Was bei der Laboruntersuchung entdeckt wird, entsetzt unsere Tester.
OT-Thorsten Keifler: „Das sieht ja ekelhaft aus. Schockierend.“
Ein Cocktail aus Pilzen und Schimmel auf dem Kopfkissen. Sieht das bei uns allen SO aus und wie kann die Keimbelastung reduziert werden? Und wie finde ich das passende Kissen? Zusammen mit Dirk Fischer, einem Schlafexperten, machen wir den Test. Los geht’s bei Familie Keifler in Frechen. Hier haben wir einen Bauchschläfer, eine Seitenschläferin und einen Seitenschläfer. Und jeder braucht ein anderes Kissen:
OT-Dirk Fischer:
„Der Bauchschläfer braucht ein relativ flaches Kissen, sodass er nicht überdehnt. Der Seitenschläfer braucht ein Kissen abhängig von der Breite der Schulter und der Rückenschläfer braucht, wenn er einen kräftigen Torso hat, ein hohes, jemand schlankes, ein flaches Kissen.“
Den Anfang macht Seitenschläfer Papa Thorsten.
OT-Dirk Fischer:
„Ich sehe schon, der Arm wird als Höhenaufbau genommen, damit man ausreichend Höhe aufbauen. Das Problem ist, in der Position verspannt die Muskulatur hier oben doch sehr.“
Thorstens zwei Jahre altes durchgelegene Kopfkissen wird durch ein nur 40x80 kleines Nackenstützkissen für 65 Euro ersetzt. Die ausgedehnte Wölbung soll den Nacken besser stützen und die Muskulatur entspannen.
OT-Dirk Fischer:
OT-Thorsten Keifler:
„Wir sehen genau das, was ich vermutet habe. Wir sind voll auf Wirbelsäule, unten bei L4, L5. Sind hier oben auf Wirbelsäule, Mittekopf. Das sieht schon Primo aus. Haben Sie jetzt noch das Gefühl, dass Sie den Arm so da drunter legen müssen?“
„Nee, ich mache jetzt nicht mehr den Drang, weil so wirklich die Position vom Liegen her super ist."
Unsere vorher – nachher Bilder zeigen es ganz deutlich: Mit dem neuen Kissen liegt Thorsten jetzt gerade. Seine Nackenmuskulatur kann sich entspannen. Die Höhe der Wölbung kann Thorsten noch ändern und wie er mit seinem neuen Kissen schläft, das erfahren wir später. Jetzt ist Mama Caroline an der Reihe. Sie startet oft mit Rückenschmerzen in den Tag. Der Experte weiß warum.
OT-Dirk Fischer:
OT-Caroline Keifler:
„Um den Druck aus der Schulter auszuweichen, sie liegen nicht im rechten Winkel, so, weil das würde wehtun, sondern Sie gehen nach vorne. Dadurch hat man eine Rotation im Rücken. In der Muskulatur und das Ganze zieht nach unten und dann haben sie unten meist Probleme.“
„Genau.“
Helfen soll ein 40x80er Kissen aus Schurwolle. Dieses hat in unserem Test 67 Euro gekostet.
OT-Dirk Fischer:
„Das ist insofern von Vorteil, als dass die Kissen so gegen die Schulter liegen, dass man nicht mehr mit der Schulter auf dem Kissen landet.“
Die Höhe hat der Experte angepasst, so dass das Kissen jetzt genau an Caros Schulter anliegt.
OT-Dirk Fischer:
„Ich sehe jetzt hier, dass die Körperachse komplett gerade ist. Das heißt, wenn die Wirbelsäule gerade ist, das ist nur ein optischer Anleitpunkt, kann die Muskulatur drumherum entspannen.“
In dem alten Knuddelkissen wurde Caros Hals hochgedrückt. Jetzt liegt sie gerade und die Wirbelsäule ist entspannt.
OT-Caroline Keifler:
„Ich könnte so einschlafen.“
„Okay.“
Und für die alte Bettwäsche hat der Experte auch noch einen Tipp.
OT-Dirk Fischer:
OT-Caroline Keifler:
„Was man macht ist ganz einfach, man hebt das Kissen hier an, macht sich so eine künstliche Tasche, indem man das hier nach innen schiebt, das Ganze. Und dann habe ich hier einen sauberen Abschluss und das ganze Kissen hat Struktur. Einfach nach innen schieben.“
„Perfekt, sehr gut, brauch ich doch keine neue Bettwäsche kaufen.“
„Genau.“
Weiter geht’s mit Sohn Phillip und hier fällt dem Experten auch sofort etwas auf.
OT-Dirk Fischer:
OT-Caroline Keifler:
„Das Kissen ist wie ein Luftballon unter seinem Kopf, was ihn da so hoch katapultiert und dadurch liegt er auch schief und krumm.“
Phillip bekommt ein spezielles Kopfkissen für Kinder, denn das große hohe Kissen überdehnt Phillips Nacken. Kinder brauchen generell ein flaches Kissen.
OT-Dirk Fischer:
OT-Caroline Keifler:
„Kinder drehen sich nachts viel, viel häufiger als wir Erwachsene, aber die Kissenhöhe und die Kissenbreite ist vollkommen ausreichend für ihn.“
„Mhm.“
Damit sich keine Milben, Bakterien und Schimmel bilden, sollten Kissen alle ein bis zwei Monate gereinigt werden. Caro hat Ihre Kissen aber nur alle sechs Monate gewaschen. Um rauszufinden, wie sich das auswirkt schicken wir ihr Kissen ins Labor. Bevor die Ergebnisse kommen, geht’s aber weiter. Diesmal in Duisburg bei Marina und Denis. Die beiden Schlafen auf alten flachen Synthetik-Kissen, die ihre Nacken nur noch wenig stützen.
OT-Dirk Fischer:
OT-Marina Böckmann:
„Merken Sie da schon Spannung?“
„Leichte Spannung, ja.“
„Also es wundert mich nicht, weil im Halsbereich, da ist überhaupt keine Stütze.“
„Die Halsmuskulatur, die muss permanent arbeiten hier und das gibt die Probleme.“
Damit Marina mit dem Kopf flach liegt bekommt sie ein keilförmiges Nackenstützkissen für 90 Euro, dass hinten flach abfällt und so den Hohlraum ausstützen soll.
OT-Dirk Fischer:
OT-Marina Böckmann:
„Das fühlt sich so an, als würde ich gerade liegen, auch wenn das Kissen nicht gerade ist.“
„Ja, das ist genau das Thema. Dadurch, dass die Schulter hier runter drückt, kommt der Kopf hinten hoch.“
Wo vorher ein Hohlraum war, stütz jetzt das Kissen Marinas Muskulatur ab.
OT-Marina Böckmann:
„Also das ist ein kompletter Unterschied. Das ist so eine Entspannung im Nacken. Gar keine Anspannung mehr. Man kann einfach nur lockerlassen. Und es fühlt sich einfach an wie auf einer Wolke.“
Freund Denis schläft eher in der Wolke, denn der gemeinsame Topper ist viel zu weich.
OT-Dirk Fischer:
„Wenn ich hier draufgehe, habe ich das Gefühl, ich bin am Wasserbett.
Mega soft. Jetzt sind sie natürlich eine andere Gewichtsklasse als ihre Frau.“
Und daher sinkt er sehr tief in die weiche Matratze ein. Deshalb bekommt er ein hochbauschiges Stützkissen.
OT-Dirk Fischer:
OT-Denis Erle:
„Was macht das? Gehst du mit ihm? Wie fühlt sich das an?
„Auf jeden Fall weicher, bisschen mehr Volumen.“
Doch die Prüfung mit dem Laserstrahl zeigt das die Kombi weicher Topper und schwerer Mann einfach nicht zusammenpassen.
OT-Dirk Fischer:
„Hier ist die Wirbelsäule. 8 cm von hier nach hier, wo er hier tiefer müsste.
Das funktioniert nicht. Hier ist der Hals. Also, andere Matratze.“
Oder zumindest eine neue Matratzenauflage, denn das hohe Kissen alleine bringt für Denis noch keine Schlafverbesserung. Doch zwei Wochen später hat er den Rat des Experten umgesetzt und berichtet uns davon per Handyvideo.
OT-Denis Erle:
OT-Marina Böckmann:
„Mein Fazit nach zwei Wochen, davon eine Woche mit neuer Matratzenauflage. Ich kann durchschlafen, bin viel seltener Wachnacht und ich habe keine Schmerzen mehr beim Liegen.“
Zurück zu Familie Keifler. Wir wollten wissen, was sich alles auf Carolines Kopfkissen tummelt und habe ihr Kissen zur Analyse ins Labor geschickt. Conny Bartholmes Leiterin der Mikrobiologie hat die Ergebnisse für uns.
OT- Conny Bartholmes:
„Die Bakterienkolonien, die wir gefunden haben, also diese weißen Pünktchen auf dieser Ackerplatte, zeigen Bakterien. Die sind relativ harmlos, die tun einem normalen Menschen nichts. Bei den Schimmelpilzen verhält es sich ähnlich. Da ist auch die Zahl der gefundenen sehr gering.
Und auch was wir gefunden haben an Schimmelpilzen, waren halt auch unbedenkliche Außenluftspuren.“
Die Bakterien und Keim-Werte sind also ungefährlich. Wir sind wieder bei Familie Keifler und lösen auf.
OT-Thorsten Keifler:
OT-Caroline Keifler:
OT-Phillip Keifler:
„Okay, das war beruhigend.
„Ja, das hätte ich jetzt nicht erwartet, wenn man das Bild sieht.“
„Nee, das hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Da bin ich ein bisschen beruhigter auf jeden Fall.“
Schlafexperte Dirk Fischer hat noch Pflegetipps die Pilz und Bakterienbefall verhindern:
OT-Dirk Fischer:
„Kissen sollten regelmäßig gewaschen werden bei 60 Grad. Auch hier empfehlen wir alle ein bis zwei Monate zu Waschen.
Alle fünf Jahre sollte man sein Kissen austauschen. Wenn man viel Schwitzt bereits alle drei Jahre.
Bettwäsche sollte regelmäßig gereinigt werden. Auch hier empfehlen wir alle 14 Tage zu reinigen.“
Familie Keifler schläft mit ihren neuen Kissen besser und schmerzfreier.
OT-Thorsten Keifler:
(„Ja, Dito, kann ich mich nur anschließen. ))Super neues Schlafgefühl.
Wesentlich erholsamer, auch mit weniger Stunden Schlaf. Also, dass war die beste Entscheidung ever.
Mit ein paar Expertentipps kann also jeder seinen Schlaf verbessern und vor allem einem Pilzocktail auf dem Kissen vorbeugen.