Schmerzen bekämpfen: Welches frei verkäufliche Schmerzmittel hilft wogegen?
Fast jeder hat schon einmal mit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Zahnschmerzen zu tun gehabt. Und sicherlich hat auch jeder schon einmal eines der frei verkäuflichen Schmerzmittel eingenommen. Doch sie sind nicht alle gleich. Hier liegen Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol und Diclofenac. Aber gegen welche Beschwerden nimmt man nun welche Tablette ein?
Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Sie sind die richtige Wahl bei Migräne, Fieber, Gelenkentzündungen, Schwellungen und nach Verletzungen. Aspirin (ASS) wirkt blutverdünnend und fiebersenkend. Es kann bei Schmerzen und Durchblutungsstörungen eingenommen werden, aber Achtung: ASS sollte vor Operationen vermieden werden. Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend, jedoch nicht entzündungshemmend. Es belastet den Magen weniger. Bei Fieber und leichten Schmerzen greift man am besten zu Paracetamol.
Aber wie funktionieren diese Wirkstoffe überhaupt?
Botenstoffe, einschließlich Prostaglandinen, sind an der Weiterleitung von Schmerzen ans Gehirn beteiligt. Sie werden durch bestimmte Enzyme, die Cox-Enzyme, produziert. Hier setzen die meisten Schmerzmittel an, indem sie die Produktion dieser Botenstoffe hemmen. Paracetamol hingegen wirkt vermutlich direkt im Gehirn und Rückenmark. Genau wie, ist noch nicht abschließend geklärt.
Aber gibt es etwas zu beachten bei der Einnahme?
Bei Schmerzmitteln gilt immer die Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Das liegt daran, dass Schmerzmittel auch Nebenwirkungen haben, hauptsächlich auf den Magen, aber auch auf die Nieren. In der Regel sollte man Schmerzmittel nicht länger als vier Tage einnehmen. Danach sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.
Und wie kann man sicherstellen, dass die Tablette schnell wirkt?
Wer das möchte, sollte sich auf die rechte Seite legen. Auf der linken Seite dauert es bis zu zehnmal länger, bis sich die Tablette auflöst und wirkt. Auf der rechten Seite arbeiten Schwerkraft, Magenkontraktionen und Magensaftströmungen zusammen. Wenn man längere Zeit auf Schmerzmittel angewiesen ist, sollte man zusätzlich einen Magenschutz einnehmen, zum Beispiel Pantoprazol, um Magenschleimhautentzündungen zu verhindern.
Aber nicht jeder sollte einfach so Schmerzmittel nehmen, auch nicht die frei verkäuflichen. Schwangere, Kinder, ältere Personen, Menschen mit Magen- oder Darmerkrankungen oder Menschen mit Herzschwäche sollten unbedingt zuerst ihren Arzt fragen.
Machen die Schmerzmittel vielleicht süchtig?
Die üblichen Schmerzmittel, die wir ohne Rezept einnehmen, machen nicht süchtig im klassischen Sinn. Es kann jedoch sein, dass man denkt, man müsse sie immer wieder nehmen. Auch eine sogenannte TachyHylaxie kann sich einstellen, bei der man die Dosis immer weiter steigern muss, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das ist jedoch keine Sucht im klassischen Sinne.
Wenn man sie in Maßen einnimmt, kann man also beruhigt mit frei verkäuflichen Mitteln gegen den Schmerz vorgehen.