Original und moderne Interpretation . In XXL oder als Fotomontage.
„Der Wanderer“ von Caspar David Friedrich ist so angesagt wie nie. Zu sehen ist das Original-Gemälde in der Hamburger Kunsthalle. Dort startet am Freitag die Ausstellung „Caspar David Friedrich – Kunst für eine neue Zeit“. Insgesamt 70 Werke des Romantik-Malers, haben Kurator Markus Bertsch und sein Team dafür aus aller Welt zusammengesammelt. Und es gibt noch viel mehr zu sehen! Spitzenkunst in der Hansestadt.
33:55-34:21
O-Ton Markus Bertsch / Kurator
„Sie sehen ganz viele Caspar David Friedrich Hauptwerke, das sind Ikonen in der Romantik. (ab hier unterschneiden mit den Hauptwerken, Wanderer, Kreidefelsen, Eismeer) Da sehen sie Menschen in der Natur, wie sie sich damals in der Natur gezeigt haben. Dann sehen sie viele zeitgenössische Positionen, (ab hier unterschneiden mit diesen Bildern Teil 2 00:37:53:07 und Teil 1 00:25:07:16 dann ransprung an den Nackten 00:24:47:16 // Teil 2 00:33:21:00 und 00:41:08:03)
die auf CDF bezug nehmen.
Die aus heutiger Perspektive zeigen, dass wir ein ganz brisantes Verhältnis zur Natur haben. Dass die Natur endlich ist.“
Zuständig für die teils millionenschweren Werke ist Gemälderestauratorin Eva Keochakian (sprich: Koschakian). Nach dem Antransport hat sie die Gemälde genau in Augenschein genommen, um mögliche Schäden zu reparieren. Damit die Jahrhunderte alten Bilder gut geschützt sind, werden sie in ganz speziellen Behältnissen transportiert.
18:12-18:33
O-Ton Eva Keochakian / Gemälderestauratorin
“Letztendlich wird jedes Bild in einer Klimakisten transportiert, damit das Klima stabil bliebt. Und dann gibt es noch raffiniertere Kisten, da sind Stoßdämpfer eingebaut, weil Erschütterungen sich nachteilig auf das Bildgefüge auswirken kann. Und die Stoßdämpfer versuchen die Vibrationen zu minimieren.“
Bei einigen Bildern, hat die Restauratorin (Teil 2 00:21:34:19 und Ransprung 00:24:47:16 )verblasste Farbstellen nachgemalt oder Flecken überdeckt (Teil 2 00:28:38:03). So auch bei diesem Bild, das Friedrich bei der Arbeit zeigt.
24:44-54
O-Ton Eva Keochakian / Gemälderestauratorin
„Man kann sehen, wie reduziert sein Atelier ausgestattet ist. Wirklich nur die Notwendigsten Malutensilien oder Zeichengeräte wie Lineal, oder Reißschiene oder auch ein Lot. Das ist besonders interessant. Das hängt hier an der Wand…“
Wer nicht nur schauen, sondern Natur selbst begreifen und malen will, kann das im Mitmachraum machen. Er gehört zum modernen Teil der Ausstellung. Hier zeigen junge Künstler ihre Friedrich-Interpretationen. Viel geht es dabei um die Zerstörung der Natur durch den Menschen: (Orignial-Eisberg-Bild / Eisberg-Bild mit Plastikflaschenfrau) Ein Mann schmilzt mit einem Bunsenbrenner Eisberge. Vermeintliche Wölkchen sind Fabrikabgase. (beides zeigen)
12:53-13:05
O-Ton Markus Bertsch / Kurator
„Vor diesem Bewußtsein, dass viele Dinge in der Natur endlich sind und verschwinden werden, sind viele Werke entstanden. (hier unterschneiden mit den "Auquarien") Sie haben was artifizielle, etwas künstlerisch, sie versuchen sich aber auch an die Natur anzuschmiegen.“
Passend zum Thema Mensch-Natur, gibt es Friedrich-Kunst jetzt auch draußen und das ganz kostenlos: Im Portugiesenviertel am Hamburger Hafen hat der (Fotos im Scratspad) Australische Künstler Fintan Magee ein 200 qm großes Wandgemälde gemalt. Zu sehen – natürlich - wieder der „Wanderer“. Die Idee dahinter:
O-Ton Lukas Grellmann / Urban Art Institute
1:28-1:48
"Kunstwerke aus dem Museum auf die Straße bringen.
, das gelingt hier gut im Portugiesenviertel..." .
Ob Street-Art oder Kunst-Ausstellung - zum 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich gibt es in Hamburg ab Freitag vielfältige Möglichkeiten ins Werk des bedeutendsten Malers der Romantik einzutauchen.