Claudia Tondera und ihre Mama Katrin stehen sich nah, so wie beste Freundinnen. Aber die wirklich großen Fragen fallen auch bei ihnen unter den Tisch. Vielleicht, weil man über die eine oder andere Antwort noch gar nicht nachdenken möchte…
Claudia und Katrin:
"Wie möchtest du denn von mir in Erinnerung behalten werden?"
"Oh, oh, das ist aber schwer. Hm? Eigentlich so, wie du mich jetzt einschätzt."
"Da könnte ich gleich wieder losheulen. Weil ich gar nicht will, dass du irgendwann mal gehst.“
„Aber vielleicht kannst du das Ding mal mitnehmen, dass du später, wenn es mich mal nicht mehr gibt, dann sagst, das hätte meine Mutter jetzt gemacht."
"Das mach ich auch. Definitiv mach ich das.“
Es ist eine von 100 Fragen an die eigene Mutter aus dem neuen Buch von Bestseller-Autor Stephan Schäfer, die wir im Alltag meistens nicht stellen und die die Mutter-Kind-Beziehung aber stärken können:
Psychologin Janina Hagemann: "Sich über das Alltägliche hinaus mit den Eltern zu unterhalten, bedeutet eben auch, eine gewisse Tiefe in die Beziehung zu bringen. Das kann insofern von Vorteil sein, dass wir auch für unser Leben ja ein paar Strategien oder vielleicht einen Perspektivwechsel mitnehmen können."
Das merkt auch Claudia, je mehr Fragen sie ihrer Mama Katrin stellt. Gemeinsam schwelgen sie in Erinnerungen:
Claudia + Katrin Tondera:
„Wohin würdest du gerne noch mal zurückkehren?"
"Oh. Schwierig. Zurückkehren. Also zurückkehren würde ich so die ersten Jahre noch mal in dieser Urlaubszeiten, die wir hatten, die wir mit der Familie gemacht haben."
Auch Zeiten, in der es nur Claudia und Katrin, nur Mutter und Tochter gab:
Claudia und Katrin:
"Mallorca, wo wir beide Singles waren, ungebunden und das Leben noch mal richtig genossen haben. Das erlebt auch nicht eine Frau im mittleren Alter, die sagen kann: Ich verreise noch mal mit meiner Tochter und das habe ich erlebt und da bin ich stolz drauf.“
So innig wie bei Claudia und Katrin ist es nicht in jeder Mutter-Tochter-Beziehung. Bei vielen Menschen nimmt der Kontakt im Laufe des Erwachsenwerdens ab:
Psychologin Janina Hagemann: "Und nicht so tief im Kontakt zu stehen, passiert auch häufig dann, wenn wir in unsere alten Rollenbilder rutschen. Also die Eltern bleiben immer Eltern und die Kinder bleiben häufig Kinder."
Um diese Rollenbilder aufzubrechen, helfen tiefergehende Gespräche. Statt einfach nur zu fragen, wie geht es dir? Einfach mal solche Fragen zu stellen:
Claudia und Katrin:
"Wann machst du das letzte Mal richtig glücklich? Oder bist du es? Vielleicht."
"Also jetzt. Momentan kann ich sagen, dass ich glücklich bin."
"Ja, ich denke auch. Ja, und das freut mich, als Tochter ja auch zu hören."
Und auch schwierige Themen - Probleme in Beziehungen, in der eigenen Kindheit oder Einsamkeit – sollten Platz in unseren Gesprächen finden:
Claudia und Katrin:
"Bist du manchmal einsam? Das ist eine sehr interessante Frage."
"Das stimmt. Ich muss sagen, es gab Zeiten, da habe ich mich ein bisschen einsam gefühlt. Weil man will ja nicht immer der Familie zur Last fallen. Aber ich hätte nie gedacht und das muss ich an der Stelle auch mal sagen, dass man sich alleine auch so wohlfühlen fühlen kann."
Auch wenn uns die Antworten zu Tränen rühren, sei es vor Trauer oder Rührung: Jede Frage ist es wert, gestellt zu werden. Und kann uns unseren Eltern nochmal ganz anders näher bringen.