Deutsche Stars bangen in Dubai: Overground-Sänger Akay Kayed: „Und es knallt dann links und rechts”
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Sie haben heute morgen acht Einschläge gehört! Sänger Akay und seine Frau leben in Dubai und geben uns vor wenigen Stunden ein Interview. Gestern abend brennt ein Luxushotel auf der Palmeninsel. Seitdem ist alles anders. Aber wie gefährlich ist es in der Wüstenmetropole? Wie groß ist die Angst?
Für viele ist es ein Sehnsuchtsort: Dubai. Luxus, Sonne, Bling-Bling. Ein Urlaubsparadies für Familien und Auwanderer. Gerade sieht es in der Wüstenmetropole aber ganz anders aus. Seit etwas mehr als 24 Stunden sind regelmäßig Explosionen zu hören. Zeitweise alle 10-15 Minuten. Wir versuchen gestern bis in die Nacht, mit Dubai-Auswanderern zu sprechen. Fast alle sagen uns ein Interview ab. Auch aus Angst vor der Regierung Dubais und rechtlichen Konsequenzen.
SIE sprechen trotzdem vor wenigen Stunden mit uns: Akay Kayed und seine Frau Elleni. Der 43-Jährige war Mitglied der Casting-Boyband Overground und lebt seit 2024 in Dubai. Sie erleben die aktuelle Situation so:
"Uns gehts wirklich gut. Es ist halt ungewohnt. Klar. Man würde lügen, wenn man sagen würde, es fühlt sich natürlich an. Natürlich fühlt es sich nicht an, wenn man hier zuhause sitzt, mit den Kindern und es knallt dann links und rechts. Ich meine, wir sind heute aufgewacht, seitdem wir wach sind. acht Einschläge gehört, also einmal gezählt acht und die sind echt laut gewesen."
Die Lage ist noch übersichtlich und unter Kontrolle, aber die zentrale Frage bleibt: Ist Dubai gerade noch sicher?
Um 7.00 Uhr gestern Morgen starten die USA und Israel ihren lange geplanten Militärschlag gegen den Iran. Der schlägt sofort zurück und greift US-Militärstützpunkte in den Vereinten Arabischen Emiraten aus der Luft an. Gegen 18.30 Uhr Ortszeit trifft es Dubai: Das Fünf-Sterne-Hotel "Fairmont" – direkt an der berühmten Palme gelegen –brennt. Ob das Luxushotel direkt von einer Rakete getroffen wurde, oder nur Trümmerteile aus der Luft eingeschlagen sind, ist bisher nicht bekannt. Akay und seine Familie leben knapp 20 Minuten von der Palme entfernt:
"Das ist schon ums Eck. Als wir das das dann tatsächlich gesehen haben, da haben wir dann kurz gedacht, ok, was machen wir?! Was passiert als nächstes?
Dann haben wir uns mal kurz zusammen an den Tisch gepackt und gesagt, wir brauchen auf jeden Fall jetzt nen Plan."
Sie decken sich in völlig überfüllten Supermärkten wie hier mit Lebensmitteln ein. Eine ungewohnte Situation, denn eigentlich gilt die Stadt als eine der sichersten der Welt. Die Kriminalitätsrate geht gegen Null. Für viele ist genau das DER Grund hierhin zu ziehen.
Auch für Bushido und seine Frau Anna-Maria, die 2023 auswandern. Inzwischen hat die Familie Dubai – zumindest vorerst – den Rücken gekehrt. Trotzdem ist die Verbundenheit noch da und damit auch die Sorgen:
"Die Kinder telefonieren die ganze Zeit mit ihren Freunden, die natürlich alle weinen. Total verunsichert sind, wirklich Panik haben. Man hört die Bomben im Hintergrund. Völlig absurde Vorstellung. Und man sitzt hier und kann einfach nix machen."
Spielerfrau und Influencerin Ina Aogo lebt mit ihrer Familie unweit einer Mililtärbasis in Dubai. Sie verlässt gestern noch ihr Zuhause:
"Wir haben uns entschlossen, unsere Sachen zu packen und erstmal bisschen außerhalb zu fahren. Ob das die richtige Entscheidung ist, wissen wir nicht. Wir haben auch unterwegs ein paar Sachen fligen sehen. und Ich denke nur noch, ich wache gleich auf. Es ist ganz komisch."
Der Luftraum über Dubai ist aktuell gesperrt. Alle Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb eingestellt. Schulen bleiben sicherheitshalber bis Mittwoch zu.
Updates gibt es über Apps:
"Ja, also wir haben die diese Warnmeldungen aufs Handy gekriegt. Wie glaube ich, jeder hier in Dubai. Und da wurde zum Beispiel gesagt Hey, bitte, am besten zu Hause bleiben. Vermeidet Public Places an sich, bleibt fern von von Fenstern und usw und so fort. Halt der Standard. Aber es wurde immer wieder erwähnt Hey, wir haben alles unter Kontrolle. No worries. Wir sind nicht im Krieg, sondern alles funktioniert."
Das auswärtige Amt warnt aktuell dennoch vor Reisen in den nahen Osten - auch nach Dubai. Trotzdem betonen alle deutschen Auswanderer, mit denen wir sprechen, wie sicher sie sich dort fühlen UND wie sehr sie auf das Raketenabwehrsystem der UAE vertrauen. Denn wichtig zu betonen ist: Dubai wird nicht aktiv bombadiert. Es werden lediglich DIE Raketen abgewehrt, die auf US-Militärstützpunkte in der Nähe gerichtet sind. Auch Akay warnt vor Panikmache und Effekthascherei auf Social Media:
"Es gibt Menschen, die wirklich halt leiden. Die haben halt kein Essen, keinen Strom, kein keine medizinische Versorgung, keine Verteidigung. Weißt du, das ist halt wirklich Krise. Und da sind wir nicht. Da sind wir lange nicht. Und da werden wir auch hier nicht reinkommen. So Gott will."
Trotz ihres Optimusmus – ganz spurlos geht die Sache natürlich nicht an ihnen vorbei:
"Und ich saß auch heute mit ihm und habe dann auch wirklich geweint, weil heute Morgen war es echt schon ein bisschen heftiger und ich habe ihn dann angerufen und gesagt Hast du eigentlich gar keine Angst? Hast du nichts, sagt er. Nee, ich bin einfach total im Vertrauen. Ich schäme mich jetzt gerade auch schon, dass ich weine, sage ich, weil eigentlich geht es uns ja noch gut. Ich kann den Kühlschrank öffnen, es ist genug zu Essen da. Die Kinder sind oben am Lachen. Die haben, die spielen da ihre, ihre Kartenspiele. Und wir sind noch sicher."
Wann sich die Lage im nahen Osten wieder beruhigt, ist bisher nicht abzusehen. Aber eins ist klar: Den Traum vom so perfekten Leben im Wüsten-Paradies wollen sich die meisten deutschen Auswanderer so nicht kaputt machen lassen.




