Diesen Besuch mache ich zwar wirklich gerne, aber der Anlass ist leider kein schöner.
Manuela Hoffmann aus Fritzlar in Hessen hatte mir gemailt. Offenbar sei sie Opfer eines Betrugs. Sie habe rund 1200 Euro bezahlt, extra einen Kredit aufgenommen, für ein Smartphone, das sie dann nie erhalten habe. Ob ich ihr hier helfen kann? Offen gesagt: Ich bin selbst gespannt…
Ob der Kurierfahrer an dem Tag geklingelt hat, wisse sie nicht, gehört habe sie jedenfalls nichts, nur die Zustellbestätigung gesehen.
Und es wird noch verrückter, wenn man mal genau hinschaut. Auf dem Etikett steht gut lesbar auf Englisch: Inhalt sei ein Handy.
Zurück in der Wohnung greift sie direkt zum Telefon.
Ich möchte das Geld vom Smartphone zurück und nicht von den Bürstenköpfen.
Was Manuela Hoffmann nicht ahnt und auch nicht für möglich gehalten hätte: Das hier ist nur der erste Anruf, es werden noch dutzende folgen.
Insgesamt neun Monate lang kontaktiert Manuela Hoffmann immer wieder den Kundenservice. Und in der ganzen Zeit zahlt sie monatlich den Kredit für ein Smartphone ab, das sie nie erhalten hat.
Warum sind die Leute so? Warum versuchen die andere so zu betrügen? Es beschäftigt mich, ich hab Albträume… einige schlaflose Nächte.
Versprechen kann ich allerdings erst einmal gar nichts – bis auf eins: Ich will gerne alles probieren, um Manuela Hoffmann irgendwie zu helfen.
Die einzige Betroffene dieser Art des Betrugs ist sie jedenfalls nicht.
Sowas zum Beispiel:
Ich habe vor einem Monat ein iPhone über Amazon gekauft. Der Schock – statt iPhone ist italienisches Fahrradkettenöl drin.
Auch die Verbraucherzentralen warnen seit einiger Zeit vor den Tücken dieser Betrugsmasche.
Nur…was tun? In Hamburg treffe ich die Verbraucherrechtlerin Anke Rehberg.
Denn ganz wichtig: Handyaufnahmen, selbst ein Video der Paketöffnung, sind rein rechtlich weniger wert als ein echter Zeuge. Dennoch: Beschädigungen sollte man natürlich zusätzlich im Bild festhalten.
Rechtlich ist klar: Wer bestellte Ware nicht erhält, muss diese natürlich auch nicht bezahlen. Allerdings hatte Manuela Hoffmann das Handy ja über eine Bank finanziert – und zahlt Monat für Monat den Kredit zurück. Grundsätzlich finde ich jedenfalls, hat sie – so oder so – nichts falsch gemacht.
Verbraucherschützerin Anke Rehberg kennt das Problem – und rät, sich zu wehren.
Und Bewegung will ich natürlich auch in die Sache bringen. 1200 Euro sind viel Geld, der Verlust tut Manuela Hoffmann richtig weh – und genau das sage ich auch Amazon am Telefon. Und natürlich interessiert mich: Was tut der Onlineriese gegen diese Betrugsmasche? Amazon schickt mir dieses Video-Statement.
Unabhängig von all dem ist mein Ziel ja, dass Manuela Hoffmann ihr Geld wiederbekommt. Über 1200 Euro, die ihr seit neun Monaten schmerzlich im Geldbeutel fehlen – ich hatte mich ja dahinter geklemmt und mich intensiv mit Amazon ausgetauscht. Aber jetzt bleibt auch mir wirklich nur noch Daumen drücken…
Endlich, nach 9 Monaten Ärger und Sorgen! Und ich freue mich wirklich sehr, dass ich Manuela dann doch helfen konnte.