Hinter uns. Hinter ihnen liegt eine wirklich spannende Wahlnacht. Immer wieder ging es ja hin und her bei den Hochrechnungen. Seit gerade mal gut fünf Stunden steht fest Es reicht doch noch für eine schwarz rote Koalition. CDU, CSU und SPD haben zusammen eine Mehrheit von zwölf Sitzen. Das hier ist das vorläufige amtliche Endergebnis. Wahlgewinner CDU CSU mit 28,6 %. Friedrich Merz wird wohl der nächste Bundeskanzler. Die AfD verdoppelt, ihr Ergebnis kommt auf 20,8 %, 16,4 % nur für die SPD ein historisch schlechtes Ergebnis. Auch die Grünen verlieren, kommen auf 11,6 %, die Linken 8,8 %. Überraschend hoch, das Ergebnis. Richtig knapp war es hingegen für das Bündnis Sahra Wagenknecht. 4,97. Die sieben sieht man hier gar nicht. 4,97 %. Und das bedeutet, dass das BSV an der 5 % Hürde wirklich sehr knapp scheitert und ebenfalls nicht in den nächsten Bundestag. Geschafft hat es die FDP mit nur 4,3 %. Also viele Zahlen. Was die bedeuten, das weiß RTL Politikchef Nikolaus Blome. Mit dem können wir das jetzt ein bisschen einordnen. Nikolaus. Guten Morgen, noch mal nach Berlin. Das BSW hat es nicht geschafft. Denkbar knapp. wird da noch mal nachgezählt. Es geht gerade mal um 13.000 Stimmen.
13.000 bundesweit bei 55 Millionen bei 50 Millionen abgegebenen Stimmen. In der Tat, das ist fast gar nichts. Aber einfach so nachzählen, nur um mal nachzuzählen, das ist nicht üblich. Und das ist auch nicht möglich in Deutschland. Das Argument Es waren sehr wenige Stimmen, wir würden gerne noch mal schauen, reicht nicht. Es braucht mehr, um eine Wahl erfolgreich. Auch eine Wahl in einem bestimmten Wahlkreis erfolgreich anzufechten. Diese Art Anfechtungen gibt es nach jeder Wahl, aber in aller Regel werden sie dann vom Bundestag abschlägig beschieden. Dann kann man noch mal klagen vom Verfassungsgericht, aber das klappt meistens auch nicht.
Gehen wir davon aus, dass es so bleibt, wie es jetzt ist. Wie sieht dann unsere neue Regierung aus?
Im Moment zumindest läuft alles auf eine CDU, CSU und SPD Regierung. Früher nannte man das große Koalition, da hatten die 2/3 der Mandate im Deutschen Bundestag. Heute ist es eher eine normale Koalition mit gerade mal zwölf Stimmen über den Durst. Und das wird ein langwieriges, ein langwieriges Verhandeln. Warum? Weil die SPD sich so in einem so desaströsen Zustand jetzt befindet. Nach dieser Wahlniederlage und auf der anderen Seite die CDU CSU Friedrich Merz als wahrscheinlich künftiger Kanzler. Aus seinem Abschneiden natürlich ableitet. Da setzen wir jetzt aber von unseren Inhalten und unseren Wünschen gerade bei Migration, gerade bei Arbeitsmarkt oder Sozialstaat ganz viel durch. Wir sind ja doppelt so groß wie ihr von der SPD. Und das wird nicht ganz einfach. Auch psychologisch nicht ganz einfach.
Ein Satz, den wir gestern Abend immer wieder gehört hat, war dieser Es muss schnell gehen jetzt auch angesichts der weltpolitischen Lage. Wir brauchen schnell eine neue Regierung. Wie schnell kann es denn gehen?
Ich glaube, vor allen Dingen Europa, die anderen Europäischen, die EU Staaten, die schauen auf Deutschland als das Schwergewicht im Kreis der 27 Mitgliedsstaaten und deshalb ist da Zeitdruck drauf. Aber noch einmal Es wird vor allem von der SPD abhängen, wie schnell sie sich neu sortiert mit einer neuen Führung. Das hat gestern Abend schon begonnen. Da hat Lars Klingbeil, der Parteichef, sich auch den Fraktionsvorsitz der SPD im neuen Bundestag gesichert und hat quasi sein Machtzentrum gebildet. Also der wäre verhandlungsfähig. Aber trotzdem ist die Frage, wie weit er die Partei, die komplette Partei dabei hinter sich hat. Und das muss er erst mal organisieren. Das wird dauern.
Nikolaus Blome Vielen Dank erst mal! Wir sprechen gleich weiter.