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Mohammed Dali, Leiter im Logistikzentrum
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Gerlind Keller, Pressesprecherin Landgericht Bonn
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Valerio Magno, RTL-Reporter
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Mohammed Dali, Leiter im Logistikzentrum
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Bericht: Julia Arndt, Valerio Magno
https://wolftech.netrtl.com/story/346382
https://www.redaktionsportal.netrtl.com/Rp2/search-details?contextSystemId=koelnarchiv&mediaType=video&id=EX%202024-09-19%2B001
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Seit zwei Monaten spielen die Kinder der Familie Dali nur noch im Ruhemodus. Denn ein Gericht hat entschieden: Sie sind zu laut!
OT 01:13:46:14
"Es wird jeden Tag schlimmer das gefühl. Wenn die Kleine dann mal weint, wachsen uns sofort graue Haare."
Bis zu 250.000 Euro soll die Familie zahlen, wenn die Kids toben, trampeln oder Türenknallen, so die Richter in ihrem Urteil. Doch heute erwartet Familie Dali eine dicke Überraschung...
BLENDE
Der Streit zieht sich schon seit fast drei Jahren hin. Damals kam das zweite Kind der Dalis zur Welt – und mit ihm der ganz normale Wahnsinn des Babyalltags.
OT Vater: "Die ersten vier Monate war Koliken Zeit. Da hat sie viel geweint. und danach hat, der hat gezahnt. Wachstumsschübe. Die alltäglichen Wehwehchen von Babys sag ich mal in den ersten 15 Monaten. "
Unbeschwert Spielen und Toben - für die Kinder der Familie gibt es nichts Schöneres.
Doch während die Kleinen spielerisch die Welt entdecken, platzt dem Nachbarn der Kragen. Zu viel Lärm und zu viel Getrampel.
OT Vater: "Der wirft uns vor, dass unsere Kinder so stark trampeln, dass oben sein Tisch vibriert! Wenn das wirklich so wäre, hätten wir hier ein ganz anderes Problem als nur Kinderlärm.“
Oben, genau. Denn die Nachbarn wohnen ÜBER den Dalis. Und seit über anderthalb Jahren führen sie heimlich und akribisch Protokoll. Jede noch so kleine Geräuschkulisse wird notiert.
OT Reporter: "Können Sie da ganz kurz zwei, drei Sätze zu sagen, wir haben mit dem HErrn Dali geredet und gehört, dass Sie sich gestört fühlen? "
OV Gedächtnisprotokoll Arne:
"Es geht ja nicht um eine Bagatelle oder eine kleine Lappalie. Und deswegen möchten wir uns so nicht äußern. "
Sie ziehen wegen der Lärmbelästigung vor Gericht und bekommen im September Recht:
OT Pressesprecherin: "Der zuständige Abteilungsrichter beim Amtsgericht hat die Beklagten verurteilt. Übermäßige Geräuschemissionen wie lautes Türknallen, Stampfen und Herumschreien nachts und in der Mittagszeit zu unterlassen. "
Zwischen 13 und 15 Uhr sowie von 22 bis 7 Uhr soll es still sein. Bei einem Verstoß droht den Dalis ein Bußgeld von bis zu 250.000 Euro! Um weitere Konflikte zu vermeiden, macht Dali jeden Quadratmeter seiner Wohnung schaldicht und geht in Berufung.
Heute sehen sich beide Parteien deshalb in Bonn vor Gericht. Und da kommt es zu einer Überraschung:
AUFSAGER 01:50:19:14
Ich habe schon über viele Prozesse berichtet.
Aber eine solche Richterschelte wie heute
habe ich selten gehört.
Die Kammer vom Landgericht in Bonn
hat Ihrem Richter-Kollegen am Amtsgericht vorgeworfen, sein Urteil
sei grob fehlerhaft und unschlüssig. Und wörtlich weiter: da muss man handwerklich sauber arbeiten.
Heißt: Die Klage wird vermutlich abgewiesen. Die Kinder dürfen dann also wieder spielen und toben wie sie wollen - ohne dass die Familie bis zu 250.000 Euro blechen müsste.
OT Dali
01:26:35:16 -
01:26:53:01
Es ist sehr viel passiert die letzten zwei Jahre. Sehr viel Druck von den Nachbarn und die Worte des Richters waren sehr schön. ich bin einfach nur glücklich.
Der Kläger und sein Anwalt wollen heute nicht mit uns sprechen. Die Streithähne sollen sich nochmal zusammensetzen und einigen.
Im Dezember fällt dann das endgültige Urteil. So oder so: Familie Dali hat bereits eine neue Bleibe gefunden:
OT
01:28:18:12 -
01:28:26:13
ich freue mich schon , wenn es wieder Sommer wird, dass die Kinder im Garten spielen. Es wird ein Haus sein, wo wir hinziehen werden . Wahrscheinlich . Da können die Kinder dort spielen und Kinder sein.
Und der Nachbar hätte dann auch endlich seine Ruhe...
Doch das sei schon lange kein Problem mehr. Seitdem die ältere Tochter in die Schule gehe und die Jüngere in die Kita, seien alle spätestens um 20: 30 Uhr im Bett. Und auch der Vermieter einer Nachbarswohnung kann die Aufregung nicht verstehen.
OT Vermieter: "Meine Mieter haben keinerlei Störungen wahrgenommen oder Lärm wahrgenommen. Die haben sich auch gewundert, dass so ein Sachverhalt überhaupt zustande gekommen ist. "
Doch davon wollen die klagenden Nachbarn nichts hören. Seit über anderthalb Jahren führen sie still, heimlich und akribisch Protokoll. Jede noch so kleine Geräuschkulisse wird notiert. Sie ziehen wegen der Lärmbelästigung sogar vor Gericht bekommen recht:
OT Pressesprecherin: "Der zuständige Abteilungsrichter beim Amtsgericht hat die Beklagten verurteilt. Übermäßige Geräuschemissionen wie lautes Türknallen, Stampfen und Herumschreien nachts und in der Mittagszeit zu unterlassen. " >>>>>NEU VERTONEN
In Deutschland sind die Ruhezeiten klar geregelt: Zwischen 13 und 15 Uhr sowie von 22 bis 7 Uhr soll es still sein. Selbst die Kleinsten müssen Rücksicht nehmen.
OT Vater: "Der wirft uns vor, dass unsere Kinder so stark trampeln, dass oben sein Tisch vibriert! Wenn das wirklich so wäre, hätten wir hier ein ganz anderes Problem als nur Kinderlärm.“