In Deutschland fehlen rund 800.000 Wohnungen – 2024 war Wohnraum sogar noch knapper als im Vorjahr, dazu kommt, dass zehntausende Menschen direkt auf der Straße leben. Wer kümmert sich eigentlich um diese Probleme?
Ein Auto, ein Parkplatz, eine Mini-Wohnung. Eine kleine Lösung für ein großes Problem – das Not-Hotel hilft gerade jetzt ganz akut gegen die kalten Nächte in der Hauptstadt. Jede Nacht kann hier ein Obdachloser unterkommen. So wie Micha aus Polen. Seit 15 Jahren lebt er auf der Straße. Für ihn ist das Not-Hotel eine Oase.
Micha
23:14 ich kochen essen, trinken Tee… schaue Film oder spreche mit Familie… ach ja, es gibt ja auch W-Lan…
Van Bo: also ich wäre fertig…
Das Not-Hotel des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel ist das kleinste Haus der Hauptstadt, 2,5qm - Kocher, Spüle, Toilette und zwei Schlafmöglichkeiten und es ist viel mehr als nur akute Winterhilfe.
Van Bo
Es geht nämlich um die Frage, was man noch machen kann mit dem öffentlichen Raum. (Schnitt…) TC 35:45 Und das Not-Hotel ist eine von mehreren möglichen Antworten, was man im öffentlichen Raum machen könnte. Ich arbeite hier drinnen tagsüber, das ist mein Homeoffice…
Mit der besseren Nutzung von Raum beschäftigt sich der Architekt schon lange. Er gehört zu den Pionieren der Tiny House-Bewegung in Deutschland: möglichst kompakt und günstig bauen, um bezahlbar und schön zu wohnen. Seine Ideen gibt er weiter – zum Beispiel hier an der Akademie für Wohnillustration und Design in Berlin-Lichtenberg.
Van Bo
“Ich beschäftige mich mit Tiny Houses seit 12 Jahren. (Schnitt…) rein bei 11:10 was ich so toll finde an so kleinen Konzepten wie Tiny Häusern auf Rädern ist, dass Du es sofort machen kannst. … Räume schaffen, Wohnungen schaffen…”
In Deutschland sind rund 600.000 Menschen wohnungslos. Das heißt, sie haben laut Wohnungslosenberichterstattungsgesetz keine durch Miet- oder Pachtvertrag gesicherte Nutzung einer Wohnung. Sie haben keinen eigenen Wohnraum, um darin zu schlafen. Notfall-Einrichtungen, Frauenhäuser oder die Couch bei Freunden zählen nicht.
Kleinere, günstigere Wohnungen könnten helfen, in der Hauptstadt. Die Idee, an der Van Bos Büro gerade arbeitet: kleine, seriell gefertigte Mini-Wohnungen für Auszubildende, 14 qm, für weniger als 350 Euro im Monat. Dazu ist der Architekt bereits im Gespräch mit dem Berliner Senat, der seit ein paar Wochen auch sein Not-Hotel fördert, im Rahmen der Kältehilfe.
Trotzdem ist sein Not-Hotel auf Spender angewiesen - und auf ehrenamtliche Helfer.
Van Bo
“Die Hälfte der Gäste sind Menschen, die Probleme haben. Drogen, Depressionen. Schmerzen. Zahnschmerzen oder offene Wunden. Die haben ganz andere Sorgen als das hier ordentlich zu hinterlassen.”
Und trotzdem kann hier fast jeden Abend ein Obdachloser Unterschlupf finden, in einem sauberen, ruhigen Raum mitten in der Großstadt.
Manchmal ist es eben gut, wenn Menschen einfach machen.