Es sind diese Bilder, die ein bisschen Hoffnung machen und doch wird die Zeit immer knapper, den kleinen Paulus zu finden.
Zu sehen ist der Junge, wie er orientierungslos mitten auf einer vielbefahrenen Straße steht.
Ilka Roth, Pressesprecherin Polizei Westhessen: "Wir gehen fest davon aus, dass es sich um den Pawlos handelt, der auf dem Video am Dienstagmittag zu sehen ist. Er wurde ja von einem Verkehrsteilnehmer von der Straße begleitet. Im Moment haben wir keine konkreten Hinweise darauf, dass ein Verbrechen vorliegt."
Die große Frage: Wo ist Paulus danach hingelaufen? Vor drei Tagen verschwindet der Sechsjährige autistische Junge im hessischen Weilburg aus seiner Förderschule.
In der ganzen Stadt wird mit einem Großaufgebot der Polizei nach ihm gesucht. Ab heute unterstützen auch Taucher die Suche.
Johannes Hanisch, Bürgermeister Weilburg: "Um auch diesen Teil der Ermittlung und der Suche nach Pawlos zu intensivieren. Das ist eine Standardmaßnahme. Das ist also nichts, wofür es einen konkreten Hinweis gibt."
Freunde und Bekannte der Familie begleiten und beobachten die Maßnahmen:
Yiergalem Asfaha, Bekannte der Familie: "Meine Hoffnung muss ich sagen, schwindet immer mehr dahin. Aber ich bete zu Gott, dass er ihn beschützt und dass er vielleicht trotz-dem irgendwo aufzufinden ist."
Das alles erinnert stark an den Vermisstenfall des sechsjährigen Arian aus Bremervörde. Auch er war Autist. Tagelang wird nach ihm gesucht - mit ungewöhnlichen Maßnahmen: Luftballons, aber auch die Stimme der Mutter und Kinderlieder werden über Lautsprecher abgespielt.
Zwei Monate später wird Arian tot von einem Landwirt gefunden.
Auch in Weilburg versucht man mit Luftballons und Knicklichtern, Pawlos anzulocken.
Das könnte schwierig sein, denn auch andere Bedürfnisse wie Hunger und Durst werden von autistischen Kindern häufig nicht bemerkt.
Fabian Diekmann, Autismus Deutschland e.V.: „Das heißt, dieses kindliche Versteckspiel, was auch eine Rolle spielen kann, kann deutlich länger dauern und man versteckt sich als Kind und kommt nicht wieder raus, weil man beispielsweise Hunger, Durst oder Angst verspürt."
Doch alle klammern sich jetzt an die Hoffnung, dass man vielleicht durch den Passanten auf dem Video neue Informationen bekommt, die dann zu Paulus führen.