„Das ist alles nur geklaut.“ Damit meint eine US Fastfood Kette den Döner. Der Chicken-Gigant bringt eine eigene Variante auf den Markt, beworben mit dem Ohrwurm der Prinzen.
„Entschuldigung, das hat uns erlaubt.“
Ihm gefällt das gar nicht, denn die Ami-Teigtasche heißt Krispi Kebab, genauso wie sein Laden. Seit 2017 betreibt Sergen Kolcu in Bielefeld, mittlerweile gibt es schon 17 Filialen.
„Da habe ich mich echt geärgert drüber, weil viele haben sich auch so ein bisschen irritierend gefühlt. Die haben gesagt: Ey, ist das jetzt eine Kooperation mit KFC und Krispy? Arbeiten jetzt gerade zusammen? Gehört das zusammen? Und deswegen habe ich mich sehr darüber geärgert.“
Als der Fastfood-Gigant mit dem Krispy Kebab um die Ecke kommt, traut der 29-Jährige seinen Ohren nicht. Denn den Markennamen hat sich die ostwestfälische Dönerkette in Deutschland schützen lassen. Seit rund zehn Jahren ist der Laden hier eine Institution. Der vermeintliche Namensklau kommt gar nicht gut an.
„Einer Nachmachen bleibt nur noch nachmachen kommt aus Bielefeld. Wir sind Bielefelder. Das wird hier die Nummer eins bleiben.“
„Ich war noch nie bei KFC und ich glaube, ich werde da auch nicht hingehen.“
„Das ist ein Großkonzern. Die gehen manchmal über Leichen.“
Der US-Konzern will ab heute begrenzt bis Mitte Juni seine Spezial-Exemplare verkaufen - mit paniertem Hühnchen statt Dönerfleisch. Aber wie sieht das Ganze rechtlich aus?
Rechtsanwalt: „Das kleinere Unternehmen fühlt sich hier gestört durch die Markenübernahme eines viel größeren Unternehmens. Aber die Rechtslage ist genau die gleiche. Auch das große Unternehmen darf eben nicht das kleine Unternehmen markenrechtlich schlucken. Und auch das kleine Unternehmen hat genau die gleichen Rechte wie auch ein großes Unternehmen. Da geht es einfach um die Frage der Verwechslungsgefahr.“
Der Fastfood-Riese betont, keinen Beef mit den Bielefeldern zu wollen. Das Krispy wird aber sogar mit „K“ und nicht wie üblich mit „C“ geschrieben. Ist das Ganze vielleicht einfach nur eine Marketingkampagne? Ein geplantes Interview wird kurzfristig abgesagt. Schriftlich heißt es:
„Der Produktname ist im Zuge einer internationalen Entwicklung entstanden und wird in vielen europäischen Märkten verwendet. Klar ist trotzdem: Wir wollen keinen Beef. Unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken. Deshalb stehen wir auch im Austausch mit den Gründern von Krispy Kebab.“
Auch laut Bielefelder Dönermann ist nichts abgesprochen. Mittlerweile hat er einen Anwalt eingeschaltet und es soll noch ein Treffen geben. Dann wird sich zeigen, ob der US-Gigant gegrillt wird oder es noch eine Einigung gibt.