Fast wirkt es so, als würden sie schlafen. Doch es sind fünf der insgesamt über 20 Robben, die in den vergangen zwei Wochen tot vor der Küste der Ostseeinsel Rügen geborgen wurden.
Till Backhaus, SPD, Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern:„Es handelt sich um ausgewachsene Tiere, ohne erkennbare Verletzungen, in einem guten Ernährungszustand“
Das Umweltministerium schlägt Alarm. Denn so viele tote Kegelrobben auf einmal geben den Behörden Anlass zur Sorge, sagt uns heute Morgen Dr. Judith Denkinger vom Meeresmuseum Stralsund, die an der Obduktion der toten Robben beteiligt war.
Dr. Judith Denkinger, Meeresmuseum Stralsund: "Das ist eigentlich eine Anzahl, die wir übers ganze Jahr auffinden und nicht in zwei Wochen."
Doch warum sind die Tiere gestorben? Bei der Untersuchung fällt auf: Sie haben Wasser in den Lungen. Ein klares Zeichen dafür, dass sie ertrunken sind.
Dr. Judith Denkinger, Meeresmuseum Stralsund: "Die können bis zu 30 Minuten unter Wasser zu bleiben. Die sind natürlich in ihrer Entwicklung total darauf eingestellt, sich unter Wasser zu bewegen. Die verbringen sehr viel Zeit unter Wasser. Das heißt, wenn eine Robbe ertrinkt, konnte sie nicht auftauchen."
Aber was ist passiert? Die Vermutung der Experten: Die Robben haben in Fischernetzen nach Futter gesucht, sind hängen geblieben und konnten nicht mehr auftauchen. So könnten die Tiere ertrunken sein! Die Fischer haben die toten Tiere dann wohl einfach zurückgelassen!
Die Forderungen der Experten sind klar:
Dr. Judith Denkinger, Meeresmuseum Stralsund: "Dass da auch Konsequenzen entstehen, dass es nicht sein kann, dass Menschen so unachtsam mit dem Ökosystem und den anderen Mitbewohnern umgehen."
Kegelrobben sind besonders schützenswert. 2004 galten sie noch als nahezu ausgestorben. Deswegen ermittelt jetzt auch die Polizei. Auch das Meeresmuseum Stralsund hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt.