Eigentlich wollen Lucas und seine Freundin den gemeinsamen Hund vom Tierarzt abholen. Nun sitzt der 25-jährige Deutsche seit zwei Wochen in Kalifornien in Abschiebehaft.
Seit Trump an der Macht ist, hat sich für Einwanderer in den USA einiges zum Schlechteren verändert - auch an der Grenze wird jetzt härter durchgegriffen. Das bekommen auch der in Deutschland lebende Lucas Sielaffs und seine Freundin zu spüren. Sie sind wegen eines Tierarzttermins in Mexiko. Auf der Rückreise kommt es am Grenzübergang San Ysidro zu Komplikationen. Da Lucas nicht so gut Englisch spricht, kommt es zu einem Missverständnis mit einem Grenzbeamten - kurzerhand wird er in einen Raum geführt, um weitere Befragungen durchzuführen. Seitdem hat ihn seine Freundin Tyler nicht mehr gesehen.
„Sie sagten mir, wenn ich nicht gehe, würde ich verhaftet, mein Hund in einen Käfig geworfen und mein Auto beschlagnahmt. Er ist niedergeschlagen, hat Heimweh und ist frustriert. Sein Englisch ist nicht besonders gut, und er versucht, sich allein im US-Rechtssystem zurechtzufinden. Es ist schrecklich."
Derzeit wartet Lucas im Otay Mesa Detention Center in Kalifornien auf eine Entscheidung der Polizei- und Zollbehörden. Auch das deutsche Generalkonsulat ist informiert und steht in Kontakt mit den US-Behörden und Sielaffs Familie. Und Lucas ist nicht allein: Schon im Januar wurde eine Berliner Tätowiererin nach einer Reise nach Mexiko in diesem Gefängnis festgehalten. Ihr Fall sorgte für Aufsehen – jetzt trifft es den nächsten Deutschen.