommen. Seit März müssen sich die beiden vor Gericht verantworten. Die Richter verurteilen Andreas zu einer lebenslangen Haftstrafe. Auch die Geliebte wird schuldig gesprochen und zu zweieinhalb Jahre Gefängnis verurteilt.
Freistand Konfro: "Haben sie kein schlechtes Gewissen?"
Die Kinder und Freunde der Verstorbenen sind extrem erleichtert über das Urteil - endlich haben sie Gewissheit, das derjenige der für den Tod von Marlen verantwortlich ist für eine lange Zeit hinter Gitter kommt....