Als TV-Moderator kennen Marco Schreyl Millionen Menschen
Doch sein Privatleben war bisher eigentlich immer tabu
In seinem Buch „Alles gut? Das meiste schon!“ schreibt der 49-Jährige jetzt nicht nur über sein tragisches Familienschicksal – er äußert sich auch erstmals ganz offen zu seiner Liebe zu einem Mann
Ein bedeutender Schritt für Marco, wie er uns im Interview verrät:
„Also, dass ich ganz nebenbei da noch mein Privatleben eingebaut habe, das war mit total wichtig. [...] Und ich habe in der Vergangenheit so häufig die Frage nach meinem Leben gestellt bekommen: ‘Wer gehört zu Ihnen?’, ‘Wie viele gehören zu Ihnen?’, `Wie leben Sie?’ – also war es mit völlig klar, auch zu beschreiben, wie meine persönliche Lebenssituation ist, dass es diesen einen Menschen in meinem Leben gibt, der mir alles bedeutet.“
Dass es immer noch ein Schubladen-Denken in der Gesellschaft gibt, kann Marco nicht verstehen:
„Ich möchte, dass Menschen checken, dass egal, ob das eine gleichgeschlechtliche oder eine heterosexuelle Beziehung ist, dass das die Entscheidung jeder einzelnen Person ist und dass es überhaupt nicht wichtig ist. [...] Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, egal zwischen wem.“
Mit seinem eigenen Coming-out habe er sich lange schwergetan – aus Angst vor der Reaktion seiner Eltern:
„Meinen Eltern mitzuteilen, dass da keine Schwiegertochter um die Ecke kommen wird, sondern vielleicht irgendwann ein Schwiegersohn, das war eine schwere Aufgabe für mich. Und die habe ich viele Jahre vor mir hergeschoben, wo mein ganzes Umfeld lange wusste, wie mein Lebensstil ist. Es gab eine Frühstückssituation, ich war so knapp 30, und ich wollte es ihnen dringend erzählen und ich habe es dann irgendwie so rausgeplatzt und hab gesagt: ‘Also passt auf, es gibt für mich nur diesen einen Weg und ich stehe auf Männer und entweder ihr geht diesen Weg mit mir oder ich gehe ihn allein’ und dann waren die so easy und ich habe meine Eltern echt unterschätzt. Das tut mir im Nachhinein so leid und das war mir auch wichtig in diesem Buch zu erzählen, dass dieser Schritt vielleicht ein groooßer Schritt ist, aber kein schwerer. Einfach machen, reden und weitermachen. Die Eltern werden das sehr gut verstehen.“
Eine wichtige Botschaft, vor allem für diejenigen, die immer noch mit diesem Thema hadern.