Die Fahrt ins Parkhaus: eng.
Ein Ticket ziehen: noch enger.
„Achtung Vorsicht – wenn du siehst es knallt, dann lieber nicht!“
Ist dieser SUV zu groß fürs Parkhaus? Und ist er auf Grund seiner Größe gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer?
„Wenn da ein Kind oder ein Tier oder Menschen, die im Rollstuhl sitzen, die verschwinden aus dem unteren Radius.“
Wir machen den großen SUV Test. Und checken die für die Stadt optimierten Geländewagen in puncto Spritverbrauch, Einparkeigenschaften und Sicherheit.
Unser Testwagen wiegt fast drei Tonnen. Zum Vergleich: so ein Kleinwagen mit durchschnittlich 1,4 Tonnen ist nur halb so schwer. Hinters Steuer des SUVs setzt sich für unseren Test Schauspielerin Andrea Gerhard.
OT Andrea Gerhard, Schauspielerin
“Es ist ein bisschen wie so ein LKW. Also ich sitz extrem hoch, finde ich. Als ob ich so ein Schiff fahre und gleich lenken werde. Aber es hat auch so den Eindruck, dass in so einem edlen Wohnzimmer sehr edel ausgestattet.”
Sind SUVs deswegen so beliebt? Fast jede dritte Neuzulassung war im vergangenen Jahr ein SUV. „Sports Utility Vehicles“ sind meist große, schwere Autos mit Allradantrieb und viel Platz, in denen der Fahrer erhöht sitzt.
Aber verbrauchen sie - gerade wegen ihres Gewichts - mehr Sprit?
Das möchte Andrea gemeinsam mit Fahrlehrer Fadi El-Kabouli und unserem Reporter herausfinden.
Die Schauspielerin fährt in dem SUV gut 25 Kilometer durch Berlin. Vor ihr lenkt unser Reporter einen Golf. Die exakt selbe Runde, bei exakt selbem Verkehr.
Der Kleinwagen unseres Reporters zeigt auf der Ziellinie sparsame 5,8 Liter an. Wie viel hat der SUV verbraucht?
OT Andrea Gerhard, Schauspielerin
“Ich habe 8,9 Liter verbraucht.“
Der SUV verbraucht mit 8,9 Liter also deutlich mehr als der Kleinwagen; das liegt daran, dass er stärker motorisiert ist .
Kommen wir zur nächsten Testkategorie – in der es für Andrea richtig stressig wird. Wir wollen wissen: Wie praktisch sind SUVs in der Stadt?
Dafür soll Andrea mit dem SUV in einem Berliner Parkhaus parken.
Freistand GoPro:
“Klar, ich habe. Auf jeden Fall spüre ich, dass ich eine Übersicht habe.”
Die Übersicht braucht sie auch, um das große Auto überhaupt INS Parkhaus zu bekommen.
Freistand GoPro Einparken
“ Warte vorsichtig…. Spiegel einkappen. Da wo du evrstellst, dran drehen.Kommst du jz rum? Warte ich gucke ? ich akn gar nichts sehen.”
Stress pur für Andrea. Die zum Glück den Fahrlehrer an ihrer Seite hat.
Freistand GoPro
“boah, bisschen vor ganz langsam bren´mspedal,. Jz links,. Spiegel ausklappen sehen ob wir druchkommen. Ich sehe das ticket ding gar nicht. Wenn ich mir vorstelle dass hier leute hinter mir sind, würde mich richtig stressen.”
Ins Parkhaus hat sie es geschafft. Aber nun muss der SUV ja auch noch in eine Parklücke. Fürs Einparken statten wir Andrea mit einer Eye-Tracking-Brille aus. Die zeigt uns: was sie sieht und was ihrem Blick verborgen bleibt.
Rund dreieinhalb Minuten rangiert sie bis der Wagen endlich in der Parklücke ist.
Einparken geschafft
Praktisch zum Einparken sind SUVs in engen Parkhäusern oder schmalen Straßen auf gar keinen Fall.
“Er: Für eine Person, die sonst nicht ein großes Fahrzeug fährt, hat es echt gut gemacht.
Sie: Puhh! Aber ich bin fünf Tode gestorben und habe wirklich aufgehört zu atmen”
Andrea findet den SUV unpraktisch - aber ist er auch eine potentielle Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer?
Nun wird die EyeTracking Brille wichtig! Sie beobachtet die Pupillen-Bewegung. Wir können so genau nachvollziehen, ab wann und für wie lange bleiben von uns aufgestellte Verkehrshütchen im Blickfeld der Fahrerin.
Freistand GoPro
“Genau. Und die zwei sind super sichtbar, aber sie verschwinden schnell. Jetzt sind sie schon weg. Obwohl wir jetzt eigentlich erst hinkommen, sind sie schon weg, obwohl wir jetzt erst hinkommen.”
Was Andrea beschreibt können wir anhand der Brillen-Kamera überprüfen. Obwohl die Verkehrshütchen noch gut dreieinhalb Meter entfernt sind, sind sie schon aus ihrem Blickfeld verschwunden.
Freistand GoPro
„Was mich da so beunruhigt, ist, wenn da vielleicht ein junger Mensch das ein Kind oder auch ein Tier kann ja auch sein Hund oder Katze oder auch Menschen, die in dem Rollstuhl sitzen, die verschwinden wirklich aus diesem unteren Radius, den ich hier spüre.“
Ein so großes Auto braucht unbedingt umsichtige Fahrer. Komfortabel ist ein SUV, aber eben auch eine Verantwortung:
OT Fahrlehrer & Andrea FAZIT
“Wenn man es vielleicht berufsbedingt braucht, mit vielen Sachen oder eine große Familie hat, dann ergibt das Sinn. Aber: eine Person alleine – so ein großes Fahrzeug
Übersteigt einfach die Grenzen, was unsere Städte aushalten. Und das ist absolut unnötig, unpraktisch. Und es ist schlecht für die Umwelt“
Das ist zumindest Andreas Meinung nach unserem Test.