Es ist Dezember 2020, als Elise W. - wir haben ihren Namen geändert - diese anzüglichen Nachrichten von Daniel Wolski bekommt.
"Hallo, na du bist aber ne Hübsche, wie gehts?
Hallo? Ich bin erst 15 Jahre alt
Guten Morgen, ach das hätte ich nicht gedacht, bist echt hübsch, schaust aus wie 19"
{
OT Elise W., Auszubildende
}
Und dann hab ich mir halt gedacht, warum schreibt mich so ein alter Mann an? Ich hatte dann ja geschrieben, ich habe kein Interesse, tschüss und dann hatte er geschrieben wenn ich aber doch noch Interesse an TG hab, also Taschengeld, dann kann ich mich gerne nochmal bei ihm melden.
Elise und ihre Eltern gehen mit diesem Chat zur Polizei, der aber für weitere Ermittlungen nicht reicht, das Verfahren wird eingestellt. Nach dem sich dann aber ein weiteres OPfer bei der Polizei meldet, kommen nach und nach weitere Fälle ans Lciht. Die Ermittlungen werden Anfang 2023 wieder aufgenommen. Im Oktober kommt Wolski in Untersuchungshaft und tritt von seinem Amt als Vize-Bürgermeister der Stadt Lünen zurück.
{OT Arabella Pooth, Rechtsanwältin}
"...aus Rücksicht auf die Funktionsfähigkeit der Stadt Lünen, auf seine Partei der SPD, aber das ist natürlich kein Schuldeingeständnis."
Das Schuldeingeständnis folgt im laufenden Prozess Ende März 2024: der Politiker räumt ein, in mehreren Fällen Kinder und Jugendliche für Sex bezahlt zu haben, von einem Kind habe er auch Nacktbilder gefordert.
{OT Edgar Fiebig, Verteidiger}
Wir haben hier einen geständigen Angeklagten, der sich seiner Verantwortung hier stellen wird und wir schauen, dass dieses Verfahren insebsondere im Sinne des Opferschutzes zu einem guten Ende kommt.
Heute mittag soll das Urteil gegen den Ex-Vize-Bürgermeister fallen.