Heute trifft Kati DEN Mann wieder, wegen dem sie 2021 beinahe ihr Leben verloren hätte. Und dabei wird deutlich, WIE tief der Schock bei der 47-Jährigen immer noch sitzt.
"Oh Gott, da kommt er schon...ich kann das nicht!"
Als der 54-jährige Angeklagte den Gerichtssaal betritt, ergreift sein Opfer reflexartig die Flucht und wirkt anschließend sehr mitgenommen.
"Ich kann mich gerade gar nicht sortieren. Ich habe sogar das Gefühl, ich schaff das nicht."
Rückblick: Vor der Tat sind Kati und Mike A. vier Jahre lang ein Paar. Aber schon damals fällt ER durch sein eifersüchtiges und oft aggressives Verhalten auf. Nachdem Kati den Entschluss trifft, sich endlich von ihm zu trennen, eskaliert am Abend des 23. Januar 2021 die Situation: Mike A. schlägt seine damalige Freundin mehrfach brutal ins Gesicht und übergießt sie anschließend mit einem 5-Liter Kanister Ethanol.
"Bis ich dann losrennen wollte, er aus der Küche kam mit dem Feuerzeug" (...)"und so wie ich dann wieder am Boden lag, aufstand, kam auch schon die Flamme."
Für die damals 43-Jährige der wohl schlimmste Moment: Minutenlang kämpft sie um ihr Leben.
"Da weiß ich nur noch, dass ich so lange gebrüllt habe: "Ich brenne immer noch, Ich brenne immer noch!"
Sie versucht verzweifelt, das Feuer zu löschen - im Schnee, in der Badewanne. Aber durch den Brandbeschleuniger flammt es immer wieder auf. Nach mehreren Minuten Todeskampf wählt Mike A. endlich den Notruf. Wegen der unerträglichen Schmerzen fällt Kati wenig später ins Koma.
Andreas Feron:
"Die Geschädigte hat ganz erhebliche Brandverletzungen erlitten. Sie befand sich in Lebensgefahr. Sie musste auch operiert werden."
27 Prozent von Katis Haut sind nach dem Übergriff verbrannt. Die Narben werden sie ein Leben lang an diesen traumatischen Vorfall erinnern. Gegenüber den Rettungskräften behauptet Mike A. zunächst, seine Freundin hätte sich umbringen wollen und hätte sich selbst in Brand gesteckt. Erst einige Tage später können Untersuchungen das widerlegen. Der damals 50-Jährige kommt in Untersuchungshaft.
Beim heutigen Prozesstag wird Kati von ihrem neuen Partner unterstützt. Beide hoffen auf eine gerechte Strafe für die grausame Tat. Im Falle der Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung, drohen dem Angeklagten bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe.