Online Shopping Marktplätze boomen - doch was taugen die Produkte von Temu, fruugo & Co? Wir machen den Test und lassen die Ware von einem Experten bewerten.
Noch haben Nihal und Erdal Spaß! Sie haben sich ein paar Sachen aus China bestellt – und da sind ein paar richtige Schnäppchen dabei…
Online-Marktplätze wie Temu oder Fruugo sind so beliebt wie noch nie. Menschen auf der ganzen Welt posten ihre Einkäufe im Internet. Und es gibt wahrscheinlich keinen anderen Ort auf der Welt an dem man so billig einkaufen kann, wie hier…
och, wie gefährlich können Produkte aus China & Co. sein?
Und was müssen Verbraucher unbedingt wissen, damit sie kein finanzielles Disaster erleben?
wenn Produkte verkauft werden zu einem Preis der absurd klingt, dann ist da definitiv ein Haken dran…
Wir wollen ein sehr günstiges und ein etwas teureres Portal testen - und treffen dafür Nihal und Erdal Yegin in Hürth. Mit Onlineshopping haben die beiden wenig zu tun. Und auch Temu kennt die 48 jährige Nihal nur am Rande.
Nihal Yegin, Immobilienmaklerin: Ich habe die App durch meine Kinder kennen gelernt, die haben mir das vorgestellt. Doch ich hab mich noch nicht getraut da was zu bestellen.
OT Erdal Yegin, IT- Fachmann: Ich weiß gar nicht was man da überhaupt bestellen kann. Alles! Was die Welt nicht braucht. Lieber haben als brauchen. l
Tatsächlich gibt es auf den Online-Marktplätzen so ungefähr alles, was man sich nur vorstellen kann – wie zum Beispiel eine Kettensäge für unter 11 Euro.
Für unseren Test werden Nihal und Erdal jeweils fünf Produkte bei zwei verschiedenen Plattformen bestellen:
1:33 Ein Paar Bluetooth Kopfhörer
1:36 Ein Männer Haarschneide-Gerät
1:38 Pantoffeln für den Winter
1:40 Ein Mini-Massage Gerät
1:41 Einen Gemüseschneider
1:43 – 1:50 Doch bevor es zu einer Bestellung kommt, ist Nihal von den ganzen Angeboten komplett angefixt.
1:51 – 1:58 (frei) Wenn ich das alles sehe, habe ich das Gefühl, dass ich das brauche, verstehst du das? Versteh dich gar nicht Schatz.
1:59 – 2:07 RTL-Verbraucherschützer Ron Perduss versteht Nihal gut – denn die aggressiven Rabatte, werden von den Portalen ganz bewusst eingesetzt.
2:08 – 2:16 OT Ron Perduss, RTL-Verbraucherschützer: Das triggert uns und dann hat man das Gefühl man muss schnell zugreifen, weil es besondere Preise nur heute gibt. Das sind so die typischen Maschen von den Billig-Anbietern.
2:17 – 2:22 Und tatsächlich: beim reduzierten Gemüseschneider für 12,49 Euro, wird selbst Erdal schwach…
2:23 – 2:28 (Boah das ist gut…)
2:30 – 2:40 Ob das alles so hinhaut wie im Video, sehen wir später.
47,58 Euro sollen alle fünf Produkte bei Temu kosten – aber wie kommen die billigen Preise zustande?
2:41 – 2:50 Auf der Plattform, werden die Waren von tausenden Herstellern in China vermittelt. Die Produkte werden direkt über Temu an die Kunden geschickt – so dass keine Kosten mehr für Zwischenhändler anfallen.
2:51 – 2:59 Jetzt zu Fruugo. Auch hier bestellen Nihal und Erdal die von uns ausgesuchten Artikel – und eins fällt sofort ins Auge:
3:00 – 3:08 Frei: Guck mal, das sind ganz andere Preise! Dort war ja fast alles unter zehn Euro und hier ab 50 Euro
3:09 – 3:22 Statt fünf Euro bei Temu kosten die Earpods hier 64 Euro. Das so genannte Dicer Smart Set ist mit 69 Euro sogar teurer als das Original. Insgesamt landen wir hier bei:
3:23 frei: 271 Euro. Die Lieferung ist auch nicht. Ach du scheisse…
3:35 – 3:38 Gibt’s für den höheren Preis auch mehr Qualität?
3:39 – 3:46 Drei Wochen später.
Um sicher zu gehen dass die Produkte für unseren Test auch alle da sind, haben wir sie schon ein paar Wochen früher bestellt.
3:47 – 4:04 (frei: Begrüßung / Wir haben richtig lange gewartet…
4:05 – 4:07 Doch hat sich das Warten auch gelohnt?
4:08 – 4:16 (frei kaputt)
4:17 – 4:25 Das Vergleichsprodukt für 12,49 sieht schon mal gut aus – aber funktioniert es auch wie im Verkaufs-Video?
4:26 – 4:52 Frei: testen
4:53 Das war schon mal nix.
4:56 Und was können die beiden Haarschneide-Maschinen für Männer?
4:59 - 5:01 (Frei Sound)
5:01 – 5:03 Grundsätzlich scheinen beide zu funktionieren…
5:07 – 5:23 frei: Schade ist, dass alles auf Chinesisch steht – wir wüssten schon gerne, für was das Ding ist, das können wir uns nicht erklären. Würdest du dir das für 64 Euro kaufen? Nie im Leben. Da kriegste richtig gute Dinger. Brachst du nicht über Internet bestellen.
5:24 – 5:32 Die bestellten Pantoffeln sind sowohl von Fruugo als auch von Temu zu klein – und das Schlimmste: sie stinken!
5:33 – 5:41 OT Ron Perduss, RTL-Verbraucherschützer
5:42 – 5:45 (frei)
5:46 – 5:56 Zu guter Letzt: die Kopfhörer. Erdal testet das Paar für 64 Euro, Nihals kosten gerade mal 5,49 Euro. In diesem Fall macht sich der Preisunterschied bemerkbar.
Neben der Tatsache, dass die China-Kopfhörer oft nicht funktionieren, gibt es laut dem Pressesprecher der Bundesnetzagentur ein viel Größeres Problem.
OT Fiete Wulff, Pressesprecher Bundesnetzagentur:
Laut Fiete Wulff weisen alle von uns bestellten Geräte formale Mängel auf. Doch woran erkennen wir, ob ein Produkt aus China den deutschen Anforderungen entspricht?
Auf der Packung muss ein CE Zeichen stehen.
Eine Deutsche Bedienungsanleitung ist Pflicht -
Sowie die Kontaktdaten des Herstellers, damit ich ihn im Zweifel kontaktieren kann.
Wir wollen unsere China Produkte so schnell wie möglich wieder loswerden. Bei Temu ist der Rückversand kostenlos – doch was wir wegen der Produkte von Fruugo bei der Post erleben, macht uns fassungslos…
Carolin Kery Peters, RTL Reporterin:
Es ist verlockend, was uns da so alles aus China im Internet angeboten wird. Doch bei all dem Ärger, den Kosten und womöglich auch Risiken die wir bei einem Kauf eingehen, sollten wir am Ende wohl besser die Finger davon lassen…