Ein Feuerwerk erwarten sie hier in Herne – auch finanziell. Zum 540. Mal läuft mitten im Ruhrgebiet die Cranger Kirmes, laut Stadtmarketing die größte "Familienkirmes" in Deutschland und das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen. Für Herne nicht nur Brauchtum, sondern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Denn rund 500 Schausteller sind dabei – und wenn das Wetter passt, vielleicht mehr als vier Millionen Besucher. Und die lassen trotz Inflation ordentlich Geld da.
Oskar Steinmeister ist Schausteller in dritter Generation und in Herne mit dabei. "Grundsätzlich muss man einfach sagen, dass die Leute krisenresistent sagen: Volksfest, das ist für mich etwas, worauf ich hin spare, wo ich Lust habe hinzugehen," sagt er.
"Dann bleibt natürlich auch was für die Region hängen. Und die Menschen geben nicht nur Geld auf der Kirmes aus, sondern auch rundum", sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds.
Nach der Corona-Pandemie haben die Deutschen ihre Liebe zum Volksfest wiederentdeckt – und die Branche hat sich laut Deutschem Schaustellerbund mehr als erholt:
So blieb die Zahl der Volksfeste bundesweit stabil bei rund 9.750. Und die Nachfrage hat nach Corona sogar Rekordniveau erreicht: Insgesamt fast 200 Millionen Besucher kamen vergangenes Jahr. Und die gaben im Schnitt pro Besuchstag 32 Euro 80 nur auf der Kirmes aus. Macht einen Bruttoumsatz von 6,5 Milliarden Euro. Mehr als eine Milliarde davon gaben die Schausteller laut Verband direkt vor Ort aus: für Standgebühren, Waren, Personal und eigenen Konsum.
Und ob Münchner Oktoberfest, der Wasen in Stuttgart, die Düsseldorfer Rheinkirmes oder eben die Cranger Kirmes: Die größten Volksfeste sind touristisch auch über ihre Stadt hinaus von Bedeutung.